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Marburg Linke: Chancen der Brückensperrung nutzen
Marburg Linke: Chancen der Brückensperrung nutzen
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18:00 18.03.2018
So sieht es aktuell auf der Weidenhäuser Brücke aus. An der geänderten Verkehrsführung aufgrund der Brückensperrung erkennt die Marburger Linke deutliche Vorzüge. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Oberbürgermeister Spies sagte, der Eindruck, die Marburger Innenstadt sei nicht erreichbar, sei „sehr ärgerlich“. Die Verkehrsbeobachtungen der ersten Sperrungswoche hätten lediglich eine „maßvolle“ Zunahme von Verkehrsbelastungen ergeben – diese seien jeden Tag woanders gewesen. Zu den Stoßzeiten gebe es weiterhin Staus, aber zu bestimmten Zeiten auch eher weniger Verkehr.

Auch am Mittwoch kam es am Morgen und am Nachmittag in der Innenstadt zu längeren Wartezeiten für die Autofahrer. Spies sagte, die Bahnhofs-Gegend sei weiterhin das „Sorgenkind“. Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) nannte außerdem die Südspange/Gisselberger Straße­ als Problemzone, doch „im ­Wesentlichen läufts“. Insgesamt sei die Verkehrs-Veränderung deutlich harmloser als vom Magistrat befürchtet, fasste Spies zusammen.

Köster: Teile Marburgs werden entlastet

Auch Henning Köster (Marburger Linke) widersprach dem Eindruck, Marburg stecke im Stau. Er selbst mache eine ganz andere Erfahrung. In bestimmten Teilen der Stadt und zu bestimmten Zeiten gebe es zwar Stau, aber in weiten Teilen der Stadt sei es „eher ruhig“. Die Linken sehen vor allem zwischen Erlenring und Weidenhäuser Brücke ein Potenzial zur positiven Nutzung der veränderten Verkehrsführung.

Dies bekräftigen sie in einem Antrag, der in der nächsten Ausschusssitzung thematisiert werden soll. Die Linken wollen ein „Konzept zur positiven Nutzung des Straßenraums vor der Weidenhäuser Brücke Richtung ­Erlenring für den Zeitraum ihrer Sperrung“.

„Statt ausschließlich die Beeinträchtigungen für einen Teil der Pendler zu beklagen und tendenziell die Attraktivität der Einkaufsstadt Marburg im Umland schlecht zu reden, sollten die Chancen dieses vorübergehenden Zustands genutzt werden und auch beworben werden“, heißt es in der Begründung des Antrags. Die „deutlich erkennbaren Vorzüge“ seien in der veröffentlichten Meinung bisher weitgehend unerwähnt geblieben.

Stadt richtet E-Mail-Adresse für Anregungen ein

Der Oberbürgermeister verwies außerdem darauf, was die Stadt bisher unternommen hat, um alternative Fortbewegungsmittel zum Auto sowie das Einkaufen in der Stadt zu fördern, etwa die Aktionen um die Nextbike-Nutzung oder die Förderung von Jahreskarten des öffentlichen Personennahverkehrs in Verbindung mit Einkaufsgutscheinen für Marburg.

Köster regte dazu an, im Zuge­ der Überprüfung der Ampelschaltungen auch an die Fußgänger zu denken. Als Beispiel nannte er die Fußgängerampeln am Erlenring und in der Biegenstraße. Stötzel verwies darauf, dass die Fußgängerampeln eine wichtige Funktion für die blinden Mitbürger haben, was ­beachtet werden müsse. Spies betonte, dass genau solche ­Anregungen an Bruecke@marburg-stadt.de gesendet werden können.

  • Kritik gibt es vonseiten der Rathausspitze und der Marburger SPD an den Vorwürfen aus der Wirtschaft, die sich besorgt über die Auswirkungen der Sperrung auf den Einzelhandel geäußert hatte. Mehr dazu lesen Sie hier.

von Simone Schwalm