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Marburg Wie die Inflation die Marburger trifft
Marburg Wie die Inflation die Marburger trifft
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11:00 12.06.2022
Matthias Steffen und Corinna Paul aus Wehrda.
Matthias Steffen und Corinna Paul aus Wehrda. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Wie die Inflation die Marburger trifft – die OP hat Stimmen gesammelt. Heute: das Pärchen Matthias Steffen und Corinna Paul.

„Wir kaufen immer so ein, dass es für eine, eher zwei Wochen reicht und wir nicht ständig für Lebensmittel und Haushaltswaren los müssen. Da kommt automatisch ein größerer Betrag zusammen. Aber wenn man immer ungefähr die gleichen Waren kauft, und plötzlich zahlt man eine ganze Ecke mehr – das war schon heftig“, sagt der 43-Jährige.

Nur Notgroschen

Seitdem die Preise spürbar steigen, greifen sie von Obst bis Konserven „auch eher mal eine Etage tiefer ins Regal“. Und wollen das auch erst mal beibehalten. „Wir haben ja nichts zu verschenken“, sagt Paul und verweist auf das Haushaltseinkommen einer Steuerfachangestellten und eines Journalisten. Rund 750 Euro Monats-Abtrag für die 75-Quadratmeter-Eigentumswohnung in Wehrda, die neuen, um mehr als ein Drittel höheren Abschläge für Strom und Gas: „Weit springen konnten wir nie, aber wenn das so bleibt und noch weitergeht, wird schon das Springen selbst schwierig.“ Und das sage man als kinderloses Pärchen, betont Paul.

Rücklagen auf dem Konto? Steffen: „Ein Notgroschen, viel mehr ist es nicht.“ Also werden sie wohl an ihren Hobbys sparen müssen, sagen beide sichtbar geknickt. Sie am Strick- und Nähzubehör wie Stoff, er an Technik, an Ersatzteilen für die Schrauber-Werkstatt in der Garage. „Verzichten ist ja schwer angesagt, aber wenn ich mir Stricken und Nähen nicht mehr leisten kann, werde ich traurig und böse“, sagt Paul.

Von Björn Wisker

11.06.2022
11.06.2022