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Marburg Jesus Christ Superstar kehrt zurück
Marburg Jesus Christ Superstar kehrt zurück
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17:50 28.01.2020
Die Waggonhalle bringt eine Neuinszenierung des Musical-Hits „Jesus Christ Superstar“ auf die Bühne. Quelle: Michael Hoffsteter
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Marburg

Mit „Fast normal“ wagten sich Regisseur Jens Daryosch Ravari, Produktionsleiter Kurosch Abbasi und der musikalische Leiter Tom Feldrappe im vergangenen Jahr an einen äußerst ungewöhnlichen Musical-Stoff. Ungewöhnlich, weil „Fast normal“ ein sehr ernstes Thema behandelt: eine psychische Erkrankung. Der Erfolg gab ihnen Recht. Gut 3.000 Besucher sahen das Musical in der Waggonhalle, mit dem das Team auch in der Schweiz im Stadttheater Langenthal auftrat. Es war die Schweizer Erstaufführung des Musicals.

In diesem Jahr wollen die drei Gießener mehr: Sie inszenieren den Musical-Hit „Jesus Christ Superstar“, den die Waggonhalle zuletzt 2016 präsentierte, neu. Premiere ist am 2. April, geplant sind bis nach Ostern zehn Aufführungen, erklärt Waggonhallen-Intendant Matze Schmidt. Ein Gastspiel in der Schweiz ist bereits terminiert.

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Ein Experiment und eine Herausforderung

Der in der Schweiz lebende Regisseur Jens Ravari hat in dem Musical-Star Kurosch Abbasi, der aktuell an der Komischen Oper Berlin spielt, und Tom Feldrappe zwei absolute Profis an seiner Seite. Nicht zuletzt deshalb wagt er sich an die deutschsprachige Version des 1971 uraufgeführten Erfolgsmusicals „Jesus Christ Superstar“. Es sei ein „Experiment“, eine „Herausforderung“, betonen die drei Musical-Macher, die groß denken. Dazu gehört eine elfköpfige Live-Band.

Die Proben haben bereits begonnen. Musical-Fans dürfen sich auf Lukas Nadjiri freuen, der 2016 den Jesus gesungen hat und für seine Leistung den Preis der Deutschen Popstiftung erhalten hat. Als Maria Magdalena ist die ausgebildete Musicalsängerin Alina Schaumburg aus Wittelsberg zu hören, den Pilatus singt Frank Bettinger, Chefdisponent des Staatstheaters Wiesbaden. Die Rolle des Judas übernimmt Yannick Bernsdorff, der schon in „Fast normal“ zu sehen war.

Monatelange Überzeugungsarbeit

2015 betrat das Waggonhallen-Team mit „Sweeney Todd“ Musical-Neuland. Es war ein Wagnis. Nach „Jesus Christ Superstar“, „Hairspray“, „Jeckyll & Hyde“ und zuletzt „Fast normal“ sind Musicals – wie die Varieté-Shows – zu einem Markenzeichen des Marburger Kulturzentrums geworden.

2020 sind gleich zwei Musicals geplant: Nach „Jesus Christ Superstar“ kommt Ende Juli das Kultstück „Rocky Horror Show“ auf die Bühne. „Die Waggonhalle ist das erste Kulturzentrum überhaupt, dass dieses Musical bekommt“, sagt Produktionsleiter Kurosch Abbasi. Es sei sehr schwierig, die Aufführungsrechte für die „Rocky Horror Show“ zu bekommen, „wenn man kein Staatstheater ist“. Ihm ist es nach „monatelanger Überzeugungsarbeit“ gelungen, die Lizenzgeber in London für die Waggonhalle zu begeistern.

Der Vorverkauf für „Jesus Christ Superstar“ läuft. Mehr auf www.musicalwaggonhalle.de

von Uwe Badouin