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Marburg Waggonhalle präsentiert „Jesus Christ Superstar“
Marburg Waggonhalle präsentiert „Jesus Christ Superstar“
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20:58 03.10.2020
Das Foto entstand bei den Proben zu Jesus Christ Superstar. Quelle: Hasret Sahin
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Marburg

Die Würfel sind gefallen: Die Waggonhalle präsentiert gut ein halbes Jahr nach der ursprünglich am 19. April geplanten Premiere nun doch ihr neues Musical „Jesus Christ Superstar“.

Die Premiere am Freitag, 9. Oktober, um 20 Uhr ist bereits ausverkauft, ebenso die zweite Vorstellung am 10. Oktober. Insgesamt plant das Team um Regisseur Jens D. Ravari und die Produktionsleiter Kurosch Abbasi und Tom Feldrappe bis zum 18. Oktober sieben Vorstellungen, bevor es auf eine Gastspielreise in die Schweiz geht.

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Die Corona-Pandemie hat die Musical-Planungen des Marburger Kulturzentrums gewaltig durcheinandergewirbelt. Eigentlich wäre „Jesus Christ Superstar“ längst abgespielt und die „Rocky Horror Show“ zu sehen. Doch das 1971 uraufgeführte Kultmusical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice wurde schon mehrfach wegen der Corona-Pandemie verschoben.

Vom April in den Juli, vom Juli in den August und nun in den Oktober. „Wir wollen zeigen, dass Kultur in diesen Zeiten möglich ist“, sagt Regisseur Ravari. Für ihn, den Musical-Star Kurosch Abbasi und für Tom Feldrappe ist die Rock-Oper, die Andrew Lloyd Webbers Karriere beflügelte, die zweite gemeinsame Produktion nach dem Musical-Erfolg „Fast Normal“ im Jahr 2019.

Die Band wird ausgelagert

Seit 2015 setzt die Waggonhalle mit ungewöhnlich großem Erfolg auf Musicals: „Sweeney Todd“, „Hairspray“ und „Jekyll & Hyde“ liefen ebenso erfolgreich wie „Fast normal“ oder „Jesus Christ Superstar“ im Jahr 2016. Ravari, Abbasi und Feldrappe bringen nun eine Neuinszenierung der deutschen Fassung von Anja Hauptmann auf die Bühne. Es ist eine große Produktion mit 13 Darstellerinnen und Darstellern sowie einer zwölfköpfigen Combo, die live spielen wird.

Man darf gespannt sein, wie das Team die Rock-Oper unter Corona-Bedingungen auf die Bühne bringen wird. Die Band, soviel ist sicher, wird ausgelagert: Sie sitzt im sogenannten Spiegelsaal über der Waggonhalle. Derzeit arbeitet das Produktionsteam an technischen Möglichkeiten, die Band per Video einzuspielen. Apropos Corona-Bedingungen: Die Waggonhalle hat den Theatersaal mit erheblichen Mitteln für Aufführungen ausgestattet.

Inszenierung an Abstandsregeln angepasst

Zwischen Bühne und Publikum wird eine große Plexiglas-Scheibe installiert. Ausprobiert wurde sie nach Auskunft von Nisse Kreysing bereits bei der „Semana Latina“ und bei Kindertheater-Aufführungen. Zudem werden auch zwischen den Platzgruppen im Zuschauerraum Plexiglasscheiben aufgebaut. Auf diese Weise sei es möglich, bis zu 60 Besuchern die Musicalaufführungen zu ermöglichen.

Die Besucherzahl hängt davon ab, wie groß die einzelnen Gruppen sind: Je größer eine Gruppe, desto besser für die Waggonhalle. Die Besucher werden von dem Waggonhallen-Team zu ihren Plätzen geführt und nach dem Stück auf diese Weise auch wieder aus dem Saal gelassen, um Corona-Risiken nach Möglichkeit zu vermeiden.

„Jesus Christ Superstar“ wird ohne Pause gespielt, eine Bewirtung gibt es nicht. Die Spieldauer beziffert Regisseur Ravari auf rund 90 Minuten. Auch die Inszenierung wurde auf die Corona-Abstandsregeln hin neu konzipiert. Fans sollten ihre Karten nach Möglichkeit online kaufen.

Das Rock-Musical „Jesus Christ Superstar“ ist am 9., 10., 14., 15., 16., 17. und 18. Oktober in der Waggonhalle zu sehen. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 23 Euro (plus Gebühr), an der Abendkasse 28 Euro. Karten gibt es online unter  www.waggonhalle.de

Von Uwe Badouin