Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Altes Bauwerk bekommt neuen Steg
Marburg Altes Bauwerk bekommt neuen Steg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 31.10.2018
Die Bauarbeiten an der Weidenhäuser Brücke laufen seit Jahresbeginn, Verzögerungen bei der Fertigstellung sind bereits bekannt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Der Anbau des Fußgängerstegs ist ab dem Jahr 2014 vor allen von Grünen, aber auch vom Behindertenbeirat und dem Ortsbeirat Weidenhausen befürwortet worden. Der Anbau soll Fußgängern künftig auch den direkten Weg über die Brücke in Richtung Stadthalle ermöglichen, ohne dass die Unterführung unter dem Rudolphsplatz genutzt werden muss. Viele forderten die Öffnung eines solchen neuen­ Stegs auch für Radfahrer. Doch wegen nicht ausreichender Breite – Kommunalpolitiker erinnerten an die Probleme auf dem alten Hirsefeldsteg – und dem Gefälle am Ende des Steganbaus auf der Weidenhausenseite, wurde eine Radbefahrbarkeit abgelehnt. Der Stahlsteg stand allerdings zwischenzeitlich vor dem Aus.

Während des im Jahr 2016 tobenden Grundsatzstreits um die Sanierungsbedürftigkeit der Weidenhäuser Brücke zwischen den Grünen um Ex-Bürgermeister Dr. Franz Kahle und der ZIMT-Regierung gab es Forderungen auf einen Verzicht – trotz fortgeschrittener Planungen und zugesagten Millionenförderung vom Land Hessen. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) stoppte wegen der damals als kritisch bewerteten Haushaltslage und drohender Mehrkosten die laufenden Sanierungs- und Steganbauplanungen, ließ mehrere Alternativen, auch ohne Steg, prüfen.

Magistrat: Steg für Leitungen nötig

Schon zuvor, im Jahr 2015 stellte sich eine Initiative um den Marburger Pascal Reisen gegen die Brückenumgestaltung. Der Steganbau werde wie ein „unpassend moderner Fremdkörper“ an der alten Brücke wirken. Er werde „das historische Bild des Bauwerks zerstören“ und zudem auch das Altstadt-Ambiente beeinträchtigen. „Wir müssen aufpassen, dass wir in dieser Stadt, die von ihrer Geschichte lebt, nicht immer mehr an den Erinnerungsstücken und Denkmälern sägen“, sagte der Student damals.

Ende vergangenen Jahres hieß es aus dem Magistrat plötzlich: Der Fußgängersteg müsse ­angebaut werden, weil Versorgungsleitungen der Stadtwerke nicht anderweitig unterzubringen seien. Die Haushaltssituation lasse es zudem zu, mit den rund fünf Millionen Euro kostenden Bauarbeiten zu beginnen. Der Steg soll nun im Laufe des kommenden Montags in mehreren Etappen angebaut werden.

von Björn Wisker

Mehr zur Weidenhäuser Brücken lesen Sie hier:

Termin für Teil-Eröffnung noch unklar