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Marburg Zeitreise in die 70er: TV zeigt „Spiel ohne Grenzen“ mit Marburg-Team
Marburg Zeitreise in die 70er: TV zeigt „Spiel ohne Grenzen“ mit Marburg-Team
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10:00 13.06.2021
Marburg mischte beim „Spiel ohne Grenzen“ 1973 mit.
Marburg mischte beim „Spiel ohne Grenzen“ 1973 mit. Quelle: Archivfoto
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Marburg

Eine Reise in die Vergangenheit: In den 1960er- und 70er-Jahren war das „Spiel ohne Grenzen“ eine der beliebtesten Fernsehsendungen Deutschlands. Während der bis heute populäre „Grand Prix Eurovision de la Chanson“, mittlerweile als „Eurovision Songcontest“ bekannter, bis heute existiert, war die Lebensdauer der Spiel-Show zwar kürzer. Doch nach mehr als 100 Sendungen wurde das „Spiel ohne Grenzen“ im Jahr 1973 Teil der Marburger Stadtgeschichte. Denn: Ein Team aus der Universitätsstadt trat an, was an diesem Wochenende im Fernsehen bei „ARD One“ zu sehen ist. Schon zum 40. Jahrestag erinnerte sich ein Zeitzeuge in der OP. Und zwar so:

„Das war schon eine großartige Sache für Marburg“, sagt der damals 34-Jährige, der damals als Trainer des Marburger Teams fungierte. Die Vorgabe der Organisatoren lautete: 15 Sportler und zwei Trainer für jedes teilnehmende Team. Das Interesse der Marburger an der Veranstaltung war groß. Vielleicht sogar etwas zu groß: „So an die 90 Sportler waren bei den ersten Treffen dabei“, erinnert er sich. „Hätte ich gewusst, was in diesem Sommer alles auf mich zukommen würde, hätte ich den Posten wahrscheinlich abgelehnt“, sagte der Pensionär Jahrzehnte später.

Die Zeit zwischen Ende März und September 1973 wurde zu einer entbehrungsreichen, aber auch erfolgreichen Geschichte für das „Marburg Team“. Der Vater zweier Söhne hatte fortan nur noch wenig Zeit für seine Familie. Fast täglich trafen sich die Aktiven, um sich für die anstehenden Wettkämpfe fit zu machen. Sieben europäische Länder nahmen am „Spiel ohne Grenzen“ teil. In der ersten Runde spielten jeweils zwei nationale Teams gegeneinander. Marburg traf hier auf die Gäste aus Pfullingen. Vor 8 000 Zuschauern siegte die Marburg-Mannschaft am 27. Mai 1973 mit 20:4. „Ohne Grenzen war der Jubel“ titelte die OP am Folgetag. Der Lohn für die Sportler: die Reise zur internationalen Ausscheidung nach Bristol in England.

Marburg mischte beim „Spiel ohne Grenzen“ 1973 mit. Quelle: Archiv

Dort waren sieben internationale Mannschaften am Start. Und wieder hatten die Marburger die Nase vorn. Sie erzielten die höchste Punktzahl aller teilnehmenden Teams. Bei der Rückkehr an die Lahn am 2. August 1973 bedachte auch OB Hanno Drechsler die Sportler mit triumphalen Worten: „Sie haben vor einem Millionen-Publikum ihrer Stadt Marburg Ehre gemacht“.

Die Zeit in Bristol ist vielen Teilnehmern besonders in Erinnerung geblieben, da alle in einer gemeinsamen Wohneinheit untergebracht waren. „Abends haben wir zusammengesessen, Lieder gesungen und uns unterhalten. Die Stimmung war einfach großartig.“ Der Höhepunkt für die erfolgshungrigen Marburger sollte aber noch folgen: das Finale der besten sieben Städte-Teams in Paris. 900 Anhänger aus der Uni-Stadt fuhren am 12. September 1973 mit Bussen in die französische Hauptstadt, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Obwohl sich die Marburger im Endspiel knapp geschlagen geben mussten, wurde den Sportlern bei ihrer Rückkehr ein denkwürdiger Empfang bereitet. „Wir sind mit dem Bus durch die Oberstadt gefahren und es waren so viele Menschen gekommen, dass man den Boden nicht mehr sehen konnte“, erinnert sich Kuhn an den 12. September 1973. Eine aufregende Zeit für alle, die beim „Spiel ohne Grenzen“ involviert waren. Für ihn eine Erinnerung, die sich in sein Gedächtnis eingebrannt hat. Nochmals schaut er auf die Schwarzweiß-Fotos und sagt: „Es gibt Sachen im Leben, für die muss man bezahlen, aber das, was wir da erlebt haben – diese Erfahrung konnte man nicht kaufen. Das war einfach nur toll.“

Die Sendung wird an diesem Sonntag ab 11.55 Uhr auf dem Fernsehsender „ARD One“ ausgestrahlt.

Von Björn Wisker

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