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Marburg Zwei Klinikmitarbeiter erkrankt
Marburg Zwei Klinikmitarbeiter erkrankt
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12:56 28.04.2020
Die Mitarbeiterin eines Labors bereitet Proben von Menschen mit Covid-19-Verdacht für die weitere Analyse vor. Quelle: Sven Hoppe/dpa/Archiv
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Marburg

Es ist ein Zufall, dass zwei Meldungen über Infizierte mit dem Coronavirus im Zusammenhang mit Rehabilitationskliniken, eine davon im Landkreis Marburg-Biedenkopf, stehen, erklärt Stephan Schienbein.

Laut dem Pressesprecher des Landkreises starb ein 68-jähriger Mann aus diesem Landkreis in einer Rehaklinik außerhalb des Kreisgebietes. Dorthin wurde der 68-Jährige nach überstandener Corona-Infektion verlegt (die OP berichtete).

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Den Angaben von Schienbein zufolge hatte der Patient zuvor eine Infektion mit dem Coronavirus, wegen der er schon stationär und auch intensivmedizinisch behandelt wurde, überstanden. Auf dem Weg der Besserung und nach negativen Testergebnissen folgte der Transport in eine Rehaklinik. Dort traten dann plötzlich akute Komplikationen auf, an deren Folgen der Mann starb.

Name des Hauses bleibt geheim

Ob ein Zusammenhang zwischen dem akut schlechter werdenden Gesundheitszustand und der vorherigen offenbar überstandenen Infektion mit dem Coronavirus besteht, werde untersucht. Ergebnisse sind im Laufe dieser Woche zu erwarten, ergänzt Schienbein.

Ein weiterer Fall, der eine Rehaklinik betrifft, beschäftigt derzeit die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes des Kreises. Entgegen einem anders lautenden Bericht einer Tageszeitung bestätigt Schienbein nur, dass es sich um ein Haus im Landkreis Marburg-Biedenkopf handelt. Darin befand sich offenbar ein Patient, der an Covid-19 erkrankt war, was sich aber erst nach dessen Aufenthalt in der Rehaklinik herausstellte.

Patient hatte keine Symptome

Daraufhin ergaben vom Gesundheitsamt veranlasste Tests bei 60 Patienten und den Mitarbeitern des Hauses, dass zwei Mitglieder des medizinischen Personals infiziert sind. Der die Untersuchung auslösende ehemalige Patient befand sich nach seiner Anschlussbehandlung in der Rehaklinik in einem Krankenhaus außerhalb des Landkreises, wo Ärzte die Corona-Infektion feststellten.

Während des Aufenthaltes in der Rehaklinik habe der Patient keine Symptome aufgewiesen, die auf eine Corona-Infektion hinwiesen, erklärt Schienbein. Sofort nach dem Bekanntwerden habe das Gesundheitsamt die umfangreichen Untersuchungen veranlasst.

Zwei Ausnahmegenehmigungen

Die beiden positiv getesteten Mitarbeiter der Rehaklinik befänden sich in häuslicher Quarantäne, erklärt Schienbein – ebenso wie vorsichtshalber auch neun weitere Kontaktpersonen, nämlich acht Klinikmitarbeiter und ein Patient.

Für zwei weitere Angestellte der Klinik stimmte das Gesundheitsamt einem zulässigen Ausnahmeantrag für dienstliche Tätigkeiten zu, da diese nicht in der Patientenversorgung tätig sind, erklärt der Pressesprecher des Landkreises.

Überdies liefen noch Nachforschungen über den Patienten, bei dem die Corona-Infektion nach seinem Aufenthalt im Landkreis nachgewiesen wurde.

Von Gianfranco Fain

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