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Marburg Zwei weitere Rohbauten stehen
Marburg Zwei weitere Rohbauten stehen
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08:00 28.12.2020
Blick in die Zukunft: So sollen das Seminargebäude (vorne rechts im Bild; Klinkeroberfläche) und das Bildarchiv Foto Marburg DDK (Bildmitte; weiße Oberfläche) nach ihrer Fertigstellung aussehen. Links im Bild ist der Neubau Deutscher Sprachatlas zu sehen. Quelle: Dichter Architektur
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Marburg

Das Bildarchiv – offizieller Name ist Forschungszentrum Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – ist mit etwa 1,7 Millionen Aufnahmen eines der größten Bildarchive zur europäischen Kunst und Architektur. Die Mitarbeiter des deutschlandweit einzigartigen Bildarchivs sollen dort künftig auf gut 2.500 Quadratmetern eine neue berufliche Heimat finden.

In unmittelbarer Nachbarschaft konnten auf dem Campus auch die Rohbauarbeiten am neuen Seminargebäude beendet werden. Das neue Seminargebäude wird nach seiner Fertigstellung acht Seminarräume für jeweils 60 bis 100 Personen beherbergen und soll schon im Wintersemester kommenden Jahres bezugsfertig werden. Die Fertigstellung der Neubauten ist für Ende 2021 geplant. Mit der Projektleitung ist der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH, früher Staatsbauamt) beauftragt.

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Corona-bedingt fand das sonst zur Fertigstellung des Rohbaus übliche Richtfest nicht statt. Stattdessen informierten der hessische Finanzminister Michael Boddenberg (CDU), Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne), LBIH-Chef Thomas Platte und Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause in einer gemeinsamen Pressemitteilung über die Baufortschritte.

Auf dem ehemaligen Gelände der Brauerei direkt gegenüber dem Pilgrimstein-Parkhaus war zunächst schon das Gebäude für das Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas errichtet worden. Nun komplettieren noch zwei weitere Gebäude die Bebauung. „Die beiden Bauten stellen einen großen Gewinn für die Universität dar“, sagte die Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Die Wissenslandschaft auf dem Campus Firmanei werde durch die Ansiedlung der international bedeutsamen kunsthistorischen Institution, des DDK, bereichert. Zudem erhofft sich die Präsidentin vom Seminargebäude eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für Studierende und Lehrende

Förderung: 9,3 Millionen Euro

Der viergeschossige Neubau für das Forschungszentrum soll neben den Archiven und Laboren auch Fotowerkstätten, Seminarräume und Büros sowie einen Tagungssaal umfassen, betonte Boddenberg. Aufgrund seiner nationalen Bedeutung werde der Neubau durch den Bund mit 9,3 Millionen Euro gefördert. Das sind rund 50 Prozent der Baukosten für das Archivgebäude, das inklusive der Ausstattung rund 22 Millionen Euro kosten soll. Zusätzliche zehn Millionen Euro kostet das Seminargebäude.

„Die Basis des Erfolgs in Forschung und Bildung ist eine gute Infrastruktur“, sagte Wissenschaftsministerin Dorn. „Deshalb schenken wir dem Hochschulbau ein besonderes Augenmerk und setzen an jedem Standort auf ein bauliches Gesamtkonzept. Gerade an der Universität Marburg gibt es viele alte, teils denkmalgeschützte Gebäude, deshalb wird sie in der nächsten Stufe des Hochschulbauprogramms Heureka besonders berücksichtigt. Anlässlich der 500-Jahr-Feier im Jahr 2027 sollen auch Neubauten wie die am Campus Firmanei das architektonische Gesamtbild der Philipps-Universität als eines qualitätsvollen Ortes von Lehre und Forschung bereichern. Der Errichtung der beiden Bauten war im Jahr 2016 ein Architekturwettbewerb vorausgegangen, den das Berliner Büro Dichter Architektur für sich entscheiden konnte. Sein Entwurf fasst die beiden in Größe und Nutzung sehr unterschiedlichen Gebäude zu einem Ensemble mit Innenhof zusammen.

von Manfred Hitzeroth

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