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Marburg Akteure aus der Waggonhalle zelebrieren Weihnachsstimmung
Marburg Akteure aus der Waggonhalle zelebrieren Weihnachsstimmung
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15:58 22.03.2021
Weihnachtsfestival in der Waggonhalle: Der Chor aus der Theater-GegenStand-Produktion singt klassische Weihnachtslieder.
Weihnachtsfestival in der Waggonhalle: Der Chor aus der Theater-GegenStand-Produktion singt klassische Weihnachtslieder. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ostern ist das neue Weihnachten. Besinnlich geht immer. Schlimmer wird’s nimmer. Oder sind wir nicht alle ein wenig Bluna? Das erste Marburger Weihnachtsfestival des alternativen Kulturzentrums Waggonhalle mag ein besonders absurdes Beispiel für die neuen Unübersichtlichkeiten unserer corona-geplagten Zeit sein.

Alles corona-konform

Jedenfalls, und das ist jetzt die – gute oder schlechte –, jedenfalls die (Weihnachts-)Botschaft: Das Festival ging am Wochenende von Freitag- bis Sonntagabend über die Bühne, und das ganz corona-konform, also ohne „Live“-Zuschauer vor Ort und größtenteils auf der Open-Air-Bühne vor der Waggonhalle eingespielt und dann online auf Youtube versendet.

Weihnachtsfestival in der Waggonhalle - "Christmas Carol Singers", Der Chor aus der Theater GegenStand singt klassische Weihnachtslieder. Quelle: Thorsten Richter

Stichprobenartige Inaugenscheinnahmen ergaben, dass die Akteure ihr weihnachtliches Kulturprogramm, wie mit den Geldgebern aus dem hessischen Wissenschaftsministerium vereinbart, zum Besten gaben – und das durchaus engagiert. So ergaben sich auch skurrile Momente, wenn der Chor aus der Theater-GegenStand-Produktion „Eine Weihnachtsgeschichte“ am Samstagvormittag mit Inbrunst den Song „I’m dreaming of a white christmas“ sang, während die Sonnenstrahlen die Akteure fast schon ein wenig blendeten und eher an Frühlingsgefühle erinnerten.

Geplant für Weihnachten des vergangenen Jahres

Bekanntlich war die geförderte Kulturveranstaltung ursprünglich kurz vor Weihnachten 2020 geplant gewesen, konnte damals aufgrund des Lockdowns nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden und wurde jetzt deswegen explizit als Weihnachts- und nicht als Frühlingsfestival nachgeholt, weil sonst bis Ende des Monats die Fördergelder verfallen wären.

Weihnachtsfestival in der Waggonhalle. Quelle: Thorsten Richter

Weihnachtsstimmung kurz vor Ostern, „Christmas Carols“ (also englische Weihnachtslieder), Geschichten über eine Bergweihnacht oder einen Kochkurs für ein weihnachtliches Menü (Rinderrouladen mit Soße, Rotkohl und frischen Spätzle sowie als Nachtisch Bratapfel mit Marzipan und Vanillesoße) kurz vor Ostern und sogar einige etwas weniger weihnachtliche Acts wie eine „Schneewittchen“-Aufführung oder eine Feuer-Jonglage.

Wenige Zuschauer vor den Bildschirmen

Die Zahl der Zuschauer, die sich dieses Spektakel live im Netz anschauen wollten, hielt sich insgesamt augenscheinlich in arg karg bemessenen Grenzen, was allerdings auch angesichts der großen Konkurrenz an Livestreams oder zur Verfügung stehenden Online-Konserven oder angesichts des guten Wetters und vielleicht der falschen Zeit des Jahres für diese Art von Festival verständlich erschien.

Weihnachtsfestival in der Waggonhalle - WC-Perlen Ramona und Bianca Quelle: Thorsten Richter

Es stellen sich aber abschließend doch noch drei Fragen: War ein Beamter des Ministeriums dienstverpflichtet, um den ordnungsgemäßen Vollzug des Kulturprogramms zu kontrollieren?

Was passiert nun mit dem Weihnachtsschmuck?

Hatten die Moderatoren Matze Schmidt (Intendant der Waggonhalle) und Magdalena Kaim Spaß an ihrer weihnachtlichen Bekleidung mit Weihnachtsmännern bedruckten Norwegerpullovern und weihnachtlichen Mini-Mützchen?

Und was um Himmels willen passiert nach dem Event mit den 50 Kisten Weihnachtsschmuck, die die Waggonhalle zu Dekozwecken geschenkt bekam?

Von Manfred Hitzeroth

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