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Marburg Studis tanzen Träume und andere Realitäten
Marburg Studis tanzen Träume und andere Realitäten
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18:00 19.02.2019
In vielen Choreografien ging es um die Darstellung von Ängsten und Albträumen. Publikum und Tänzer hatten trotzdem Spaß. Quelle: Manfred Schubert
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Marburg

Die Teilnahme an dem Modul „Körperbildung und Tanz“ ist für diejenigen Pflicht, die das Lehramtsfach Sport studieren. Diese Pflicht war mit dem Ablegen der Prüfungen zum Semesterende in der vergangenen Woche eigentlich erfüllt. Aber offensichtlich hatten die etwa 90 Studenten danach noch Lust auf die „Kür“, die öffentliche Präsentation ihrer übers vergangene Semester erarbeiteten choreographischen Ergebnisse. Die Studenten konnten unter mehreren Möglichkeiten wählen und entschieden sich für das Thema „Träume und andere Realitäten“.

„Der Auftritt ist freiwillig, aber alle nehmen daran teil. Sie sehen das als Wertschätzung ihrer Arbeit an“, freute sich Dozentin Brigitte Heusinger von Waldegge vom Institut für Sportwissenschaft und Motologie, die zusammen mit Bettina Berland und Tutorin Isabella Zimmermann die Veranstaltung leitete.

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Und in der Tat spiegelte sich die Wertschätzung für die Aufführung unter der Bezeichnung „Winterworx 2019“ allein schon in der großen Nachfrage nach Eintrittskarten. Daher gab es am Freitagabend gleich zwei aufeinander folgende Aufführungen, von denen die spätere bereits seit längerem ausverkauft war.

Wertschätzung spiegelte sich natürlich auch in den Begeisterungsrufen, mit denen das Publikum jedes der 20 drei- bis sechsköpfigen Ensembles für ihre ausdrucksstarken, teils auch akrobatisch inszenierten Tänze feierte. Auffällig war, dass es in vielen der Choreografien um die Darstellung von Ängsten und Albträumen ging, auch erkennbar an den Titeln wie „Disruption“, „Losing control“, „Guter Traum – böser Traum“, „Lost in the night“ oder „Aus der Traum“. Das tat aber dem Spaß an den Darbietungen, den auch die Ausführenden selbst mindestens am Ende ausstrahlten, keinen Abbruch.

Japanerinnen werden besonders bejubelt

Besonders bejubelt wurde auch ein Auftritt einer Gruppe von sechs japanischen Studentinnen von der Tenri University, der Partner-Universität der Philipps-Uni. Äußerst dynamisch, temperamentvoll und sehr beweglich wirbelten diese über die Bühne, dabei mit manchen Bewegungen an Kampfsportarten erinnernd.

„Tanz kommt aus dem Inneren, lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Tanz ist nicht richtig oder falsch, sondern einfach schön“ und „man muss nicht immer alles verstehen, es muss nicht immer alles logisch sein“, gab Charlotte Wolff im Laufe ihrer gemeinsamen Moderation mit Tobias Hennig den Zuschauern mit auf den Weg, die sich vielleicht an diesem Abend manchmal nach dem Sinn des mit dem Körper Ausgedrückten gefragt haben mögen.

von Manfred Schubert