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Marburg Germany’s next Topvogel
Marburg Germany’s next Topvogel
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10:39 19.10.2020
Ein Rotkehlchen. Der Naturschutzbund lässt dieses Jahr öffentlich über den „Vogel des Jahres“ abstimmen. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Marburg

Ab sofort kann jede und jeder unter vogeldesjahres.de seinen Lieblingsvogel nominieren, teilte der Nabu mit. Die erste öffentliche Wahl zum 50. Jubiläum der Aktion „Vogel des Jahres“ verläuft in zwei Phasen. Bis zum 15. Dezember werden aus insgesamt 307 Vogelarten die Top-Ten-Kandidaten ermittelt. Hierbei stehen alle in Deutschland brütenden sowie die wichtigsten Gastvogelarten des Landes zur Auswahl. Die zehn von der Bevölkerung meist nominierten Vogelarten gehen dann ab dem 18. Januar ins finale Rennen um den Titel. Am 19. März 2021 verkündet der NABU den ersten öffentlich gewählten Vogel des Jahres.

Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des Nabu Hessen, sagt: „Ob Rotkehlchen, Weißstorch oder Eisvogel – vielen Menschen in Deutschland liegt eine ganz bestimmte Vogelart besonders am Herzen. Wir sind schon sehr gespannt, für wen sich die Hessen mehrheitlich entscheiden werden und rufen alle dazu auf, sich an dieser Wahl zu beteiligen. Hierfür braucht es keine besonderen Vorkenntnisse, sondern nur die Begeisterung für den eigenen Lieblingsvogel.“

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Rund 45 Prozent der heimischen Brutvogelarten stehen auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“, sieben weitere Prozent auf der entsprechenden Vorwarnliste, teilte der Nabu mit. Besorgniserregend ist vor allem die Situation von Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche sowie vieler anderer Vogelarten in der Agrarlandschaft. Deutschland verzeichnet seit 1980 bei den Feldvögeln eine Bestandsabnahme von 34 Prozent. Mehr als zehn Millionen Vogelbrutpaare sind damit bereits von den Wiesen und Feldern Deutschlands verschwunden.

Weniger Lebensraum für Vögel

Maik Sommerhage, hessischer Nabu-Vogelschutzexperte, erklärte zu den Gründen: „Die Intensivierung der Landwirtschaft schreitet ungebremst voran. Immer mächtigere Maschinen auf immer größeren Feldern lassen den Vögeln immer weniger Lebensraum. In den riesigen leergeräumten Monokultur-Landschaften finden sie keine Nahrung mehr, selbst Feld- und Wegränder werden immer kleiner. Wir brauchen dringend eine andere Form der Landwirtschaft, um die Feldvögel zu retten.“ Auch viele weitere Vogelarten kämpften mit Problemen, teilte der Nabu mit. So verlieren Mauersegler und Schwalben zum Bespiel bei der unbedachten Renovierung von Gebäuden ihre Brutplätze, und die Klimaerwärmung lässt den Lebensraum des Alpenschneehuhns schrumpfen.

Auf der Aktionsseite vogeldesjahres.de stehen 307 Vogelarten zur Wahl. Zudem gibt es dort ein Live-Ranking zur Wahl. Wer seinen Vogelkandidaten noch mehr unterstützen möchte, kann mithilfe der Aktionsplattform online oder offline Wahlkampf betreiben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 und seitdem immer aus einem Gremium aus Fachleuten von Nabu und seinem bayrischen Partnerverband LBV gekürt.

Von unseren Redakteuren