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Bauen & Wohnen Geräte brauchen Platz: Raum für mehr Haustechnik
Mehr Bauen & Wohnen Geräte brauchen Platz: Raum für mehr Haustechnik
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08:24 20.09.2019
Für den Technikraum eines Hauses sollte ausreichend Platz eingeplant werden. Quelle: alhim - stock.adobe.com
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Hannover

Wasser, Strom, Heizung: Damit kamen Häuser noch vor einigen Jahrzehnten aus. Inzwischen ist die Haustechnik wesentlich komplexer geworden. „Die Palette reicht vom Heizgerät oder der Wärmepumpe bis zum Fotovoltaikkollektor, von der Badewanne bis zur Küchenarmatur und von der Entlüftung des innenliegenden Bades bis zur kontrollierten Wohnraumbelüftung“, sagt Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZSHK).

Technikbedarf: Im Laufe der Jahre verdreifacht

Auch Smarthome-Anwendungen oder Kaminöfen zählten zur Haustechnik, ergänzt Andreas Lang, Obermeister beim SHK-Fachverband Sachsen: „Es sind definitiv mehr Geräte geworden, der Technikbedarf hat sich fast verdreifacht“, betont er. Grund dafür seien gestiegene Komfortansprüche und höhere Anforderungen etwa durch die Energieeinsparverordnung (ENEV), sagt Ebisch. Und Erik Debertshäuser, Geschäftsführer des SHK-Fachverbandes Brandenburg, erklärt: „Die Geräte werden zwar immer kompakter, die Technik jedoch immer komplexer.“ Außerdem werden für Heizsysteme wie Solarthermie große Pufferspeicher benötigt, die mehr als 1000 Liter fassen können.

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Haustechnik muss genug Platz eingeräumt werden

Debertshäuser weist deshalb darauf hin, dass der Haustechnik genügend Platz eingeräumt werden müsse: Minimum seien sechs Quadratmeter, in der Regel würden um die zehn Quadratmeter Fläche benötigt. Seiner Erfahrung nach wird für die Haustechnik aber oft zu wenig Raum eingeplant. Nicht selten werde sie zudem in irgendwelchen Nischen versteckt – etwa unter der Treppe oder der Dachschräge. Dann sei es für Handwerker schwer, die Geräte dort zu montieren. Er plädiert deshalb dafür, bei der Planung eines Hauses die ausführenden Handwerksbetriebe einzubeziehen: „Architektur und Anlagentechnik müssen Hand in Hand gehen“, so Debertshäuser.

Experten raten zu einem Haustechnik-Raum

Zwar können einzelne technische Geräte übers Haus verteilt werden, und der Trend geht zu kleinen Objekten, die an der Wand hängen. Lang hält dennoch einen separaten Raum für die Haustechnik für ratsam. Der könne sich sowohl im Keller als auch im Erdgeschoss oder auf dem Dachboden befinden. Für den Keller spricht, dass für die Haustechnik keine potenzielle Wohnfläche verbraucht wird. Außerdem sind dort Geräte, die Geräusche und Schwingungen verursachen, weniger störend. Allerdings werden viele Häuser aus Kostengründen mit Bodenplatte statt mit Keller gebaut.

Manchmal sei es ratsam, die Haustechnik unter dem Dach unterzubringen – zum Beispiel in Hochwassergebieten, erläutert Ebisch. Auch eine Kombination mit Waschmaschine und Trockner in einer Art Hauswirtschaftsraum sei denkbar. Räume mit Zählern und Anschlüssen etwa für Strom, Gas und Wasser müssen der DIN 18012 genügen.

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Ein Technikraum muss gut geplant sein

In einem Technikraum sind meist die zentralen Geräte und Speicher untergebracht. Von hier aus verzweigen sich Rohre und Leitungen. Die sollten laut Obermeister Lang ebenfalls rechtzeitig geplant werden – das gilt insbesondere für Flächenheizungen und Wohnraumbelüftungsanlagen, die oft auch Wärme zurückgewinnen und im Sommer kühlen können. Dafür sind in der Regel passende Bodenaufbauten und Deckenabhängungen erforderlich. „Die Leitungen will ja schließlich niemand sehen“, betont Debertshäuser.

Während in Neubauten die Haustechnik frühzeitig und effizient geplant werden könne, sei die Situation im Bestand wesentlich schwieriger, führt er weiter aus: „Dafür existieren oft nicht einmal Pläne. Der Handwerker muss in dem Fall erst einmal ordentliche Aufmaße machen.“ Bauherren, die umbauen oder modernisieren, sollten deshalb zusätzliche Ausgaben einplanen.

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Von Sebastian Hoff/RND

Der Artikel "Geräte brauchen Platz: Raum für mehr Haustechnik" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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