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Marburg Wolli und Richie
Marburg Wolli und Richie
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16:09 28.03.2022
Dr. Helmut Lichti (von links) sowie Dr. Cornelia Kurz und Professor Andreas Mahnken mit dem Wollnashornknochen im CT-Raum auf den Lahnbergen. Foto: Manfred Hitzeroth
Dr. Helmut Lichti (von links) sowie Dr. Cornelia Kurz und Professor Andreas Mahnken mit dem Wollnashornknochen im CT-Raum auf den Lahnbergen. Foto: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Endlich ist Samstag! Der elfjährige Richie aus Marburg freut sich schon die ganze Woche lang auf den geplanten Ausflug mit seinen Eltern. Diese haben ihm nämlich versprochen, ihm die urzeitlichen Tierskelette im Naturkundemuseum in Kassel zu zeigen. Seit er in der Schule eine Menge über die letzte Eiszeit gehört hat, interessiert er sich brennend für Mammuts, Wollnashörner und Höhlenbären.

Die gab es damals auch im heutigen Hessen. Vor allem in Nordhessen hatte man noch Überreste dieser riesigen Tiere gefunden. Und zumindest Knochenstücke von einem Wollnashorn, sogar hier in Marburg, ungefähr vor 100 Jahren. Das hat ihm sein Vater erzählt. Der hatte es wiederum vor Kurzem in der Zeitung gelesen, als diese Knochen speziell untersucht wurden. Leider war es nicht gelungen, ihr genaues Alter und womöglich gar die Todesursache des Tieres festzustellen. Nein, die Knochen hatten ihr Geheimnis gewahrt.

Aber seit er davon gehört hat, will Richie diese Knochen unbedingt sehen. Und natürlich am liebsten gleich noch eine Rekonstruktion des gesamten Tieres in Originalgröße oder wenigstens ein richtig gut erhaltenes Skelett. Nachts träumt der Junge manchmal von dem Wollnashorn. Ja, er hat sogar eine Geschichte geschrieben über eine Zeitreise, bei der er dem Tier zu dessen Lebzeiten begegnet und ihm beim Bad in der Lahn zuschaut.

Knochen liegen im „Depot“

Nach dem Besuch im Museum ist Richie enttäuscht. Zwar hat er eine ganze Menge über die eiszeitlichen Tiere und ihre heutigen Nachkommen erfahren. Die Marburger Knochen sind aber nicht ausgestellt gewesen. Überhaupt gar keine Wollnashornknochen. Nur der Abguss eines einzelnen Zahnes in Kunstharz.

Die Knochen liegen in einem sogenannten „Depot“, also in einem Raum, wo die Besucher nicht hinkommen können. Und dieser Raum ist sowieso nicht im Museum selbst, sondern in einem anderen Gebäude weiter weg. Sonst hätte man ja vielleicht eine Ausnahme machen können. Das hat ihm die Frau an der Kasse auf seine Frage hin erklärt. Außerdem hat sie erzählt, dass gut erhaltene Skelette von Wollnashörnern richtig selten sind.

Wenigstens die Zeichnung eines Wollnashorns hat der Junge sehen können. Aber das ist nun mal nicht dasselbe! Schließlich hat er sich das große Tier, das vor so vielen Jahren im Marburger Lahntal gelebt haben muss, schon so richtig vorgestellt. Ach was, eine ganze Wollnashorn-Herde hat er sich vorgestellt! Und von denen wollte er so gerne wenigstens ein Stückchen live erhaschen.

Richie ist traurig

Da konnten ihm die Erwachsenen dreimal erzählen, dass die anderen Knochen doch im Prinzip genauso aussehen würden. Oder dass Dinosaurier, Mammuts und Moschusochsen doch viel cooler seien. Es stimmte einfach nicht!

Traurig sitzt Richie deshalb nun mit seiner Mutter in dem kleinen Café in der Nähe des Museums. Nicht einmal der heiße Kakao will ihm recht schmecken. Bis sein Vater, der noch einmal zum Auto gegangen ist, wieder hereinkommt und ihm eine große Tüte überreicht. „Überraschung“, sagt er und zwinkert Richie zu.

Neugierig öffnet dieser die Tüte und holt ein hellbeiges, ein wenig strubbeliges Plüschtier heraus. „Das ist Wolli“, sagt Richies Vater, „ab heute dein persönliches Wollnashorn. Ich hatte deine schöne Nashorngeschichte letzte Woche an die Zeitung geschickt. Dafür haben sie dir gestern dieses Tier als Dank zugesendet.“

Der Junge strahlt und drückt das kleine Tier begeistert an sich. Während der gesamten Rückfahrt nach Marburg hören Richies Eltern, wie er seinem neuen plüschigen Freund vom Leben der großen Wollnashörner zur Zeit der ersten Höhlenmenschen erzählt.

Von Kristina Lieschke

Gewinnspiel

„Wolli“ ist auch wirklich für die „Oberhessische Presse“ ein echtes Maskottchen des Stadtgeburtstags. Die OP verlost deswegen exklusiv pünktlich zum Auftakt des Jubiläumsjahrs zehn Exemplare des knuddeligen Plüsch-Wollnashorns. So ähnlich wie in der kleinen Geschichte von Kristina Lieschke werden dabei kreative Leistungen belohnt.

Aber nicht nur Kinder finden „Wolli“ niedlich. Deswegen bitten wir Menschen allen Alters um ihre Teilnahme bei der Mitmach-Aktion rund um das Marburger Wollnashorn, für die es ein wenig Phantasie braucht. Wir wollen wissen: Wo und unter welchen Umständen hat der „Urwolli“, von dem auf diesen beiden Zeitungsseiten die Rede ist, in Marburg gehaust? Oder wo und wie würde „Wolli“ heute in der Gegenwart des Jahres 2022 in Marburg leben?

Wir hoffen auf aussagekräftige Zeichnungen oder vielleicht auch kleine Texte. Unter allen Zuschriften verlosen wir die zehn ganz besonderen Plüschtiere. Die Gewinner werden in der Zeitung und auf unseren Online-Seiten veröffentlicht. Bitte das Gewinnspielformular auf den Spezialseiten zu Marburg 800 auf www.op-marburg.de/marburg800 nutzen. Hier der Direktlink für das Formular: www.op-marburg.de/wolli. Einsendeschluss ist der 8. April.

Und es geht weiter: Geplant sind im gesamten Jubiläumsjahr „Marburg 800“ noch jede Menge weiterer Mitmachaktionen der OP, bei denen es jeweils weitere „Wolli“-Exemplare zu gewinnen gibt.

Das Editorial zu unseren Sonderseiten zum Stadtjubiläum lesen Sie hier.

Den Hauptartikel lesen Sie hier.