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Marburg „myPiggy“ ist das Sparschwein 2.0
Marburg „myPiggy“ ist das Sparschwein 2.0
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13:03 22.11.2021
Stellten „myPiggy“ vor: Helmut Euler (von links), Gabriele Schäfer-Langohr, Gerhard Ursprung und Tamara Kaiser.
Stellten „myPiggy“ vor: Helmut Euler (von links), Gabriele Schäfer-Langohr, Gerhard Ursprung und Tamara Kaiser. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Stadtallendorf

Freundlich grinst es, das orangefarbene Sparschwein mit blauen, angelegten Ohren, blauen Füßen und blauem Ringelschwanz. An der Oberseite hat es – wie es sich für ein Sparschwein gehört – einen Schlitz zum Geldeinwurf. Die Schweinenase zieren jedoch zwei Schlitze statt runder Löcher. Und an der Seite gibt es ein Bullauge – das offenbart sich auf den zweiten Blick als Display. Und spätestens dann wird klar: „myPiggy“, wie die VR Bank Hessenland das Schwein getauft hat, ist etwas Besonderes – nämlich ein „Sparschwein 2.0“, das digital mit einem Konto verknüpft werden kann. Die Schlitze in der Schnute sind Powerbank-USB-Anschlüsse, und am Ringelschwanz lässt sich „myPiggy“ öffnen.

Ein digitales Sparschwein – wozu ist das gut? „Uns hat die Idee fasziniert, das traditionelle Sparschwein in die digitale Zukunft zu überführen und gleichzeitig jahrzehntelange Gewohnheiten zu bewahren“, fasst Helmut Euler, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Hessenland, die Idee hinter dem Hightech-Schwein im Gespräch mit der OP zusammen.

„Darüber hinaus war es unser Ziel, die Eltern bei ihrer Verantwortung zur finanziellen Bildung ihrer Kinder aktiv zu unterstützen.“ Und: In dem Gesamtkonzept sollte natürlich auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen.

Vor fünf Jahren sei die erste Idee während einer bundesweiten Bankleitertagung entstanden. Denn Thema damals: Digitalisierung – „dabei kam es auch zu der Frage, wie denn eigentlich der Weg des digitalen Sparens in die Zukunft aussehen könnte“, erinnert sich Euler. Ein Professor des renommierten Hasso-Plattner-Instituts nahm die Anregung mit zu seinen Studierenden – und einige Zeit später kam es zu einem Treffen, bei dem auch ein Prototyp aus Pappe inklusive der ersten Idee geboren wurde.

Eigene Gesellschaft für das Projekt gegründet

Aus der Idee wurde ein Projekt, das Projekt wurde mit finanziellen Mitteln ausgestattet – und Gerhard Ursprung wurde zunächst Projektleiter.

„Nach sehr intensiver Projektarbeit sind wir stolz, ein hoch entwickeltes IoT-Produkt mit gekoppelter App und Schnittstelle zur kontoführenden Bank als Alleinstellungsmerkmal in unserer Region anbieten zu können“, sagt Helmut Euler.

Zuvor war jedoch die Gesellschaft „VR Family Finance“ gegründet worden – denn es mussten ja Verträge beispielsweise mit Lieferanten oder Software-Entwicklern abgeschlossen werden. „Rund 18 Dienstleister hängen an dem Projekt“, sagt Ursprung, mittlerweile Sprecher der Geschäftsführung der neuen Gesellschaft. Mit „myPiggy“ will die Bank – inklusive eines pädagogischen Konzepts – Familien digital und analog fit für die finanzielle Zukunft machen. Denn: Online einkaufen, digital bezahlen – alles geschieht ohne Bargeld. Wie sollen Kinder also den Wert der Dinge erfahren – in einer bargeldlosen Zeit, in der selbst Erwachsene den Überblick über ihre Finanzen schnell verlieren können?

Dabei soll das digitale Sparschwein helfen: Kinder können beispielsweise Wünsche definieren – etwa einen neuen Kopfhörer. Der Wert des Kopfhörers wird bei den Eltern in der App, die zu „myPiggy“ gehört, eingespeichert. Wenn das Kind sein Sparschwein schüttelt, dann kann es im Display an der Seite sehen, ob es sich einen oder gar mehrere Wünsche schon erfüllen kann. „Oder es sieht, dass es vielleicht noch länger spart, um sich einen anderen, teureren Wunsch zu erfüllen“, erläutert Euler.

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass sich das Erlernen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Geld im Kindesalter positiv auf das finanzielle Verhalten im Erwachsenenalter auswirke. Und für eigene Wünsche sparen zu lernen und sich diese erfüllen zu können, vermittele Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld.

Ziel: Einfacher Zugang zu finanzieller Bildung

„Unsere Vision bei der Entwicklung von ‚myPiggy‘ und dessen Ökosystem ist, jeder Familie einen einfachen Zugang zum Thema finanzielle Bildung zu ermöglichen und dabei ein seriöser und zuverlässiger Partner zu sein. Jetzt, nach einer langen Zeit der Entwicklung, macht es mich stolz zu sehen, dass wir ein Zusammenspiel aus Services und Produkten geschaffen haben, welches dies ermöglicht“, verdeutlicht Gerhard Ursprung.

Der Weg dahin war nicht nur aufgrund der Projektentwicklung schwierig – denn auch die Rohstoffkrise inklusive Chipmangels sorgte für Probleme. Doch nun ist das Schwein am Start – mit dem Ziel, auch bundesweit von Nutzen zu sein.

Die Referentin für junge Kunden und Familien, Tamara Kaiser, ist vom pädagogischen Konzept, dem auch entsprechende Studien zugrunde liegen, überzeugt. „myPiggy“ ist ein interaktiver Spielkamerad, der durch einfaches Heben und Schütteln kindgerecht gesteuert wird. Dadurch macht Sparen Spaß und wird zum Erlebnis. Wecker, Nachtlicht und USB-Ladestation machen es zudem alltagstauglich, und ein integriertes Spiel unterstützt die Kinder beim Erlernen des Zählens und Rechnens. Sparen funktioniert mit echten und auch mit virtuellen Münzen. Im Lernmodus steht den Kindern ein digitales Guthaben zur Verfügung, auch ohne tatsächliche Kontoanbindung. Zudem erhalten Eltern Tipps zu aktuellen Erziehungstrends und werden hinsichtlich regionaler Themen auf dem Laufenden gehalten.

Mehr zur myFamilyFinance-App

Die myFamilyFinance-App steht in den jeweiligen App-Stores kostenlos zum Download bereit. „MyPiggy“ kann in den Geschäftsstellen oder online unter www.vrbank-hessenland.de/junge-kunden/mypiggy.html zum Preis von 69,90 Euro erworben werden.

Von Andreas Schmidt