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Marburg Präsentation von Entwurf für neues Wohngebiet am Marburger Stadtwald
Marburg Präsentation von Entwurf für neues Wohngebiet am Marburger Stadtwald
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14:00 03.09.2021
Der Hasenkopf im Marburger Stadtwald.
Der Hasenkopf im Marburger Stadtwald. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Wie ein neues Wohngebiet am Hasenkopf am Rand des Stadtwald-Viertels aussehen kann, das war das Hauptthema von vier Bürgerworkshops, deren Ergebnisse vor zwei Jahren präsentiert wurden. Und das sollten den Bürger-Anregungen zufolge die Kernziele bei der Entwicklung des neuen Wohngebietes sein:

  • ein hoher Anteil an gefördertem, preiswertem Wohnungsbau (mindestens 30 Prozent);
  • eine gute Durchgrünung des Wohnquartiers;
  • klimagerechter Städtebau;
  • die Vernetzung mit dem bestehenden Quartier Stadtwald;
  • ein innovatives Verkehrskonzept sowie
  • die Schaffung von Begegnungsräumen.

Entstehen soll am Hasenkopf laut Vorgabe der Stadt Marburg ein Wohngebiet mit 300 Wohnungen für rund 900 Bewohner. „Wir versuchen, alle Anregungen ernst zu nehmen und in den weiteren Prozess mit einzubeziehen“, versprach im Jahr 2019 der mittlerweile im Ruhestand befindliche Stadtplaner Reinhold Kulle. Es solle schließlich das verträglichste Baugebiet entstehen, das je in Marburg gebaut wurde, so Kulle. Und ein Teil des Wohngebiets könnte auch für experimentelle Wohnformen genutzt werden.

Aus allen Ideen wurde eine detaillierte Vorgabe für einen städtebaulichen Wettbewerb entwickelt. Mittlerweile steht der Siegerentwurf fest, wie die städtische Pressestelle mitteilte. Er wird am Dienstag, 7. September, von 19 Uhr bis 21 Uhr bei einer Online-Veranstaltung der Stadt Marburg präsentiert. „Ich freue mich, den innovativen Siegerentwurf des Wettbewerbs für ein neues Wohnquartier am Hasenkopf nun der Marburger Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen,“ meint Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD).

Der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für das neue Wohngebiet am Hasenkopf wird am Dienstag, 7. September, von 19 bis 21 Uhr online vorgestellt. Der Livestream kann verfolgt werden unter www.marburgmachtmit.de/hasenkopf-wettbewerb. Wer möchte, kann sich via Chat und unter der Telefonnummer 01 76 / 18 20 14 84 aktiv beteiligen und Fragen einbringen.

Der Siegerentwurf wird durch den Preisträger selbst vorgestellt. Der Vorsitzende des Preisgerichts, Professor Franz Pesch aus Dortmund, wird aus der Preisgerichtssitzung berichten. Zudem steht Pesch in einer Diskussionsrunde mit dem Preisträger sowie Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Stadtplanungsamtsleiterin Manuela Klug für Fragen zur Verfügung.

Alle Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs und Informationen zur Wohngebietsentwicklung am Hasenkopf sind dann ab 8. September zu finden unter www.marburg.de/wohnenimwesten.

Eine Ausstellung der eingereichten Entwürfe findet vom 8. bis 28. September im Foyer des Erwin-Piscator-Hauses statt. In diesem Zeitraum gibt es auch Führungen mit Erläuterungen zu den Entwürfen. Dazu wird um Anmeldung gebeten per E-Mail unter stadtplanung@marburg-stadt.de oder telefonisch unter 0 64 21 / 201-16 57. Eine Broschüre mit einem Überblick über den Beteiligungsprozess, die eingereichten Wettbewerbsarbeiten sowie einer Darstellung des Siegerentwurfes wird bei der Ausstellung ausliegen.

Für die künftige Entwicklung eines neuen Stadtteils am Hasenkopf waren gemeinsam mit interessierten Marburgern im Vorfeld in den Workshop-Veranstaltungen Rahmenbedingungen für den städtebaulichen Wettbewerb diskutiert und erarbeitet worden. Diese Ergebnisse wurden von der Stadtverwaltung anschließend ausgewertet, fachlich geprüft und in den Auslobungstext für die Wettbewerbsaufgabe integriert.

Ein besonderer Fokus sollte dabei laut Stadtmitteilung unter anderem auf den klimatischen Auswirkungen, den Umgang mit Starkregen, die drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie, Soziales) sowie ein innovatives Mobilitätskonzept gelegt werden.

 Noch Anfang Juli hatten Umweltschützer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Planungsstopp für das geplante Wohngebiet am Hasenkopf gefordert. Die Umweltschützer wollten – angesichts des beschlossenen „Klima-Controllings“ aller städtischen Vorhaben – erst Expertenuntersuchungen zu Klima-Auswirkungen eines möglichen Wohngebietsbaus.

Zudem hatte sich auch die Bürgerinitiative „Wir sind Hasenkopf“ gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss von Anwohnern, Landwirten und Flurstückeignern, die die Besiedelung des Hasenkopfs verhindern wollen. „Wir wollen keine zusätzliche Verkehrsbelastung und Flächenversiegelung“, heißt es auf der Homepage. „Wir befürworten stattdessen den Erhalt des jetzigen Zustands auf dem Hasenkopf: für eine Fortführung der biologischen Landwirtschaft sowie für Klima- und Artenschutz und den Erhalt unserer Lebensqualität.“

Von Manfred Hitzeroth