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Marburg Weihnachtsmarkt in Marburg abgesagt – aber nicht ganz
Marburg Weihnachtsmarkt in Marburg abgesagt – aber nicht ganz
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10:58 05.11.2020
Den Weihnachtsmarkt an der Elisabethkirche wird es in diesem Jahr nicht geben. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Der Weihnachtsmarkt in Marburg ist abgesagt – aber nur so halb. Wie Magistrat und Stadtmarketing am Mittwoch auf OP-Anfrage mitteilen, könnten die bis zuletzt geplanten Märkte auf dem Marktplatz und der Elisabethkirche wegen der Corona-Beschränkungen, den bestehenden Pandemie-Verordnungen nicht stattfinden. „Es wäre gegenüber Standbetreibern sowie Menschen, die dort arbeiten und erst recht gegenüber Besuchern nicht zu rechtfertigen, wenn sie sich dort in Gefahr bringen würden", sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) mit Verweis auf die zuletzt gestiegenen Infektionszahlen.

Jedoch: „Wir arbeiten an einer Lösung, die unseren Schaustellern zumindest ansatzweise durch die Adventszeit hilft", sagt Jan-Bernd Röllmann, Stadtmarketing-Geschäftsführer. So solle es in der Adventszeit zwischen Ende November und Heiligabend trotzdem ein „weihnachtliches Flair“ in Form von beleuchteten Buden, dem Duft von gebrannten Mandeln und weihnachtlichen Melodien in der Stadt geben.

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Verkauf von Glühweinist an Ständen erlaubt

Schon seit vier Wochen gibt es dezentral einzelne Verkaufsstände im Stadtgebiet, etwa auf dem Marktplatz, vor dem Cineplex-Kino, am Heumarkt oder in der oberen Gutenbergstraße. Die Stadt hat nach eigenen Angaben nun weitere, insgesamt rund 20 Flächen ausgewiesen, an denen Buden aufgestellt werden können – mit ausreichend Abstand dazwischen und über die Stadt verteilt.

Auf diesen kostenlos zur Verfügung gestellten Plätzen könnten die Standbetreiber, die sich ursprünglich für den Weihnachtsmarkt an der Elisabethkirche sowie den Adventsmarkt auf dem Marktplatz angemeldet hatten, unter Einhaltung der geltenden Regeln Essen oder Waren anbieten. Was ist mit Glühwein? Wie im jüngst erstellten Sicherheitskonzept festgeschrieben, einem Ja zum Verkauf „ohne Schuss“, also ohne Schnaps-Zusatz? Reine Glühwein-Stände wird es laut Stadt nicht geben. Aber: Neben anderen Waren darf auch dieser angeboten werden. Der Glühwein-Verkauf ist zentral für das Geldverdienen für die Buden-Betreiber – wenn die Personalkosten für sie höher sind als die zu erwartenden Einnahmen, schadet ihnen eine Austragung mehr als dass sie ihnen nütze.

Die Liste mit potenziellen Flächen für Buden haben die Organisatoren der beiden Märkte an Elisabethkirche und Marktplatz, Karl van Elkan und Adi Ahlendorf von der Stadt erhalten. Sie prüfen diese nun mit den Standbetreibern und wollen das Ergebnis, also das Interesse an den Buden-Standorten zügig an die Stadt zurückmelden. Für eine Stellungnahme waren die Schausteller gestern für die OP nicht erreichbar.

Hintergrund des städtischen Vorgehens ist, dass man seitens der Behörden zwar Menschenansammlungen an Verkaufsständen vermeiden und keinen allzu großen Wohlfühl-Charakter schaffen will. Aber gleichsam ist dem Stadtmarketing daran gelegen, in den Weihnachtswochen zumindest etwas öffentliches Leben zu ermöglichen. Nicht zuletzt soll damit den Schaustellern wie der Ahlendorf-Familie, die seit Jahrzehnten massives soziales Engagement zeigt, eine Möglichkeit zum Geldverdienen gegeben werden. Immerhin tragen sie bei den heimischen Wirtschaftsbetrieben die Hauptlast, da alle Feste – und nun eben auch der eigentliche Weihnachtsmarkt – abgesagt worden sind.

Auf der Liste der möglichen Orte sind laut Stadtverwaltung solche, die bislang dafür in der Adventszeit nicht genutzt wurden. Die Freisitz-Flächen direkt vor den Gastronomiebetrieben, die die Cafés, Lokale und Restaurants selbst nutzen, werden gesondert behandelt: Auf ihnen darf nur dann eine Bude stehen, wenn Wirte nichts dagegen einzuwenden haben, beziehungsweise diese den Freisitz nicht auch in der kalten Jahreszeit selbst nutzen wollen.

Von Björn Wisker