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Marburg DBM für Räumdienst in Marburg gewappnet
Marburg DBM für Räumdienst in Marburg gewappnet
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20:22 01.12.2020
Der Winterdienst der Straßenmeisterei in Marburg: Je nach Wetter haben die DBM-Mitarbeiter – wie etwa im Jahr 2010 – alle Schaufeln voll zu tun.
Der Winterdienst der Straßenmeisterei in Marburg: Je nach Wetter haben die DBM-Mitarbeiter – wie etwa im Jahr 2010 – alle Schaufeln voll zu tun. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Weg frei für Rettungskräfte, Busse und Berufspendler: Nach dem schnee- und eisreichen Wintereinbruch am Montagabend, 30. November, geht der Dienstleistungsbetrieb (DBM) ab sofort nach Plan einer dreistufigen­ Prioritätenliste für das Freiräumen von Straßen vor:

Die Strecken der Buslinien und die wichtigsten Hauptverkehrs­straßen – vor allem die Verbindung zwischen Haupt- und Südbahnhof – werden als Erstes geräumt.

Ebenso vorrangig bedient werden die vielbefahrenen Straßen mit Steigungen, wozu beispielsweise der Rotenberg, vor allem aber die Zufahrten zu „wichtigen Gebäuden“, etwa dem auf einem Berg ­gelegenen Diakoniekrankenhaus Wehrda, und das Uni-Klinikum auf den Lahnbergen zählen.

Prioritätsstufe zwei haben Verbindungs- und Wohnsammelstraßen. Als Sammelstraßen werden jene bezeichnet, die den Verkehr aus Anliegergebieten oder Gewerbegebieten zu den Hauptverkehrsstraßen führen.

300 Kilometer Straßen- und Gehwegnetz

Sobald alle Strecken mit der Priorität eins geräumt sind und die Witterung nach wie vor für Gefahren sorgt, sind diese Straßen an der Reihe. Alle anderen Straßen sind der Prioritätsstufe drei zugeordnet. Im Geh- und Radwegräumdienst haben­ hingegen Brückenübergänge­ eine Priorität.

Für den Straßenstreudienst hat der DBM ein Dutzend Räumfahrzeuge und zwei Schlepper, für den Streudienst auf Rad- und Gehwegen sind 15 weitere Fahrzeuge im Einsatz. Die Stadt verfügt über ein Straßen-, Rad- und Fußwegenetz von knapp 300 Kilometern, zu einem großen Teil zweispurig.

Erster Schnee im Landkreis am 1. Dezember 2020

Während der regulären ­Arbeitszeit würden „im Falle­ ­eines heftigen Wintereinbruchs“ praktisch alle Beschäftigten – mehr als 200 – mobilisiert. Außerhalb der regulären Arbeitszeit hätten rund 50 Beschäftigte für den Straßenstreudienst rund um die Uhr Rufbereitschaft. Für den Gehwegstreudienst sind mehr als 150 Beschäftigte, die sich dann über das gesamte Stadtgebiet verteilen – außerhalb der regulären Arbeitszeit zwischen 5 und 20 Uhr Teil der Rufbereitschaft, wenn nötig auch länger.

Der Winterdienst sei „eine Querschnittsaufgabe“. Die Beschäftigten – darunter Gärtner, Straßenbauer, Müllwerker, Kanalarbeiter und Straßenreiniger – sind in der Regel zwischen November und März in Dauer-Rufbereitschaften.

Streugut-Vorrat immer im Blick

Gelagert sind jährlich mehr als 1.000 Tonnen Salz und Splitt. Grundsätzlich wurde in den vergangenen Jahren beim Streuen ein Gemisch aus schwefelfreiem Salz und Splitt im Verhältnis eins zu drei verwendet. Darunter werde dann noch etwas Sole gemischt, was dafür sorge, dass das Salz gleichmäßig auf dem Untergrund haften könne. Im Südviertel wurde auf Streusalz komplett verzichtet, dort kam ausschließlich Splitt zum Einsatz.

Basierend auf Erfahrungen des Rekordwinters 2009/2010, in dem es in Marburg bis in den April hinein massiv schneite wurde später von mehreren hessischen Städten ein gemeinsames Streusalz-Lager nahe Wiesbaden errichtet. Dort stünden für den Notfall für Marburg rund 400 Tonnen Salz parat. Mit diesem Lager soll eine ähnliche Situation wie Anfang 2010 verhindert werden, als es aufgrund des langanhaltenden schnee- und frostreichen Winters in ganz Deutschland vorübergehend kein Streusalz gab.

Von Björn Wisker