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Marburg Zwischen „Himmel und Hölle“
Marburg Zwischen „Himmel und Hölle“
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09:58 07.09.2021
Nina Kiefer und Willi Schmidt spielen die Hauptrollen in „Unter dem Fluss – Himmel und Hölle“.
Nina Kiefer und Willi Schmidt spielen die Hauptrollen in „Unter dem Fluss – Himmel und Hölle“. Quelle: Marion Klein
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Marburg

Willi Schmidt ist der produktivste heimische Theaterautor. Der Mitbegründer der Waggonhalle hat Teil 2 seiner „Unter dem Fluss“-Trilogie fertiggestellt und selbst inszeniert. „Himmel und Hölle“ – eine Koproduktion von Theater im Grund und Waggonhalle – feiert am Freitag (10. September) um 20 Uhr in der Waggonhalle Premiere. Willi Schmidt nennt es „Infotainment – eine Show mit Aha-Effekt“.

Im Zentrum der Trilogie stehen die Zeitreisenden Lupus, den Theaterbesucher als Wirt aus der „Wirtshaus an der Lahn“-Trilogie kennen, und die junge Marie. Gespielt werden sie von dem 61-jährigen Schmidt und der 20-jährigen Marburgerin Nina Kiefer, die trotz ihres jungen Alters bereits viel Theatererfahrung hat. So wirkte sie unter anderem in den Schmidt-Produktionen „Affenfelsen“ (2018), „Nachtgesang“ (2019), „In die neue Welt“ (2019) und „Hotel zur langen Dämmerung“ (2020) mit.

Zur Zeit des Nationalsozialismus

Bei Zeitreisen denkt man eigentlich an Science-Fiction. Doch dies ist „Unter dem Fluss“ wahrlich nicht. In „Blutmond“, dem ersten Teil der Trilogie, verschlug es Lupus und Marie unter anderem in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Zentraler Spielort ist immer das Wirtshaus an der Lahn, es gibt aber auch Exkurse in oberhessische Dörfer, etwa in Schmidts Heimatort Wittelsberg.

„Himmel und Hölle“ spielt in den 1940er-Jahren zur Zeit des Nationalsozialismus. Es geht unter anderem um die Euthanasie, die Ermordung behinderter und kranker Menschen durch die Nazis. Die junge Marie ist in „Himmel und Hölle“ Pflegerin in Hadamar, einer Nervenklinik in der Nähe von Limburg an der Lahn. Die Klinik ist als Teil der sogenannten T4-Aktion zu einer Tötungsanstalt für psychisch Kranke und Behinderte geworden. Marie wehrt sich schließlich dagegen, unschuldige Menschen zu ermorden, und wird selbst zum Opfer der Nazis.

Weiter Vorstellungen am Wochenende

Grundlage aller Stücke der Trilogie sind laut Willi Schmidt historisch überlieferte Schicksale von Menschen aus dem Marburger Land. Erzählt werden sie im jeweiligen historischen Kontext. In „Himmel und Hölle“ wirken in unterschiedlichen Funktionen außerdem Hilde Rektorschek, Nicole Ströher, Irene Grün, Eyleen Grisar, Pit Metz, Uwe Lange, Jochen Schröder, Jonathan Zeitz, Anita Naumann und Gangolf Seitz mit.

Begleitet wird die Inszenierung von Livemusik. Eingebaut sind zudem Filmsequenzen aus „Das Wirtshaus an der Lahn“, die eigens dafür von Bettina Pelzer und Heinz Albert Staubitz gedreht wurden und in den 1920er-Jahren spielen. Weitere Vorstellungen sind am 11. und 12. September jeweils um 20 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 10 Euro (plus Gebühr), an der Abendkasse 15 Euro. Zugelassen sind zwischen 40 und 60 Besucherinnen und Besucher. Die Zahl ist abhängig von der Größe der Gruppen, die gemeinsam Karten buchen.

Von Uwe Badouin

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