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Marburg Marburger Cineplex schließt vorerst
Marburg Marburger Cineplex schließt vorerst
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14:00 18.03.2020
Das Cineplex Marburg liegt im Herzen der Stadt. Wegen der Corona-Pandemie musste es schließen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Von Mittwoch, 18. März, an sind das Marburger Cineplex und das Capitol-Center geschlossen, ebenso wie alle anderen Kinos, Kneipen, Bars und Diskotheken in Hessen. Die Landesregierung hat die Schließung verfügt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Das Cineplex und das Capitol-Center haben gestern Abend zugemacht. Marion Closmann wird jetzt „für die festangestellten Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragen“. Noch ist völlig unklar wie lange die Kinos geschlossen bleiben, die in der Universitätsstadt Marburg traditionell einen enormen Stellenwert haben. „Die Schließung kann für viele Kinos in Deutschland problematisch werden“, sagte Marion Closmann gestern der OP. „Vieles hängt von den Partnern und Behörden ab.“ Damit meint sie unter anderem Vermieter und Kreditgeber.

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Am Mittwoch ist eine Telefonkonferenz des Hauptverbands der deutschen Kinobetriebe geplant, in der das gemeinsame Vorgehen in Zeiten der Corona-Krise abgestimmt werden soll. „Wir sind mit den Filmverleihern und der Politik im Gespräch, wie wir die Branche retten können“, sagte Marion Closmann.

Doch Marion Closmann bleibt optimistisch. „Wir hoffen, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft wieder öffnen können und wir hoffen, dass dann Filme zur Verfügung stehen und unsere Gäste sich darauf freuen, wieder ins Kino gehen zu können.“ Das Motto der Branche: „Jetzt ist erst mal Kopfkino.... bis bald!“

Kino-Chefin Marion Closmann hofft auf bessere Zeiten nach dr Krise. Quelle: Thorsten Richter

Die Filmstarts waren schon seit geraumer Zeit ein Problem für die Kinos. Fast alle Starts wurden wegen der Corona-Pandemie reihenweise verschoben: Der neue James-Bond-Film etwa von April auf den Herbst, der neue „The Fast & Furious“ gleich auf 2021.

Nach dem für die Kinobranche katastrophalen Jahr 2018 hatten sich die Besucherzahlen 2019 konsolidiert. Auch das Jahr 2020 startete für die Kinos gut. Bis Corona kam.

Einen Lichtblick gibt es für die Cineplex-Gruppe, in der sich 30 mittelständische deutsche Familien-Unternehmen zusammengeschlossen haben, die bundesweit rund 50 Multiplexe und zahlreiche traditionelle und Filmkunst-Kinos betreiben: Die Cineplex-Gruppe hat gemeinsam mit Verleihern einen eigenen Streaming-Dienst etabliert, als Konkurrenz zu Streaming-Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime. „Man kann dort Filme ohne Abonnement streamen“, erklärt Marion Closmann. „Die Plattform ist seit einer Woche am Start.“ Es sei Zufall, dass der Start mitten in die Corona-Krise falle.

Den Streaming-Dienst findet man auf der Homepage des Marburger Cineplex. Er bietet nach Auskunft der Cineplex-Gruppe mehr als 1000 Filme, die man streamen oder kaufen kann.

Von Uwe Badouin

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