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Marburg Wegen Corona: Studio statt Bühne
Marburg Wegen Corona: Studio statt Bühne
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11:58 24.11.2020
Die Schauspielerin Victoria Schmidt (hinten, Mitte) betreut die Experimentierbande des Hessischen Landestheaters Marburg. Auf dem Foto sind zu sehen: Jasmin Lohoff (von links), Pauline Werner, Nike Reindl, Birte Winkler, Lara Zieß und Sina-Marie Peetz. Quelle: Hessisches Landestheater Marburg
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Marburg

Externe Gruppen, die unter professioneller Leitung am Hessischen Landestheater Bühnenerfahrungen sammeln können, gibt es schon lange. Seit die Intendantinnen Carola Unser und Eva Lange das Ruder übernommen haben, heißen sie Theaterbanden. Die Experimentierbande ist eine davon – sie richtet sich an junge Menschen ab 18 Jahren.

Die Corona-Pandemie hat den ursprünglichen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht – an Proben und Aufführungen war nicht zu denken.

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Doch das Team blieb nicht untätig. Unter der Leitung von Victoria Schmidt haben Ariman Ramadan, Birte Winkler, Jasmin Lohoff, Lara Zieß, Nike Reindl, Pauline Werner, Simon Vöhringer, Sina Marie Peetz und Valentin Schulz die Bühne mit dem Aufnahmestudio getauscht und das Hörspiel „Neumondnacht“ entwickelt, das zur „Premiere“ am Donnerstagabend auf die Homepage des Landestheaters gestellt wurde und dort seither abgerufen werden kann.

Es geht um Vampire und Werwölfe mitten in Marburg. Und um Penny Holmes, die Ur-Ur-Ur-Großnichte des legendären Detektivs Sherlock Holmes. Sie soll einen Mord aufklären.

In Marburg wurde Albert van Helsing – ein Nachfahre des legendären Vampirjägers aus Bram Stokers Roman „Dracula“ – tot aufgefunden. Penny Holmes reist aus dem einmal mehr verregneten London nach Marburg und ermittelt – getarnt als Journalistin – bei der Jahreshauptversammlung des Verbands regionaler und Marburger Vampire, kurz VRMV, die im Marburger Landgrafenschloss abgehalten wird.

Dort hat sich unter anderem der recht eitle Obervampir Julius Caesar mit der zickigen Cleopatra eine neue Heimat aufgebaut. Beide streben den Vorsitz im Vampirverband an. Und dort wird kräftig intrigiert – warum sollte es bei Vampiren auch anders sein als bei Menschen?

In dem Krimi mit klassischer Ermittlungsarbeit mischen neben Caesar und Cleopatra noch eine Reihe anderer Figuren der Weltgeschichte mit: Kaiserin Sissi, Jeanne D’Arc oder die altägyptische Königin Arsinoé.

Rund eine Stunde lang dauert das atmosphärische Hörspiel, das mit zahlreichen Geräuscheffekten untermalt wird: Türen knarren, Regen prasselt, Grillen zirpen, Geschirr zerbricht auf dem Boden, Schwerter klirren. Aus der Not geboren, ist dem Ensemble eine gute Alternative zur Bühne gelungen.

Abrufbar ist „Mondscheinnacht“ weiterhin auf der Homepage des Landestheaters unter www.hltm.de

Von Uwe Badouin