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Marburg Weniger Hotelbuchungen in Marburg
Marburg Weniger Hotelbuchungen in Marburg
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16:14 11.03.2020
Dem „Welcome Hotel“ in Marburg sind viele Übernachtungsgäste weggebrochen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

„Es hat sich massiv etwas geändert“, sagt Oliver-Peter Benz, Direktor des am Fuße des Marburger Schlossbergs gelegenen „Welcome-Hotels“. Vor allem die kurzfristigen Buchungen für März und April seien weggebrochen. Benz berichtet von Stornierungen in einem Umfang von 20 bis 30 Prozent. „Wir haben Änderungen im Buchungsverhalten bereits seit Mitte Februar gemerkt“, erläutert er. Bereits in der Faschingszeit seien im Gegensatz zu sonst weniger kurzfristige Hotelbuchungen zu beobachten gewesen. „Es haben auch Leute bewusst abgesagt“, erklärt der Hoteldirektor. Das betreffe besonders Geschäftsreisende aus Corona-Risikogebieten.

Trotz der momentanen Flaute hofft der Hoteldirektor aber auf eine Normalisierung der Situation. „Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens Ende April wieder ein normales Geschäft und Buchungsverhalten haben“, sagt Benz.

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Noch relativ entspannt reagiert Marcus Foertsch, Manager des „Vila Vita Hotels“ auf die Frage zu möglichen Änderungen im Buchungsverhalten. „Die Restriktionen bei Geschäftsreisen, die Firmen weltweit ausgerufen haben, machen sich bemerkbar“, teilte er mit. „Davon abgesehen, wie etwa am Individualreisen-Markt, lässt sich allerdings keine Veränderung im Buchungsverhalten erkennen“.

Michaela Richter, Chefin des Hotels „Marburger Hof“ sagt: „Momentan können wir noch nicht absehen, wie es sich entwickelt.“ Bisher könne sie nur von einigen Stornierungen durch Italiener sowie wegen der Absage der Oberhessenschau berichten. Noch hielten sich also die Änderungen im Buchungsverhalten in Grenzen. „Wir haben bisher noch Glück, weil wir hier nicht in den Metropolen sind. Die Hotels dort haben größere Schwierigkeiten“, berichtet Richter.

Veranstaltungen

Die Stadt Marburg sagt nicht grundsätzlich alle eigenen Veranstaltungen ab, sondern überprüft – in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt – jede einzelne. Sie orientiert sich dabei an den allgemeinen Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung für Großveranstaltungen des Robert-Koch-Instituts. Kriterien, die eine Rolle spielen, sind etwa der Veranstaltungsort und die erwartete Gästezahl sowie die Zielgruppe.

Im Erwin-Piscator-Haus ist die Stadt Marburg Vermieterin. Die Entscheidung, ob Veranstaltungen dort stattfinden, treffen die Mieter beziehungsweise Veranstalter in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und natürlich auch im Austausch mit der Stadt. Ob Veranstaltungen stattfinden oder nicht, kann direkt im Erwin-Piscator-Haus, Biegenstraße 15, erfragt werden (Telefon: 0 64 21 /  201-13 33).

Die Stadt Marburg hat dort auch die Hygienestandards verschärft und den Reinigungsrhythmus erweitert.

Bei Veranstaltungen im Marburger Kulturladen KFZ sind bisher keine Absagen wegen des Coronavirus geplant. „Solange es keine Vorgaben von Behörden wie dem Gesundheitsamt gibt oder Künstler von sich aus ihren Auftritt absagen, sagen wir nichts ab“, machte Matthias Wussow vom KFZ deutlich. Er wies aber daraufhin, dass sie im ständigen Austausch mit den zuständigen Behörden seien. Der KFZ-Mitarbeiter wies zudem darauf hin, dass das Kulturzentrum im Erwin-Piscator-Haus eine sogenannte „600“-er Halle sei. Das bedeutet, dass die Besucher-Kapazität maximal 600 Besucher umfasst.

Der Spielbetrieb im Hessischen Landestheater Marburg im Theater am Schwanhof läuft derzeit erst einmal wie bisher weiter und es sind keine „Corona“-bedingten Absagen geplant. Das sagt Lisa Hedler von der Öffentlichkeitsarbeit des Theaters auf Anfrage der OP. Sie verwies auf diesbezügliche Empfehlung des Deutschen Bühnenvereins, dem Bundesverband der Theater und Orchester. „Wir bewerten die Lage täglich neu, informieren unsere Mitglieder und stehen mit ihnen in Verbindung“, heißt es in der Empfehlung des Bühnenvereins.

Von Manfred Hitzeroth

11.03.2020
11.03.2020
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