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Marburg Ostern fast wie vor der Pandemie
Marburg Ostern fast wie vor der Pandemie
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18:00 14.04.2022
Karfreitagsgottesdienst bei Tabor vor der Corona-Pandemie.
Karfreitagsgottesdienst bei Tabor vor der Corona-Pandemie. Quelle: Archivfoto: Nadine Weigel
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Marburg

Karfreitag und Ostern, das Gedenken an den Tod und die Auferstehung Jesu, sind für Christinnen und Christen hohe Festtage. Doch in den vergangenen beiden Jahren waren auch Gottesdienste an den Feiertagen nur mit starken Einschränkungen möglich – zum Beispiel wegen der Abstandsregeln. In diesem Jahr werden die Kirchen an den Feiertagen wohl wieder etwas voller sein und es wird wieder mehr musikalisch gestaltete Gottesdienste geben.

Zwar ist die Pandemie noch nicht zu Ende, aber seit Anfang April sind die meisten staatlichen Corona-Beschränkungen aufgehoben. Die großen Kirchen setzen dennoch weiterhin auf Vorsicht, damit die Gläubigen ohne Angst in die Gottesdienste gehen können, berichteten sie auf OP-Anfrage. Bisher hatten sich die katholischen und evangelischen Kirchen an der Corona-Verordnung des Landes orientiert.

Neue Verordnung

Seit 2. April gilt eine neue Verordnung, und darin setze die Landesregierung auf eigenverantwortliches Handeln, sagte der Propst des evangelischen Sprengels Marburg, Dr. Volker Mantey. „Wir als Kirche rufen weiterhin zur Vorsicht auf“, fügte er hinzu. Dazu gehöre zum Beispiel, beim Gesang FFP2-Masken zu tragen und eventuell Abstand zu halten. Besonders bei gut besuchten Gottesdiensten könne es auch eine 3G-Regel geben (Einlass für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete).

Über die konkreten Regeln entscheiden die einzelnen Kirchengemeinden selbst – schließlich wüssten sie zum Beispiel über die Raumgröße am besten Bescheid, erklärte der Propst. „Die Kirchengemeinden handeln sehr verantwortlich“, betonte Mantey. Auch in der Katholischen Kirche entscheiden die einzelnen Kirchengemeinden selbst – und auch dort gilt die Empfehlung, weiterhin vorsichtig zu sein. „Wir wissen, dass es die Leute sehr schätzen, in einen Raum zu kommen, wo sie geschützt sind“, erklärte Dechant Franz Langstein. Schließlich sei die Inzidenz immer noch hoch.

In der Kugelkirche St. Johannes Evangelist, wo er selbst Pfarrer ist, hat Langstein empfohlen, weiterhin Masken während des Gottesdienstes zu tragen, und so aufeinander zu achten. Am Palmsonntag hätten das auch alle getan, berichtete er. Durch den Wegfall der Abstandspflicht könnten wieder deutlich mehr Menschen zum Gottesdienst kommen, ohne dass sie sich anmelden oder Angst haben müssten, weggeschickt zu werden. In einem kleinen Teil der Kirche seien aber weiterhin größere Abstände zwischen den Plätzen – für Menschen, die darauf Wert legen.

Wieder in der Stadthalle

Eine der größten christlichen Veranstaltungen an den Feiertagen, die Feierstunde zum Karfreitag der Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor, findet in diesem Jahr erstmals seit Beginn der Pandemie wieder in der Stadthalle statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Einlass erfolgt aber nach der 3G-Regel und die Besucherinnen und Besucher werden gebeten, eine medizinische Maske zu tragen. In den vergangenen Jahren seien zu der Feierstunde bis zu 800 Menschen gekommen, berichtete die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Esther Ndimande. „Wir wissen nicht, wie es dieses Jahr aussieht, weil Corona eine Pause reingesetzt hat“, fügte sie hinzu. Parallel werde es einen Livestream geben, um Menschen die Möglichkeit zu geben, von zuhause teilzunehmen. Auch in den katholischen und evangelischen Kirchen gibt es weiterhin digitale Angebote für Gläubige, die zum Beispiel in Quarantäne sind oder aus Angst vor einer Corona-Infektion lieber zuhause bleiben. Beispielsweise werde am Ostersonntag um 11 Uhr der Gottesdienst aus der Kugelkirche übertragen, sagte Dechant Langstein.

„Viele Gemeinden sind technisch so ausgestattet, dass sie die Gottesdienste streamen können“, berichtete Propst Mantey über die Evangelische Kirche. Zum Teil gebe es sogar die Möglichkeit, Gottesdienste direkt auf Fernseher in Alten- und Pflegeheimen zu übertragen. Auch die geistlichen Impulse von Pfarrerinnen und Pfarrern auf Facebook oder Instagram gebe es nach wie vor. „Ich wünsche mir, dass das auch so bleibt, weil wir in der Corona-Pandemie entdeckt haben, wie gut die Menschen auf digitalem Wege erreichbar sind“, sagte Mantey.

Gottesdienste an Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern

Von Gründonnerstag bis Ostermontag gibt es zahlreiche kirchliche Angebote. Eine Auswahl:

Gründonnerstag: Evangelische Gottesdienste in Elisabethenhof (16 Uhr), Lukaskirche (18 Uhr), Matthäus-, Markus-, Emmaus- und Universitätskirche (19 Uhr) sowie Elisabethkirche (20 Uhr). Bluechurch-Jazzgottesdienst in der Pfarrkirche um 21 Uhr. In der Kirche in Elnhausen findet um 19 Uhr ein kirchspielübergreifender Abendmahlsgottesdienst statt. Katholische Gottesdienste: 17.30 Uhr mit Abendmahl für Kinder in St. Johannes; Abendmahlsmesse mit anschließender stiller Anbetung in St. Peter und Paul sowie St. Franziskus (19 Uhr), St. Johannes und Liebfrauen (19.30 Uhr).

Karfreitag: Evangelische Gottesdienste um 9.30 Uhr in der Lukaskirche, um 10 Uhr in der Elisabethkirche (Propst Dr. Mantey mit Musik „Stabat Mater“), Pfarrkirche und Markuskirche, um 10.45 Uhr in der Pauluskirche, um 11 Uhr in der Thomas- und Universitätskirche. Andacht zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr in der Elisabethkirche und im Missionshaus, ebenfalls um 15 Uhr Feier der Passion in der Universitätskirche und Szenische Lesung der Passionsgeschichte nach Johannes in der Matthäuskirche. Kreuzweg von der Kirche in Elnhausen ab 15 Uhr über den Stöckelsbergweg und die Dilschhäuser Straße. Katholische Kirche: 10 Uhr Kreuzweg Liebfrauen, 11 Uhr Kinderkreuzweg St. Johannes und Familienkreuzweg St. Franziskus, 15 Uhr Karfreitagsliturgie St. Johannes, St. Peter und Paul, Liebfrauen und St. Franziskus. Feierstunde „Gott: Für uns“ der Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor mit Professor Dr. Dr. Roland Werner und dem Sarah Kaiser Trio im Erwin-Piscator-Haus ab 15 Uhr (3G-Regel und medizinische Maske) und auf tabor.de/karfreitag als Livestream.

Karsamstag: Evangelische Wochenschlussandacht in der Universitätskirche um 17 Uhr, Osternacht in der Elisabethkirche um 23 Uhr. Der Verein Elisabethpfad lädt zu einem Pilgerweg von Caldern zur Osternachtfeier in der Elisabethkirche ein. Der etwa 13 Kilometer lange Weg beginnt am Bahnhof in Caldern um 17.45 Uhr. Informationen und Anmeldung unter www.elisabethpfad.de oder Telefon 01 73 / 1 49 80 52. Katholische Feier der Osternacht in St. Franziskus sowie St. Peter und Paul (21 Uhr) und St. Johannes (22 Uhr).

Ostersonntag: Evangelische Osternacht um 5 Uhr in der Pfarrkirche, 5.30 Uhr in der Matthäuskirche, 6 Uhr in der Lukas- und Thomaskirche, 7 Uhr in der Universitätskirche. Gottesdienste um 10 Uhr in der Elisabethkirche (für Kinder und Erwachsene mit Taufe), Markus-, Matthäus- und Pfarrkirche, Telefongottesdienst der Thomaskirche (0 64 21 / 2 94 98 81), Gottesdienst um 10.30 Uhr im Elisabethenhof, um 10.45 Uhr in der Pauluskirche, um 11 Uhr in der Thomaskirche, um 19 Uhr im Missionshaus. Katholische Kirche: Osternachtfeuer 5.30 Uhr Liebfrauen. Der Festgottesdienst an Ostern um 11 Uhr in der Kugelkirche St. Johannes Evangelist wird live im Internet übertragen unter www.st-johannes-marburg.de, außerdem Kinderwortgottesdienst im Kirchensälchen. Weitere katholische Gottesdienste um 8.30 Uhr (St. Peter und Paul), 9.30 Uhr (St. Franziskus), 10 Uhr (St. Peter und Paul, mit Kindergottesdienst), 11.30 (St. Peter und Paul und Wehrda).

Ostermontag: Evangelische Gottesdienste um 10 Uhr in der Elisabethkirche und der Pfarrkirche (mit Musik von Bach), Familiengottesdienst mit anschließender Ostereiersuche um 11 Uhr in der Universitätskirche. Katholische Gottesdienste um 9.30 Uhr (St. Franziskus), 10 Uhr (St. Peter und Paul) sowie 11 Uhr (Liebfrauen und St. Johannes).

Von Stefan Dietrich