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Marburg Weihnachtskonvoi rollt durch Marburg-Biedenkopf
Marburg Weihnachtskonvoi rollt durch Marburg-Biedenkopf
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20:00 12.12.2021
60 Kilometer rollte der bunte Konvoi durch den Landkreis.
60 Kilometer rollte der bunte Konvoi durch den Landkreis. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Es war – ohne zu übertreiben – ein Ereignis, das sich nur in Superlativen beschreiben lässt. Am Samstagabend rollte der zweite Lkw-Weihnachtskonvoi durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Was im vergangenen Jahr schon ein Riesenerfolg war, wurde in diesem Jahr noch einmal überboten: 159 weihnachtlich geschmückte Lkw, Tausende Menschen an den Straßenrändern, strahlende Kindergesichter und gestandene Trucker mit Tränen in den Augen. „Es war phänomenal. Einfach unglaublich. Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Letztes Jahr war schon top. Aber diesmal haben alle noch einen draufgesetzt“, sagt Ralf Kalabis-Schick am Tag nach dem Konvoi. Der 50-jährige Familienvater hat das Spektakel zu verantworten.

„Der Hammer“

Er war es, der Trucker aus ganz Deutschland zusammengetrommelt hat, um den Menschen in Marburg-Biedenkopf zum mittlerweile zweiten Mal ein ganz besondere Weihnachtsfreude zu machen. „Und wir haben anscheinend alles richtig gemacht.“

Es gab keinen Ort entlang der Route, wo niemand auf der Gasse stand, als die Brummis vorbeirollten. „Das Publikum war der Hammer – vor allem in Wetter und Sterzhausen. Und auch die Feuerwehr in Goßfelden – Wahnsinn“, sagt Kalabis-Schick und kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. In Goßfelden am Kreisel hätten sämtliche Feuerwehrfahrzeuge der Gemeinde gestanden – weihnachtlich geschmückt und mit Blaulicht. Dazu ein großes Banner mit der Aufschrift „Danke“.

159 geschmückte LKW rollten 60 Kilometer durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Tausende Menschen verfolgten das Spektakel an den Straßenrändern.

„Rotz und Wasser“

Kalabis-Schick gibt zu, dass er in diesem Augenblick mehr als nur Tränen in den Augen gehabt hatte. „Ich habe Rotz und Wasser geheult, ehrlich“. Und auch den anderen Fahrern sei es so ergangen. „Alle waren begeistert und schwer gerührt. So etwas haben sie noch nicht erlebt“, sagt Kalabis-Schick. Die Trucker zeigten sich sehr kreativ beim Schmücken ihrer LKW. Neben Lichterketten gab es auch zahlreiche dekorative Höhepunkte: Große beleuchtete Eisbären, Schnee- und Weihnachtsmänner zierten die Ladeflächen. Auf einem LKW war sogar eine ganze Weihnachtslandschaft aufgebaut – mit Rentieren, Schlitten und Weihnachtsbäumen. Und selbstverständlich durfte auch die Oldtimer-Drehleiter der Feuerwehr Marburg nicht fehlen. „Da sitzt sogar ein Weihnachtsmann am Steuer“, jubelte der achtjährige Janne, der den kompletten Konvoi mit seiner Kamera abfilmte – 23 Minuten lang. Insgesamt waren die Trucker drei Stunden unterwegs. Zwar mache die Organisation eines solchen Spektakels mehr als nur viel Arbeit, aber der Aufwand habe sich definitiv gelohnt. „Wir, das heißt, alle Fahrer und Helfer, haben viel gegeben. Aber wir haben noch mehr zurückbekommen. Die vielen Menschen, die lachenden und winkenden Kinder. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut.“, sagt Kalabis.

Nach Schätzungen der Polizei verfolgten insgesamt 25.000 bis 35.000 Menschen den Konvoi an den Straßenrändern. Quelle: Tobias Hirsch
Bunt glitzernd rollte der Weihnachtskonvoi knapp 60 Kilometer durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Quelle: Tobias Hirsch
Kreativer Weihnachtsschmuck auf einer Sattelzugmaschine. Quelle: Tobias Hirsch

In der Nacht nach Portugal

Und als ob das nicht schon Auszeichnung genug wäre, erhielt er am Samstagabend auch noch das historische Stadtsiegel der Universitätsstadt Marburg für sein Engagement in der Region.

Viele Zuschauer am Straßenrand filmten und fotografierten den Weihnachtskonvoi. Es dauerte mehr als 20 Minuten, bis alle LKW vorbeigefahren waren. Insgesamt war der Konvoi drei Stunden unterwegs. Quelle: Tobias Hirsch
Die Oldtimer-Drehleiter der Feuerwehr Marburg. Quelle: Tobias Hirsch

„Ich möchte mich wirklich bei jedem Einzelnen bedanken, der mitgemacht hat. Nicht nur bei den Fahrern und Helfern, sondern auch bei jedem Menschen, der am Straßenrand stand“, sagt Kalabis-Schick und kündigt an, dass es im nächsten Jahr wieder einen Weihnachtskonvoi geben werde. Und wie geht es jetzt für Ralf Kalabis-Schick weiter? Erstmal Urlaub? Er lacht: „Nein. Ich fahre jetzt nach Hause, wasche meine Dreckwäsche und in der Nacht geht es dann nach Portugal.“ Beruflich natürlich – aber ohne Weihnachtsschmuck.

Von Tobias Hirsch

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