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Marburg Jeder Schnabel zählt
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19:24 05.01.2022
Ein Haussperling (Passer domesticus) sitzt im Zoo auf einem Ast. Der Spatz wurde im vergangenen Jahr bei der Zähl-Aktion „Stunde der Wintervögel“ am häufigsten in deutschen Gärten gesichtet.
Ein Haussperling (Passer domesticus) sitzt im Zoo auf einem Ast. Der Spatz wurde im vergangenen Jahr bei der Zähl-Aktion „Stunde der Wintervögel“ am häufigsten in deutschen Gärten gesichtet. Quelle: Lukas Schulze
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Vogelfreunde und Hobby-Ornithologen können ab sofort ihr geschultes Auge unter Beweis stellen und sich an der Zähl-Aktion „Stunde der Wintervögel“ beteiligen. Der Naturschutzbund (Nabu) Hessen lädt Vogelliebhaber dazu ein, zum Start ins neue Jahr etwas für den Artenschutz zu tun und vom 6. bis zum 9. Januar Beobachtungen zu melden, laut Nabu die bundesweit größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Der Verein ruft dazu auf, Vögel zu zählen, die in den eigenen Garten, den Park, an das Futterhäuschen auf dem Balkon oder an anderer Stelle innerhalb einer Stunde zusammen kommen.

Das Ziel: Gemeinsam arbeiten die Teilnehmer durch ihre Meldungen landesweit an aktuellen Daten zur Lage des deutschen Vogelbestands. Das kann keine Behörde oder Verein in der Breite stemmen, Forscher und Naturschützer sind auf die Grundlagenarbeit von Freiwilligen angewiesen, die zumindest erste Anzeichen von Entwicklungen in der Vogelwelt – positiven wie negativen – aufzeigen.

„Die dabei gesammelten Daten sind für den Vogelschutz äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt in unseren Siedlungen geben. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer wird unser Bild“, sagt der hessische Nabu-Vogelexperte Bernd Petri.

Ein Haussperling, auch Spatz genannt, sitzt auf einem Halm. Quelle: Kira Hofmann

Die Aktion ist unter Vogelfreunden beliebt, im vergangenen Jahr gab es beide der Beteiligung einen neuen Rekord: Allein in Hessen machten mehr als 20.000 Menschen mit. Insgesamt gingen über 464.000 Meldungen aus mehr als 14.300 Gärten und Parks ein. Deutschlandweit wurden 5,6 Millionen Vögel gezählt. Den Spitzenplatz der am häufigsten beobachteten Vögel holte sich der Haussperling als häufigster Wintervogel in deutschen Gärten. Kohlmeise und der Feldsperling folgten auf Platz zwei und drei. Die „Stunde der Wintervögel“ findet bereits zum zwölften Mal statt, teilnehmen können alle Interessierten, Vorkenntnisse braucht es nicht: „Um an der Mitmachaktion teilzunehmen, reicht das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig“, so Petri. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang Vögel in Garten, Park oder auf dem Balkon und meldet die Beobachtungen dem Nabu online, per App oder telefonisch.

Dabei wird von jeder Art die höchste Anzahl Vögel notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Beispiel: Wenn etwa zu Beginn der Beobachter-Stunde zwei schwarz gefiederte Amsel-Männchen am selben Ort gesichtet werden, danach aber weitere drei Amsel-Männer zusammen im Garten landen – dann werden letztere gezählt, die ersten beiden wieder von der Liste gestrichen.

Dies soll Mehrfach-Zählungen von ein und demselben Tier verhindern. Ausnahme: Kommt noch ein Amsel-Weibchen hinzu, gut erkennbar am braunen Gefieder, lässt sich also gut von den anderen unterscheiden, erhöht sich die dokumentierte Zahl in dem Beispiel auf vier.

So kann man mitmachen

Die Beobachtungen können bis zum 17. Januar über folgende Kanäle gemeldet werden: Per App unter www.nabu.de/vogelwelt, über das Onlineformular unter www.stundederwintervoegel.de oder unter www.nabu.de/onlinemeldung. Zudem ist für telefonische Meldungen am 8. und 9. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Zählkarten für Kinder

Für die als Teil der Zähl-Aktion laufende „Schulstunde der Wintervögel“ vom 10. bis 14. Januar bietet die Naju (Naturschutzjugend im Nabu) auf www.naju.de/sdw Zubehör an: Darunter Zählkarten, eine neue Broschüre mit Aktionsideen für Lehrende und einen Wettbewerb zu „Spuren im Schnee“ für Kindergruppen und Schulklassen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die Nabu-Auswertung über die Wintervögel ein.

Von Ina Tannert