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10:14 23.01.2019
Würde ein Tempolimit die Zahl der Verkehrstoten senken? Der ADAC hält einen Einfluss genereller Tempobegrenzungen auf die Unfallzahlen für nicht erwiesen. Quelle: Sebastian Gollnow
Goslar

In Deutschland wird seit Jahrzehnten über ein Tempolimit auf den Straßen gestritten. Aktuell in der Diskussion: eine generelle, nicht nur abschnittsweise Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen - mit Argumenten dafür und dagegen. Ein Faktencheck.

1. Behauptung: Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen lässt die Zahl der Verkehrstoten sinken.

Bewerung: Das ist schwer einzuschätzen. Autobahnen gelten heute schon als die sichersten Straßen in Deutschland, obwohl sie die am meisten befahrenen Strecken sind. Manche Experten versprechen sich von einem Tempolimit weniger schwere Unfälle.

Fakten: Autobahnen sind bezogen auf die gefahrenen Kilometer die sichersten Straßen. 2017 legten Kraftfahrzeuge nach Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen etwa ein Drittel ihrer Strecke auf Autobahnen zurück. Aber nur jeder achte Verkehrstote (12,9 Prozent) entfiel auf eine Autobahn. Von den 409 Menschen, die hier starben, wurden 181 bei Unfällen getötet, bei denen Autofahrer die Höchstgeschwindigkeit überschritten hatten oder für die Straßen- oder Witterungsverhältnisse zu schnell gefahren waren.

Eine vom Potsdamer Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung 2007 veröffentlichte

Studie für Brandenburg ergab, dass dort, wo in dem Bundesland Tempolimits eingeführt wurden, die Zahl der Unfälle, Getöteten und Verletzten deutlich zurückging. Der ADAC hält einen Einfluss genereller Tempobegrenzungen auf die Unfallzahlen gleichwohl für nicht erwiesen. Er setzt auf flexible Höchstgrenzen, die den aktuellen Bedingungen auf der Straße angepasst sind, damit der Verkehr gut fließt.

2. Behauptung: Geschwindigkeitsbegrenzungen tragen zum Klimaschutz bei.

Bewertung: Unbestritten ist, dass der Ausstoß klimaschädlicher Gase zurückgeht. Es gibt unterschiedliche Auffassungen, ob dies ein generelles Tempolimit auf Autobahnen rechtfertigt.

Fakten: Nach Angaben des

Statistischen Bundesamtes war der Autoverkehr in Deutschland 2017 für die Emission von 115 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) verantwortlich. Im Vergleich zum Jahr 2010 war das ein Plus von sechs Prozent. Grund sind mehr Autos, höhere Fahrleistungen und immer stärkere Motoren.

Eine Studie des Umweltbundesamtes, die allerdings aus dem Jahr 1999 stammt, kam zu dem Ergebnis, dass sich durch ein allgemeines Tempolimit von 120 km/h der Stickstoffausstoß durch Pkw auf Autobahnen um 16 Prozent verringern würde. Beim CO2 wäre es ein Rückgang um 9 Prozent. Bezogen auf den gesamten Straßenverkehr wären es der Studie zufolge allerdings nur jeweils 2 Prozent. Das ist nach dem Urteil des

ADAC nicht maßgeblich. Der Pkw-Verkehr insgesamt verursache etwa 13 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland. Die Einsparungen würden somit national kaum ins Gewicht fallen.

dpa

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