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Marburg Wohnungsmarkt-Reform gefordert
Marburg Wohnungsmarkt-Reform gefordert
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19:17 27.01.2016
In Workshops sammelten die Studierenden  Vorschläge zur Verbesserung des Marburger Wohnungsmarktes.
In Workshops sammelten die Studierenden Vorschläge zur Verbesserung des Marburger Wohnungsmarktes. Quelle: Ina Tannert
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Marburg

Wem gehört die Stadt? Wie lässt sich ein selbstorganisiertes, studentisches Leben in Marburg erreichen oder mehr erschwinglicher Wohnraum schaffen?

Diese und weitere Fragen rund um das Thema Wohnungsmarkt stellte am Dienstagabend der Asta-Vorstand an die Vollversammlung der Marburger Studierenden. In einer während der Sitzung verfassten Resolution fordern die Anwesenden die Stadt, das Studentenwerk sowie alle politischen Parteien dazu auf, „Wohnraumpolitik an den Bedürfnissen der Menschen in Marburg und nicht an Profiten zu orientieren“. Unter anderem stellten der Wohnungsmangel sowie steigende Mietspiegel der Stadt „ein gravierendes Problem in Marburg“ dar, betonte Asta-Hochschulreferentin Elisabeth Kula. Auch die Mietpreisbremse könne daran langfristig nichts ändern. Die Versammlung kritisiert den ihrer Meinung nach bereits zu geringen und weiter sinkenden sozialen Wohnungsbau sowie eine „fortschreitende Gentrifizierung der Stadt“ als anhaltende Ghettoisierung von Geringverdienern und fordert etwa „einen Stopp der Privatisierung von städtischen Flächen“.

Bei der Umsetzung von Mietverhältnissen weisen sie auf sogenannte „rassistische Wohnungsvergabepraktiken“ hin, kritisieren eine angebliche Diskriminierung von Wohnungssuchenden mit Migrationshintergrund und sprechen sich hinsichtlich Migranten für eine Vergabequote aus.

"Mehr Aufenthaltsqualität" rund um Campus Firmanei gefordert

Explizit fordern die Studenten die Schaffung weiterer Sozialwohnungen und Wohnheimplätze wie etwa in der Gutenbergstraße sowie die Möglichkeit zu mehr selbstorganisierten Wohngemeinschaften. Rund um den Campus Firmanei wünschen sie sich „mehr Aufenthaltsqualität“ und autofreie Bereiche.

Generell befürwortet die Versammlung eine Abschaffung der Schuldenbremse, eine „Entkommerzialisierung der Innenstadt“ - wie Marburg b(u)y Night - und verstärkte Investitionen in erschwinglichen Wohnraum für Geringverdiener.

Im Vorfeld beschäftigten sich die rund 100 Teilnehmer bei Workshops und Poetry-Slam mit Themen rund um studentisches Wohnen in Marburg, sammelten Vorschläge und Forderungen an die Stadtverwaltung. Initiativen wie das Bettenhaus, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, der Deutsche Gewerkschaftsbund und Vertreter der Flüchtlingsprojekte „No Border“ und „Projekt Shelter“ stellten ihre Arbeit vor, trugen Erfahrungen und mögliche Lösungsansätze zusammen.

Nach ausgiebiger Diskussion wurde die Resolution von den rund 50 Stimmberechtigten, die bis zum Schluss geblieben waren, mit nur wenigen Nein-Stimmen angenommen.

von Ina Tannert