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Autotest Drei elektrische Varianten: Unterwegs im neuen Kia Niro
Mehr Auto & Verkehr Autotest Drei elektrische Varianten: Unterwegs im neuen Kia Niro
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04:18 03.08.2022
Hybrid, Plug-in oder Vollstromer? Beim neuen Kia Niro können sich Kunden zwischen drei elektrischen Varianten entscheiden. Als reinen Verbrenner gibt es ihn nicht mehr.
Hybrid, Plug-in oder Vollstromer? Beim neuen Kia Niro können sich Kunden zwischen drei elektrischen Varianten entscheiden. Als reinen Verbrenner gibt es ihn nicht mehr. Quelle: Kia Motors Corporation/dpa-mag
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Berlin (dpa-infocom)

Die Elektromobilität ist wohl nicht mehr aufzuhalten. Doch wie schnell sie kommt und wann sich für wen der Umstieg lohnt, steht noch nicht fest. Deshalb setzt Kia beim neuen Niro nicht alles auf eine Karte, sondern hält sich mehrere Optionen offen.

Als klassischen Verbrenner gibt es den kompakten SUV zwar nicht mehr. Doch wenn der Konkurrent von VW T-Rock oder Opel Mokka in diesem Sommer in den Handel kommt, dann haben die Kunden zumindest die Wahl zwischen drei unterschiedlichen Stufen der Elektrifizierung. Denn neben der reinen E-Version für aktuell 47.590 Euro gibt es den Niro auch als Hybrid mit und ohne Ladeanschluss. Diese beiden Teilzeitstromer kosten in der weniger gut ausgestatteten Grundversion 30.690 oder 36.690 Euro.

Aerodynamik zum Hingucken

Von außen sieht man dem Niro kaum an, mit welchem Antrieb er unterwegs ist. Lediglich der Kühlergrill, die Ladeklappe und natürlich das E im Kennzeichen deuten darauf hin. Dafür ist der Unterschied zum Vorgänger umso größer. Schließlich streckt sich der kleine Crossover auf 4,42 Meter und hat jetzt 2,72 Meter Radstand. Für mehr Wiedererkennungswert und eine verbesserte Aerodynamik bekommt er zudem eine auffällige C-Säule. Das Blech zwischen Tür und Kofferraum ist in Kontrastfarben lackiert und liegt nicht mehr direkt an der Karosserie an. Dieses «Airblade» genannte Bauteil wird somit durchströmt und soll den Luftwiderstand senken. Das drückt den Verbrauch der Hybriden auf 3,4 oder 1,3 Liter (CO2-Ausstoß 79 und 29 g/km) und erhöht die Reichweite des Niro-EV auf immerhin 460 Kilometer.

Innen geht es bei allen Varianten geräumig zu. Dank der drei Zentimeter mehr Radstand und den sieben Zentimetern mehr Länge gewinnt vor allem die zweite Reihe und der Kofferraum an Platz. Bei den Hybriden sind es bis zu 451 und beim E-Modell gar 475 Liter für Gepäck. Die digitalen Instrumente, zu denen auch eine doppelt belegte Touchleiste zählt, findet man so ähnlich bereits im Technologieträger EV6. Außerdem gibt es auf Wunsch bequeme Ruhesessel, eine bunte Ambientebeleuchtung oder ein Head-Up-Dispaly.

Immer elektrisch unterwegs

Elektrisch fahren kann man mit allem drei Niro-Varianten. Doch die 32 kW/43 PS starke E-Maschine im Hybrid hat nur mäßiges Temperament und übergibt nach spätestens zwei Kilometern den Dienst an den gerade mal 77 kW/105 PS starken Benziner. Der PHEV performt schon besser: Mit einem 62 kW/84 PS starken E-Motor steigt die Systemleistung auf 135 kW/183 PS und die 11 KWh große Batterie schafft bis zu 65 Kilometer im elektrischen-Betrieb.

Die schon bislang erfolgreichste Variante ist aber der e-Niro, der künftig als Niro EV verkauft wird. Er hat eine 150 kW/204 PS starke Maschine im Bug, über der sogar noch Platz für einen «Frunk» mit 20 Litern Fassungsvermögen bleibt. Den Strom liefert ein Akku mit 64,8 kWh. Wie die meisten Elektroautos fährt der EV engagiert und leise. Aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt er in 7,8 Sekunden und mit 167 km/h ist er nicht langsamer als die etwas konventionellen Baureihen-Brüder. Zudem lässt sich die Rekuperation so einstellen, dass man die mechanische Bremse kaum braucht.

Beim Laden verblasst der Glanz

Bis dahin macht der elektrische Kia seine Sache also ausgesprochen gut. Und dass man die Batterie auch für sein E-Bike, das Camping-Wochenende oder das Werkzeug im Schrebergarten anzapfen kann, ist in dieser Klasse längst nicht selbstverständlich. Doch an der Ladesäule verblasst der Glanz ein wenig. Denn statt mit hohen dreistelligen Werten zieht der Kia den Strom nur mit maximal 80 kW und verlangt den Kunden so mehr Geduld ab als die Konkurrenz. Wem die 45 Minuten zu lang sind, die der Akku für den Sprung von 10 auf 80 Prozent Füllstand bestenfalls benötigt, der wird mit einem der beiden Hybride wohl besser dran sein. Schließlich sind sie schon in wenigen Minuten wieder abfahrbereit.

Fazit: Gute Wahl für Umsteiger

Er sieht frisch aus, ist modern eingerichtet, lässt bei Assistenz und Ausstattung nichts vermissen und wahrt beim Antrieb die viel beschworene Technologie-Offenheit: So erlaubt der Niro jedem Kunden sein ganz eigenes Tempo auf dem Weg in die Elektromobilität und erweist sich damit als ideale Lösung für Umsteiger.

Datenblatt: Kia Niro EV

Motor und Antrieb

Elektroantrieb

Max. Leistung:

150 kW/204 PS

Max. Drehmoment:

255 Nm

Antrieb:

Frontantrieb

Getriebe:

Eingang-Getriebe

Maße und Gewichte

Länge:

4420 mm

Breite:

1825 mm

Höhe:

1570 mm

Radstand:

2720 mm

Leergewicht:

1757 kg

Zuladung:

443 kg

Kofferraumvolumen:

475 Liter

Fahrdaten:

Höchstgeschwindigkeit:

167 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h:

7,8 s

Durchschnittsverbrauch:

16,2 kWh/100 km

Reichweite:

460 km

Batteriekapazität:

64,8 kWh

CO2-Emission:

0 g/km

Kraftstoff:

Strom

Schadstoffklasse:

k.A.

Effizienzklasse:

A+++

Kosten:

Basispreis der Modellreihe (Niro Hybrid):

30.690 Euro

Grundpreis des Niro EV:

47.590 Euro

Typklassen:

k.A.

Kfz-Steuer:

0 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung:

Sicherheit:

Acht Airbags, Tempomat, Spurhalte-Assistent

Komfort:

Klimaanlage, Touchpad-Bedienung, Head-Up-Display

Alle Daten laut Hersteller