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Bauen & Wohnen Das Lagerfeuer hinter Glas: Öfen und Kamine für den Wohnraum
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07:19 29.10.2019
Auch Kachelöfen werden nach den persönlichen Wünschen des Kunden von einem Ofenbauer errichtet. Quelle: HKI/dpa-tmn
Sankt Augustin/Frankfurt

Ein prasselndes Feuer im Kamin schafft Behaglichkeit. Der Feuerschein im Dunkeln beruhigt und kann Menschen zusammenbringen. Besonders im Herbst und Winter liebäugeln viele Hausbesitzer immer mal wieder mit dem Einbau so einer Feuerstätte im Wohnzimmer. Experten erklären, was dafür nötig ist.

Ist der Einbau in jedem Haus möglich?

Dafür braucht es einen Schornstein. Gibt es ihn schon am Haus, muss darauf geachtet werden, dass er ausreichend groß ist für die gewählte Feuerstätte. "Passt ein alter Schornstein nicht zur neuen Feuerstätte, gibt es in einem bestimmten Rahmen auch die Möglichkeit, den Schornstein anzupassen, zum Beispiel indem ein Stahlrohr in einen alten gemauerten Schornstein eingezogen wird", erklärt Tim Froitzheim vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Sankt Augustin.

Wichtig ist, dass der Ofen zum Querschnitt des Schornsteins passt und die Höhe stimmt. "Wie hoch der Schornstein sein muss, wird auch vom jeweiligen Umfeld bestimmt", erklärt Alexis Gula vom Bundesverband des Deutschen Schornsteinfegerhandwerks. Um die Nachbarn vor Rauch zu schützen, muss die Abgasmündung mindestens 15 Meter von deren Fenstern oder deren Dachaufbau entfernt sein. "Ist das nicht der Fall, muss der Schornstein das Fenster oder den Dachaufbau mindestens um einen Meter überragen", so Gula.

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Wo im Haus sollte ein Ofen stehen?

Das muss nicht direkt am Schornstein sein - aber je näher desto besser, erklärt Rolf Heinen vom Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik (HKI) in Frankfurt. "Es macht keinen Sinn, das Ofenrohr quer durch das Wohnzimmer zu verlegen." Das wäre auch schlecht für den Schornstein. "Eine kurze Strecke ist aber kein Problem", ergänzt Gula. So lassen sich die Öfen auch nicht nur direkt an der Wand, sondern auch mitten im Raum aufstellen.

Welche Ofen-Varianten gibt es?

Kaminöfen aus Stahl oder Gusseisen sind laut HKI die am weitesten verbreiteten Heizgeräte. Sie haben eine Sichtscheibe, die den Blick auf die Flammen freigibt. Diese Öfen werden schnell warm und heizen über die Luftströme den Raum. Es gibt sie in vielen Designs, von rustikal bis zeitlos-elegant.

Individueller sind Kachelöfen. Sie werden nach den persönlichen Wünschen des Kunden von einem Ofenbauer errichtet. Typisch für diese Öfen ist die Kombination eines großen Feuerraumes mit einer relativ kleinen Sichtscheibe, so dass wenig Wärme direkt in den Raum strahlt, sondern ein Wärmespeicher gefüllt wird. So gibt er über lange Zeit Wärme ab. Außerdem toll: Sitzflächen direkt auf oder am Ofen.

Die dritte Variante, der Heizkamin, verfügt über einen Heizeinsatz aus Gusseisen oder Stahl. Er heizt gut, soll aber auch das Erlebnis Feuer vermitteln. Deshalb hat er mindestens eine große Sichtscheibe, so dass der Blick auf das Feuer genossen werden kann. Er ist damit die effiziente Weiterentwicklung des offenen Kamins.

Mit welchen Brennstoffen dürfen Öfen und Kamine betrieben werden?

Geheizt wird klassischerweise mit Holz, aber auch Pellets oder Briketts werden gern verwendet. Das kann man aber nicht einfach so entscheiden - die Feuerstätte muss für den jeweiligen Brennstoff ausgelegt sein. Außerdem wichtig: "Das Holz darf nicht mehr als 25 Prozent Restfeuchte haben und muss mindestens zwei Jahre lang gelagert worden sein", betont Gula.

Bestehen Gesundheitsgefahren durch Öfen und Kamine?

Wenn Öfen und Kamine ordnungsgemäß installiert und betrieben werden, sind es sichere Anlagen.

Alexis Gula vom Bundesverband des Deutschen Schornsteinfegerhandwerks

"Wenn sie ordnungsgemäß installiert und betrieben werden, sind es sichere Anlagen", sagt Gula. Die meisten Räume sind groß genug, sodass genügend Verbrennungsluft zur Verfügung steht. "Aber der sogenannte Verdünnungsraum wird knapp, wenn die Luft noch von anderen Geräten wie Dunstabzugshauben, einem Wäschetrockner mit Abluft-Technik oder der kontrollierten Wohnungslüftung entzogen wird."

Hier sind Sicherungseinrichtungen vorgeschrieben, die im Notfall einspringen - etwa Kontaktschalter für die Fenster oder Differenzdruckwächter. "Wer ganz sicher sein will, kann sich für wenig Geld einen CO-Melder anschaffen. Der ersetzt zwar keine professionelle turnusmäßige Überprüfung oder Wartung, warnt aber, wenn der CO-Gehalt in der Raumluft gefährlich ansteigt", rät Gula.

Davon nicht betroffen sind sogenannte raumluftunabhängige Feuerstätten, die eine Zertifizierung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) erhalten haben. Wo Feuer im Spiel ist, steigt natürlich auch die Brandgefahr. Der Ofen sollte nicht in der Nähe von brennbaren Stoffen wie Vorhängen, Möbeln oder Teppichen stehen. Die notwendigen Sicherheitsabstände finden Besitzer auf Hinweistafeln auf dem Gerät und in der zugehörigen Aufstellanleitung. Bei Fußböden aus Holz lohnt sich eine metallische Bodenplatte vor dem Kamin.

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RND/dpa

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