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Marburg Wetten, das wissen Sie nicht über das Marburger OB-Amt?
Marburg Wetten, das wissen Sie nicht über das Marburger OB-Amt?
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16:34 14.02.2021
Das Oberbürgermeister- ist sprichwörtlich ein Wahlamt: Wer als Chef der Stadtverwaltung im Rathaus sitzt, bestimmen die Bürger ab 16 Jahren.
Das Oberbürgermeister- ist sprichwörtlich ein Wahlamt: Wer als Chef der Stadtverwaltung im Rathaus sitzt, bestimmen die Bürger ab 16 Jahren. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Was verdient ein Oberbürgermeister in Marburg eigentlich? Wie viele Urlaubstage hat er? Wie sehen seine Arbeitszeiten normalerweise aus? Die OP hat nachgefragt – hier finden Sie die Antworten.

Wie viel Geld verdient ein OB in Marburg?

Die Besoldungsgruppe ergibt sich aus der „Verordnung über die Besoldung, Dienstaufwandsentschädigung und Reisekostenpauschale der hauptamtlichen kommunalen Wahlbeamten auf Zeit. Sie richtet sich nach der Größe einer Stadt. Im Falle Marburgs mit aktuell rund 77 000 Einwohner ist das OB-Amt der Besoldungsgruppe B 7 zugeordnet.

Nach dieser Grundgehaltstabelle bedeutet das ein monatliches Grundgehalt von 10 145 Euro brutto. Hinzu kommt eine monatliche Aufwandsentschädigungspauschale von 383 Euro.

Für welche weiteren Tätigkeiten wird ein OB neben dem Amt als solchem entlohnt – und darf er oder sie das Geld behalten?

Kraft des Amtes ist ein OB der Stadt Marburg – oder ein von ihm/ihr benanntes Magistratsmitglied – im Aufsichtsorgan städtischer Gesellschaften aller Art, wie zum Beispiel im Aufsichtsrat der SEG, der Stadtwerke, der Gewobau oder der Altenhilfe St. Jakob. Wie die Tätigkeit vergütet wird, legt das jeweilige Gremium selbst fest.

Wöchentliche Arbeitszeit? Laut Vertrag 40 Stunden

Für alle Vergütungen aus diesen Tätigkeiten zusammengenommen gilt aber eine Obergrenze von insgesamt 6150 Euro im Jahr. Beträge, die diese Obergrenze übersteigen, muss ein OB an den Dienstherren – in dem Fall die Stadt selbst – abführen. Ausnahme ist der Verwaltungsrat der Sparkasse. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, ein OB erhält eine Aufwandsentschädigung, die nicht an die Stadt abgeführt werden muss.

Wie viel Urlaubsanspruch hat ein OB?

Ein Oberbürgermeister hat den Status eines Beamten auf Zeit. Nach der Urlaubsverordnung im Lande Hessen beträgt der Urlaubsanspruch 30 Arbeitstage pro Jahr.  

Wie viele Wochenstunden arbeitet ein OB (vertraglich und real)?

Nach der Verordnung über die Arbeitszeit der hessischen Beamten beträgt die regelmäßige Arbeitszeit der hauptamtlichen Beamten bei Vollzeitbeschäftigung bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres 41 Stunden pro Woche, ab Beginn des 61. Lebensjahres 40 Stunden pro Woche. 

Die reale Arbeitszeit eines OB liegt in aller Regel aber deutlich höher – je nach eigener Schwerpunktsetzung und persönlichem Engagement. Wöchentliche Arbeitszeiten mit mehr als 70 Stunden an sechs Arbeitstagen sind keine Ausnahme.

 

Es gelten die beamtenrechtlichen Bestimmungen und somit auch die geltenden Beschränkungen für die Ausübung bestimmter Nebentätigkeiten. Ein OB darf demnach nicht in Angelegenheiten beratend oder entscheidend mitwirken, in denen es einen Widerstreit der Interessen gibt. Ein klassisches Beispiel für einen solchen Widerstreit der Interessen wären Grundstücksgeschäfte, bei denen ein OB selbst oder Angehörige involviert wären.

 

Innerhalb der Stadt sind es jährlich etwa 3000 Kilometer, außerhalb Marburgs rund 6500 Kilometer. In einer Durchschnittswoche sind rund 15, teilweise mehrere Stunden dauernde Gespräche innerhalb der Verwaltung, mit städtischen Gesellschaften und Gremiensitzungen im Kalender.

Gespräche mit Bürgern, Vereinen, Unternehmen und Initiativen zu aktuellen Fragestellungen und Problemen sind für weitere etwa zehn Termine pro Woche verantwortlich. Dazu kommen Besuche von Veranstaltungen, meist an Abenden und am Wochenende, die sich in einer Durchschnittswoche durchaus auch auf über zehn Termine verteilen. Aktenlesen, Entwürfe ausarbeiten oder Parteiarbeit kommen obendrauf.

 

Marburgs OB ist Dienstvorgesetzter von rund 1500 Stadtverwaltungs-Mitarbeitern.

 

Für seine Arbeit muss sich der OB den Bürgern, die ihn auch direkt wählen, gegenüber verantworten. Dienstrechtlich muss sich der OB dem Regierungspräsidenten in Gießen (RP) gegenüber verantworten. Wenn es etwa eine Dienstaufsichtsbeschwerde gibt, ist die beim RP zu stellen, der darüber entscheidet.

 

600 Gramm.

Von Björn Wisker

14.02.2021
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