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Marburg Zeitplan für Herbergs-Neubau steht
Marburg Zeitplan für Herbergs-Neubau steht
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12:00 25.05.2021
Ende 2023 soll an Stelle der alten die neue Jugendherberge in Betrieb genommen werden.
Ende 2023 soll an Stelle der alten die neue Jugendherberge in Betrieb genommen werden. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Für den Neubau der Jugendherberge in Weidenhausen gibt es nun einen Zeitplan. Nachdem – nicht zuletzt wegen Fördermittelerhöhungen vor allem durch das Land Hessen – die Finanzierung des Millionenprojekts gesichert ist, sollen die Abrissarbeiten im Herbst fortgesetzt und Ende 2023 dann eine neue Herberge in Betrieb genommen werden.

Eigentlich hätte der fast 70 Jahre alte Bau schon lange abgerissen sein sollen, Baubeginn für das neue Haus war für Sommer dieses Jahres geplant. Die Hoffnung vieler bis dahin: Bis zum Stadtjubiläum 2022, Feiern und Veranstaltungen anlässlich „Marburg 800“ speziell im Sommer, könnte es die mehr als 150 Übernachtungsplätze geben.

Doch die Neubau-Pläne wurden wegen der Corona-Pandemie, den damit verbundenen Zwangs-Schließungen für Übernachtungsbetriebe im Frühjahr 2020 verworfen. Da durch die Pandemie Klassenfahrten und Freizeiten abgesagt worden waren, es hessenweit einen Sanierungsstau gibt und im vergangenen Jahr vor allem der laufende Betrieb der Einrichtungen finanziert werden musste, fehlte für das Bauvorhaben in Marburg das Geld. „Die auf Eis gelegten Arbeiten werden fortgesetzt. Mit der zusätzlichen Hilfe ist die Finanzierung für ein tolles Haus gesichert“, sagt Timo Neumann, hessischer DJH-Geschäftsführer und sorgt für ein Ende der Bauruinen-Sorgen im Stadtteil.

Vor der Schließung übernachteten nach Verbandsangaben jährlich rund 14 000 Gäste nahe des Hirsefeldstegs.

Überarbeitete Baupläne nach Kritik an Optik

Magistrat, Landrätin und Landtagsabgeordnete warnten vor einem Jahr vor den Folgen einer dauerhaften Schließung, forderten mitunter mehr Finanzhilfen aus dem hessischen Haushalt. „Der Sinneswandel im Ministerium ist eine gute Nachricht für Marburg. Die beliebte Herberge wird pandemiebedingt nicht zu einer dauerhaften Bauruine, sondern bleibt als gesellschaftlich wichtige Einrichtung für die Region erhalten“, sagt Jan Schalauske (Linke) in einer Stellungnahme in Bezug auf die Entwicklung in Wiesbaden, wo es noch im September 2020 hieß, dass es keine höheren Landesmittel für das Bauprojekt gebe.

In der Vergangenheit gab es allerdings massive Kritik an der Gestaltung des Neubaus. Das geplante Gebäude hielten Architekten im städtischen Gestaltungsbeirat für „abweisend“, einer Jugendherberge „absolut unwürdig“ – und Weidenhausen-Bewohner verwendeten wegen der Fassade, der Optik Bezeichnungen wie „Kaserne“ und „Trutzburg“. Erst nach wochenlangen Gesprächen und Neuplanungen des DJH-Verbands („...wollen verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgehen und das Geld lieber in inhaltliche Arbeit statt verschnörkelte Architektur stecken“) gab es nach Absprache mit Magistrat und städtischen Gremien ein Okay für das Bauwerk, das rund 7,5 Millionen Euro kosten soll.

Von Björn Wisker

25.05.2021
25.05.2021