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Marburg Zeitumstellung nervt die meisten
Marburg Zeitumstellung nervt die meisten
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16:56 26.03.2022
Peter Otto, Hausmeister im Marburger Rathaus, stellt die Uhr.
Peter Otto, Hausmeister im Marburger Rathaus, stellt die Uhr. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Im Frühjahr vor und im Herbst zurück: Die Zeitumstellung ist für die Mehrheit der Menschen in Deutschland eine überflüssige Regelung. Bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK gaben 72 Prozent an, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte. Nur 23 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen hielten sie demnach generell für sinnvoll.

Ähnlich äußerten sich Nutzerinnen und Nutzer in einer OP-Online-Umfrage. 74 Prozent sagten: „Ich möchte die Uhren nicht mehr zweimal im Jahr umstellen.“ 21 Prozent haben dagegen keine Probleme mit der Zeitumstellung. Und fünf Prozent sagten, es sei ihnen egal, ob sie zweimal im Jahr die Uhren umstellen müssen. An der nicht repräsentativen Umfrage beteiligten sich 385 Nutzerinnen und Nutzer.

Am frühen Sonntagmorgen also wird die Uhr deutschlandweit um eine Stunde nach vorne gedreht. Auch wenn etwa drei Viertel der Deutschen das als überflüssig empfinden – gesundheitliche Probleme hatten der Forsa-Umfrage zufolge bisher deutlich weniger.

65 Prozent klagen über Einschlafprobleme

Für die große Mehrheit von 73 Prozent blieb der Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit bisher ohne Folgen. 27 Prozent der Teilnehmer hatten laut Umfrage hingegen schon einmal Probleme – Frauen sind hier mit 34 Prozent deutlich öfter betroffen als Männer mit 21 Prozent. Am häufigsten fühlten sich die Betroffenen müde oder schlapp (80 Prozent), 65 Prozent klagten zudem über Einschlafprobleme. Bei 16 Prozent führte die Zeitumstellung laut Umfrage sogar schon einmal zu depressiven Verstimmungen.

Dennoch sind die meisten Befragten davon überzeugt, dass ihnen der halbjährliche Wechsel noch eine Weile erhalten bleibt. Nur 25 Prozent denken, dass die Zeitumstellung in absehbarer Zeit abgeschafft wird – 8 Prozentpunkte weniger als noch im vergangenen Jahr. 72 Prozent glauben das nicht.

Smart, sportlich oder klassisch: umgestellt werden sie alle

Wenn Großvater wissen wollte, was die Stunde geschlagen hatte, konnte er sich sechs Tage in der Woche an der Sirene des Eisenwerks orientieren, in dem er arbeitete – war die zu hören, bedeutete das entweder Mittagspause oder Schichtende. Am siebten Tag der Woche griff Opa in die Schlafzimmerschublade, zog die goldene Taschenuhr auf und ging in die Kirche. Und dann zum Frühschoppen. Gerade da war die Uhr sehr wichtig, denn Großmutter konnte extrem ungemütlich werden, wenn sonntags nicht alle pünktlich zum Mittagessen am Tisch saßen.

Das wäre vermutlich heute nicht anders, doch Großvater müsste nur fünf Tage in der Woche arbeiten und hätte vielleicht eine Smartwatch am Handgelenk. Oder vielleicht eine ganz andere Uhr? „Eleganz, Harmonie und Klarheit“ hat der Bundesverband Schmuck und Uhren als Richtschnur für alle ausgegeben, die sich einen neuen Zeitmesser anschaffen wollen. „Sowohl Herren- als auch Damenuhren zeigen sich in sich stimmig und rund“, heißt es beim Verband.

Tragekomfort durch flache Gehäuse und angenehme Durchmesser, eine gute Ablesbarkeit und ein harmonisches, unaufdringliches Farbspiel von Zifferblatt und Armband – das scheinen die Parameter zu sein, nach denen Käuferinnen und Käufer suchen. Als tragefreundliche Durchmesser nennt die Branche für Frauen um die 30 Millimeter, für Männeruhren zwischen 40 und 42 Millimetern.

Größe zeigen

„Größe zeigen hingegen vor allem Sportuhren und Smartwatches, da hier das schnelle Erfassen aller wichtiger Daten im Mittelpunkt steht“, wissen die Fachleute vom Verband.

Da, wo der Gebrauchsgegenstand zum Schmuckstück mutiert, wird es geschmäcklerisch: Silberfarbene Gehäuse haben nach wie vor die Nase vorn: „Sollte es jedoch ein Goldton sein, muss Gelbgold vor allem bei den Herren seinen Platz für feines Roségold – massiv oder als Beschichtung – räumen“, heißt es, und weiter: „Dazu werden sowohl dunkelblaue und dunkelgrüne Zifferblätter kombiniert als auch edles Bordeaux und warmes Braun.“

Ein Trend zu mehr Eleganz spiegelt sich demnach auch in der Wahl des Armbands wider: „Während Uhren mit Edelstahlband Lässigkeit und Sportlichkeit ausdrücken, Kautschukarmbänder an den Rennsport erinnern und Textilbänder einen Hauch Abenteuerlust umweht, drücken Lederbänder oft eine gediegene Klassik aus.“

Sammler haben viel Auswahl

Mechanische Uhren sind offenbar nach wie vor ein Thema. Vor allem die Mondphasenanzeige erfreue sich großer Beliebtheit, sagen die Branchenkenner. Einsichten ins mechanische Herz der Uhr werden zugunsten der Eleganz vor allem auf der Rückseite gewährt. Immerhin.

Ein weiter großer Trend: „Pre-owned – Pre-loved“. Der Wunsch nach einem Stück mit Geschichte, nach Nachhaltigkeit, Exklusivität oder einer guten Investition nährt die Sammelleidenschaft. Zu Sammlern werden dabei nicht nur Fans mechanischer Uhren, die mitten im Leben stehen, sondern bereits jüngere Zielgruppen, die von der Smartwatch über den Second-Hand-Weg und das Thema Nachhaltigkeit oder Wertanlage zu ihrer ersten Luxusuhr gelangen.

Ganz gleich, ob Smartwatch, Opas Taschenuhr oder ein gediegenes Sammlerstück – umgestellt werden sie alle in der Nacht zum Sonntag. Damit alle pünktlich nach dem Frühschoppen am Mittagstisch sitzen und keiner am Montag zu spät zur Arbeit kommt.

Von Carsten Beckmann und unserer Agentur