Wie man Filme ohne Geld macht
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Marburg Wie man Filme ohne Geld macht
Marburg Wie man Filme ohne Geld macht
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19:00 15.11.2020
Der in Marburg geborene Filmemacher und Theaterregisseur Malte Wirtz. Quelle: Archivfoto
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Marburg

Einen Film machen, davon träumen nicht wenige. Vielen fehlt das nötige Wissen und denen, die es haben oder es sich aneignen, fehlt das Geld. Er hat schon acht Filme gedreht – und meist fehlte es an Geld. Mit einem Mini-Budget realisierte er 2015 etwa seinen ersten abendfüllenden Spielfilm „Voll Paula!“, mit dem er es sogar in die deutschen Kinos geschafft hat. Darin geht es um Paula, Randolf und Donnie, drei junge Menschen in Berlin ohne Geld, ohne richtigen Job, aber mit großen Träumen. So wie Malte Wirtz, der von 2001 bis 2005 ein Studium der Theater- und Filmregie absolvierte, Theaterstücke inszenierte und schrieb und nach seinem Debütfilm „Voll Paula!“ noch die Spielfilme „Hard & Ugly“ (2017), „Nur ein Tag in Berlin“ (2018) und „Voll Rita!“ (2019) nachlegte.

Aber wie macht man nun Filme ohne Geld? Malte Witz verweist in seinem Buch etwa auf seinen No-Budget-Film „Nur ein Tag in Berlin“, den er – wie der Titel schon sagt – an nur einem Tag drehte: „Der Ton ist schlecht, das Bild ist schlecht, die Dialoge sind nicht gefeilt, aber die Energie stimmt.“ Wenn Hollywood diesen Film hätte machen wollen, der so aussehe „müssten sie viel Geld ausgeben, um diesen ,No-Budget-Look‘ zu kreieren.“ Also Geld ausgeben, das er erst gar nicht hatte.

Malte Wirtz will mit seinem Buch all denen, die davon träumen, einmal selbst einen Film zu drehen, Hoffnungen machen und „Hilfen geben, euren Film auf die Leinwand, ins Fernsehen oder auf VOD-Plattformen zu bekommen“. So ganz ohne Geld geht es natürlich nicht. Es müsse nicht unbedingt viel sein, aber etwas Geld brauche man schon für einen Film – oder viele Freunde, die alles umsonst machen und das nötige Equipment haben. Wirtz meint: „Ein Film wird nicht allein durch Fleiß, Geld und Stars groß, sondern durch Fantasie und Esprit.“ Wenn man aber einen Weltstar wie Bruce Willis habe und ihm für zwei Drehtage eine Million Euro zahle, sollte man ihn später möglichst nicht herausschneiden. „Das Leben ist kein Drehbuch“ ist ein Buch für kommende Filmemacher, die sich auf 119 Seiten den einen oder anderen Tipp holen können.

Malte Wirtz: „Das Leben ist kein Drehbuch. Filme machen ohne Geld“, Schüren-Verlag, Marburg 2020, 119 Seiten, 15 Euro

Von Uwe Badouin