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Marburg Von wegen Paradies unter Palmen
Marburg Von wegen Paradies unter Palmen
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08:00 05.03.2021
Auf dem Markt gibt es unter anderem Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Fortschrittlich: Plastiktüten sind dort verboten, jeder muss seine Behältnisse mitbringen.
Auf dem Markt gibt es unter anderem Obst und Gemüse aus eigenem Anbau. Fortschrittlich: Plastiktüten sind dort verboten, jeder muss seine Behältnisse mitbringen. Quelle: Katja Dorothea Buck
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Marburg

„Worauf bauen wir“ – eine konkrete Frage, die sehr viele Antworten zulässt. Die Frage kommt vom anderen Ende der Welt, nicht aus „Down Under“, sondern von einer Inselgruppe, 2300 Kilometer östlich von Australien im Pazifischen Ozean gelegen. Im Ganzen sind es 83 Inseln, die den Staat Vanuatu ausmachen.

Frauen aus Vanuatu haben unter der eingangs erwähnten Fragestellung die Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag erstellt. Die Gesamteinwohnerzahl erreicht die Hälfte der Einwohnerzahl von Bremen: 300 000. Aktuell, so die Marburger Pfarrerin Andrea Wöllenstein, hat die Lage der Inseln einen Vorteil. Es gibt dort keinen Corona-Virus. Weil keiner dorthin darf, aber auch keiner von dort ausreisen darf.

Und das war es dann auch schon mit den Vorteilen, denn so Wöllenstein, Vanuatu gehört nicht nur zu den Fleckchen auf der Erde, die schon mitten drin sind im Klimawandel, es ist das Land, das am meisten vom Klimawandel bedroht ist. Dürre auf der einen Seite und extreme Regenfälle auf der anderen Seite setzen der Selbstversorgung zu.

Dazu kommen Zyklone, die mitunter wesentlich heftiger als gewohnt ausfallen. Auf den Inseln gibt es 240 Kilometer gepflasterte Straßen, viele Orte lassen sich nur mit Boot und Flugzeug erreichen, die Menschen leben so isoliert, dass es dort noch 130 Sprachen gibt, teilweise nur von wenigen Hundert gesprochen.

Es ist normal, dass sich Menschen von benachbarten Inseln mitunter nicht in der Muttersprache verstehen, für eine Verständigung gibt es aber noch Englisch und Französisch.

Frauen haben es sehr schwer in der Gesellschaft, werden nicht nur von Männern in klassische Rollen gedrängt, sondern erleben oftmals gegen sich körperliche Gewalt, durchaus auch mit bleibenden Schäden.

Trotz Corona wollen hiesige Kirchengemeinden den Weltgebetstag begehen und auf die Situation der Menschen, insbesondere der Frauen, hinweisen.

Einige Kirchengemeinden kündigten auch schon an, Vanuatu noch mal später im Jahr zum Thema zu machen, insbesondere was die Kollekte angeht, denn wie soll die gesammelt werden, wenn vieles nur virtuell oder per Video laufen kann? Schon die Vorbereitung der Frauen hierzulande war schwierig.

„Sonst haben wir immer ein gut besuchtes Vorbereitungstreffen in Niederweimar, dieses Mal ging der Studientag nur online. Damit haben wir vielleicht 30 Prozent der üblichen Interessierten erreicht, sagt Pfarrerin Wöllenstein.

Gottesdienste und andere Angebote

In der Regel unterrichten die Kirchengemeinden gut, wie sie was planen, ein jeder sollte sich anschauen, was vor Ort geplant ist. Es gibt am Freitag, 5. März, einige Präsenzgottesdienste unter Einhaltung der Corona-Vorschriften, etwa in der Stiftskirche Wetter und den katholischen Kirchen in Neustadt und Cölbe. In der Elisabethkirche in Marburg findet ab 18 Uhr ein Gottesdienst statt, der von einem ökumenischen Team der Innenstadtgemeinden vorbereitet wird. Dabei wirkt unter anderem der Pianist Jean Kleeb mit. Tickets für die Elisabethkirche müssen vorher gebucht werden, entweder online auf der Homepage der Elisabethkirche, oder in der Küsterstube, im Gemeindebüro, beim Pfarrer oder bei einem Nachbarn. Viele Kirchengemeinden bieten zudem offene Kirchen an, aus denen man sich Weltgebetstagstüten mit Rezepten und Informationen zum Weltgebetstagsland Vanuatu abholen kann, andere bieten in den Tagen Stationenwege an. Und auch das gibt es: In Zusammenarbeit mit dem Organisations-Team bietet das „Waldhotel am Turm“ in Burgholz am Sonntag, 7. März, zwei Gerichte aus dem Themenland Vanuatu an. Essensbestellung sind bis zum 4. März zu richten an Karin Schmidt (Hatzbach, 06428/443950), Erika Zimmer (Wolferode, 06425/ 1036), Julia Lange, (Pfarramt Josbach, 06425/1303), Rosita Schmidt (Halsdorf, 06425/6283) und Marita Weigel (Albshausen, 06425/81961). Einen Zoom-Gottesdienst mit Frauen aus verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises Kirchhain gibt es am 5. März ab 19 Uhr. Anmeldungen dazu im Internet unter: https://zoom.us/j/96631435251?pwd=bE paaj Z s Nm11em9XQU VaN3NrSHNvZz09

Andere Kirchengemeinden senden auf dem Youtube-Kanal ihrer Kirchengemeinde Videos.

Von Götz Schaub