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Marburg Zeitung austragen bei der Gassi-Runde
Marburg Zeitung austragen bei der Gassi-Runde
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09:00 07.11.2021
Bilyana Doychinova ist eine von rund 500 Zustellerinnen und Zustellern der Oberhessischen Presse.
Bilyana Doychinova ist eine von rund 500 Zustellerinnen und Zustellern der Oberhessischen Presse. Quelle: Günter Körtner
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Marburg

Es ist noch dunkel, wenn Bilyana Doychinova in diesen Tagen das Haus verlässt. Die Zustellerin der Oberhessischen Presse steht auf, wenn andere noch schlafen. Sie arbeitet bereits, wenn für andere gerade der Wecker klingelt und macht Feierabend, wenn bei vielen der erste Kaffeeduft durch die Küche strömt. Rund 500 Zustellerinnen und Zusteller sorgen an sechs Tagen in der Woche dafür, dass die Abonnentinnen und Abonnenten der Oberhessischen Presse morgens zum ersten Kaffee auch die Tageszeitung auf dem Tisch haben.

Das ist aber in der heutigen Zeit nicht ganz so einfach. „Die aktuell angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt trifft auch unser Unternehmen. Die Suche nach Zustellern gestaltet sich zunehmend schwierig“, berichtet Franziska Wagner, Leiterin Lesermarkt und Marketing bei der HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co KG: „Wir tun unser Möglichstes, um die Zeitungen pünktlich zuzustellen, kommen aber manchmal auch an unsere Grenzen“, betont die Vertriebschefin.

Strukturwandel bei der Zustellung

Das liegt vor allem daran, dass sich die Struktur der Zustellung im Laufe der Zeit gewandelt hat. Ortschaften, in denen keine Stammzusteller für die tägliche Zeitungszustellung gefunden werden konnten, werden durch Kollegen ersetzt, die zumeist schon selbst eigene Verteilgebiete haben. Fällt der Ersatz dann auch noch aus, der eingeplant war, gibt es manchmal keine Kapazitäten mehr für eine Ersatzzustellung.

„Unsere letzte Möglichkeit ist dann, die Zeitung über die Deutsche Post zuzustellen“, erläutert Franziska Wagner. Natürlich bedeute das für die Abonnentinnen und Abonnenten, dass die Zeitung dann nicht auf dem Frühstückstisch liege, sondern häufig erst am Mittag im Briefkasten stecke. „Wir wissen um diese Problematik, können sie manchmal aber nicht umgehen“, betont Wagner und bittet um Verständnis.

Nützliches miteinander verbinden

Eine Lösung sieht Wagner in weiteren Zustellern, die über Anzeigen, über die Arbeitsagentur und das Kreisjobcenter sowie über Ausschreibungen bei Kleinanzeigen gesucht werden. „Wer bei uns Zusteller wird, muss nicht gleich ein Stammgebiet übernehmen, es reicht auch eine Vertretung“, erklärt Wagner und hat direkt ein Beispiel parat: Ein neuer Zusteller-Kollege musste morgens früh schon immer mit seinem Hund raus, bevor er seinen eigentlichen Job antritt. „Nun trägt er bei der Gassi-Runde ein paar Zeitungen aus.“

„Wer also morgens regelmäßig an der frischen Luft unterwegs ist oder es künftig sein will, der kann sich gerne als Zusteller bei uns bewerben“, ergänzt Wagner.

Bezahlt wird das Zeitungstragen selbstverständlich nach dem gesetzlichen Mindestlohn zuzüglich weiterer Gehaltsbestandteile. Auch eine geringfügige Beschäftigung ist möglich.

Wenn Bilyana Doychinova in diesen Tagen wieder nach Hause kommt, ist es meist immer noch dunkel. Im Sommer aber, da sieht die Zustellerin der OP bei ihrer täglichen Runde oft, wie sich die Sonne rot-orange leuchtend über den Horizont schiebt und langsam ihre Wärme verbreitet.

Wenn auch Sie Interesse daran haben, ein Teil unseres Unternehmens zu sein, dann melden Sie sich gerne bei Franziska Wagner unter Telefon 0 64 21 / 409-104 oder per E-Mail an meinezeitung@op-marburg.de

Von Katharina Kaufmann-Hirsch