Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Experte: Gute Chancen auf viel Sonne im Juni und Juli
Marburg Experte: Gute Chancen auf viel Sonne im Juni und Juli
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 16.04.2021
Ein zurückliegender Sommer in Marburg – Sarah und Johanna stehen in der Mittagshitze in der Lahn am Grüner Wehr.
Ein zurückliegender Sommer in Marburg – Sarah und Johanna stehen in der Mittagshitze in der Lahn am Grüner Wehr. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Ohrwurm gefällig? „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ Rudi Carrell fragte es sich 1975, packte es in ein Lied, das so ziemlich jede und jeder mitsummen kann, die meisten zumindest in Teilen auch mitsingen können. Aber wie sieht’s 46 Jahre später aus? Steuern wir nach dem wettertechnischen Hin und Her der vergangenen Tage zielsicher auf den Sommer zu? Und wie wird er? Mit „Sonnenschein von Juni bis September“?

Roland Schmidt kann Sonnenanbeterinnen und -anbetern Hoffnung machen, jedenfalls ein bisschen – und am ehesten denjenigen, die ihren Balkonien-Urlaub für den Juni oder den Juli geplant haben. Denn gleich zwei Anzeichen gebe es dafür, dass es dann trocken und warm wird: „Das erste ist, dass es Ende März ziemlich sonnig war. Es gibt Erfahrungswerte, nach denen es dann in zwei von drei Fällen zum Sommeranfang heiter wird“, sagt der Wetterexperte aus Burgwald-Ernsthausen. „Das zweite sind die kräftigen Regenfälle jetzt in der ersten April-Dekade, die ein Vorbote für einen eher sonnigen und trockenen Juli sind.“ Doch Vorsicht: „Das heißt nicht, das es zwei Monate lang an jedem Tag strahlenden Sonnenschein gibt. Das heißt nur, das in der Abschlussbilanz wahrscheinlich stehen wird, dass es trockener als normal, dass es sonniger als normal war.“

Wetterumschwünge im April sind „völlig normal“

Der Meteorologe und Kolumnist, dessen „Wettergeschichten“ regelmäßig in der OP zu lesen sind, weiß: „Die Erwartung bei vielen ist, dass es im Sommer kaum regnet und fast immer die Sonne scheint.“ Solche Sommer gebe es, möglicherweise auch in diesem Jahr – aber: „Das wird nicht immer so sein.“ Im Vergleich des jüngsten 30-Jahres-Zeitraums im Vergleich zu den Jahren von 1961 bis 1990 sei der Juli nach Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Mittel sogar feuchter geworden. „Das ist für manche nicht vorstellbar, wenn sie an die Trockenjahre denken, die wir hatten. Aber Mittelwerte werden eben aus 30-Jahre-Zeiträumen gebildet.“

Anders ist die Entwicklung im April: „Es gibt keinen anderen Monat, der im Referenzzeitraum so sehr zugelegt hat, der so viel trockener, wärmer und sonniger geworden ist.“ Insofern sei es nachvollziehbar, wenn nun, Mitte April, immer mal wieder gefragt wird, wann es denn noch Sommer beziehungsweise frühsommerlich wird – „man hat es eben in den Vorjahren immer mal wieder erlebt“.

„Der April macht, was er will“, lautet eine alte Bauernregel. „So soll er auch sein“, sagt Schmidt dazu. Dass die Temperaturen stark schwanken, nachts und morgens teils unter dem Gefrierpunkt liegen, an manchen Tagen an die 20 Grad reichen, dass sich Regen und manchmal gar Schneefall sowie klarer Himmel mit Sonnenschein abwechseln, sei für den vierten Monat des Jahres nur eines: „völlig normal“.

Sommerwetter im Mai? Schmidt ist „vorsichtig“

Na gut. Aber wird’s denn dann im Mai sommerlich? „Da wäre ich vorsichtig“, antwortet Schmidt. „Der Mai hat gerade in den vergangenen Jahren eine Tendenz zu eher kühlem und feuchtem Wetter gezeigt.“ Und insbesondere nach einem kühlen und wechselhaften April, so die Erfahrungswerte, halte die Wechselhaftigkeit häufig auch noch eine Zeit lang an. Immerhin: Kommende Woche, sagt der Experte, dürfte es ein gutes Stück sonniger und auch wärmer werden. „Aber für Ende April und Anfang Mai halte ich einen weiteren Kälterückfall für sehr wahrscheinlich.“

Das heiße aber nicht, dass es im Mai nicht auch schöne Tage geben kann – im Gegenteil: „Die werden wir ganz sicher auch bekommen.“ Dann steht schließlich bereits der Juni vor der Tür. Und dann der Juli. Und mit ihnen gute Chancen auf tolles Sommerwetter.

Und danach? Es gebe eine „zarte Tendenz“, sagt Schmidt, wonach der August „nicht gerade der tollste der Sommermonate“ werde. Eine genauere Prognose möchte er noch nicht wagen, hält sich dazu lieber, wie sich der Himmel in den vergangenen Tagen sehr oft präsentierte: bedeckt.

Von Stefan Weisbrod

Marburg Corona-Fallzahlen - 102 Neuinfektionen
18.04.2021
Marburg Baustelle Gutenbergstraße - Alles im Zeitplan
16.04.2021