Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Rechtstipp Radler haftet nach Unfall mit Hund auf Geh- und Radweg mit
Mehr Auto & Verkehr Rechtstipp Radler haftet nach Unfall mit Hund auf Geh- und Radweg mit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 13.02.2020
Auf kombinierten Geh- und Radwegen müssen Radler hingegen jede Gefährdung der Fußgänger ausschließen. Daher haften sie bei einem Unfall mit, wenn ihnen ein Hund vors Rad läuft. Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB
Hamm

Wenn ein Hund auf einem kombinierten Geh- und Radweg einen Fahrradunfall verursacht, kann die Hundehaftpflichtversicherung greifen. Allerdings haben Radler auf solchen Wegen keinen Vorrang und müssen besonders rücksichtsvoll fahren. Anderenfalls haften sie nach ihrem Sturz mit. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm (Az.: I-9 U 37/18), auf das der ADAC hinweist.

Im verhandelten Fall ging es um vier Menschen, die auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg liefen und einen nicht angeleinten Hund bei sich hatten. An die Gruppe fuhren von hinten zwei Radler heran. Als die Radler auf gleicher Höhe fuhren, wechselte der Hund von der rechten auf die linke Seite des Weges. Eine Radlerin kollidierte mit dem Tier und zog sich beim Sturz nicht unerhebliche Verletzungen zu.

Die Frau forderte von der Hundehaftpflichtversicherung Schadenersatz und Schmerzensgeld. Diese zahlte vorgerichtlich 2000 Euro. Damit war die Geschädigte aber nicht einverstanden und ging vor Gericht.

Dieses wies die Klage jedoch ab mit der Begründung, es habe gar keine tiertypische Gefahr vorgelegen, denn auch Menschen bewegten sich von rechts nach links. Die Radlerin legte Berufung ein und hatte damit zum Teil Erfolg.

Tiertypische Gefahr oder nicht?

Denn das OLG sah es als erwiesen an, dass die Laufbewegung des Hundes für die Kollision ursächlich war. Der nicht angeleinte Hund sei allein und aus freiem Antrieb von der rechten auf die linke Seite gewechselt, wo sich eine Grünfläche befand. Möglicherweise hatte er dort sein Geschäft verrichten wollen oder ein Kaninchen erspäht. Darin sei eine tiertypische Gefahr zu sehen, so das Gericht.

Allerdings musste die Radlerin mithaften. Denn sie sei zu eng an der Gruppe mit Hund vorbeigefahren und hatte auch nicht geklingelt. Fußgänger dürfen auf solchen Wegen die gesamte Breite nutzen. Radler hingegen müssen jede Gefährdung der Fußgänger ausschließen.

Das Heranfahren an die Gruppe sei eine unklare Situation gewesen, so das OLG. Die Radlerin hätte auf sich aufmerksam machen und klingeln müssen oder mit Schritttempo fahren sollen. Da beides unterblieb, übertrug ihr das Gericht ein Mitverschuldensanteil von einen Drittel.

dpa

Abgebrochene Äste oder herunterfallende Dachziegel können bei einem Sturm starke Schäden am Auto verursachen. Was, wenn Autofahrer in so einem Fall keine Voll- und Teilkaskoversicherung haben?

10.02.2020

Zugausfälle und Verspätungen: Wenn ein Sturm den Bahnverkehr durcheinanderwirbelt, sorgt das bei Fahrgästen für Frust. Auch in diesem Fall greifen die Fahrgastrechte. Aber dürfen Berufstätige wegen eines Sturms zu Hause bleiben? Wie sind die Regeln?

07.02.2020

Für Autofahrer kann ein Rotlichtverstoß teuer werden: Punkte und ein Fahrverbot sind mögliche Folgen. Aber darf die Polizei wirklich mit dem Handy messen, wie lange eine Ampel bereits Rot gezeigt hat?

31.01.2020