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Marburg Belohnung für die „Heimlichen Helden“
Marburg Belohnung für die „Heimlichen Helden“
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13:58 06.05.2021
Die Ehrung der "Helden" fand im Livestream statt. Vier der Helden waren von der Volksbank Mittelhessen eingeladen.
Die Ehrung der "Helden" fand im Livestream statt. Vier der Helden waren von der Volksbank Mittelhessen eingeladen. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Die Volksbank Mittelhessen kürte bereits zum elften Mal die diesjährigen „Heimlichen Helden“: Dabei schüttete die Bank 70.000 Euro an regionale Vereine aus. Unter den besonders geehrten „Heimlichen Helden“ aus dem Landkreis zählen Gudrun Werding mit ihrem Peru-Projekt „Chosica“ und Herrmann Weitzel vom Jugendförderverein Stadtallendorf/Ostkreis.

Zum Förderwettbewerb „Heimliche Helden“ hatten sich dieses Mal laut Volksbank mehr als 80 Kandidatinnen und Kandidaten beworben. Vom Angelsport über die Heimatpflege bis zur Turnvereinigung – alle waren vertreten und sie alle wollten ihre „Heimlichen Helden“ auf dem Podest sehen.

Ehrenamtlicher Einsatz

Aber was sind überhaupt die „Heimlichen Helden“? Sie sind die Heinzelmännchen und -weibchen der Region und der Gesellschaft. Sie setzen sich ehrenamtlich für ihre Mitmenschen und Bezirke ein. Dafür verlangen sie weder eine Vergütung in klingender Münze noch Lob oder Zuspruch. Ihre Motivation kommt von innen und bewegt zu ihrem außergewöhnlichen Engagement. Gleich den sagenhaften Heinzelmännchen verrichten sie, für die meisten Augen verborgen, ihr stilles Werk.

Doch diese Heldinnen und Helden „sind unheimlich wichtig für unsere Zivilgesellschaft. Ohne sie läuft in Deutschland gar nichts. Und selbst unter diesen ohnehin schon überdurchschnittlich motivierten Menschen gibt es einige, die noch eine Schippe drauflegen“, so die Volksbank Mittelhessen. Genau diesen Menschen wolle man mit dem Wettbewerb danken.

Kombi von Livestream und Präsenz

Gefeiert wurden sie trotz der Pandemie mit einer Kombination aus Livestream und Präsenzveranstaltung. Um die Gesundheit der Teilnehmenden zu schützen, hatte die Bank lediglich vier der zehn, bis dahin unwissenden, Sieger eingeladen und unter Einhaltung strenger Auflagen empfangen. Die verbleibenden Sechs, sowie alle restlichen Anwärter, konnten der Veranstaltung per Livestream beiwohnen.

Die zehn siegreichen Heldinnen und Helden wurden von einer Jury aufgrund ihrer besonders herausragenden Leistungen ausgewählt. Nach Verkündigung der Ergebnisse stellten sie ihre individuelle Lebens- und Vereinsgeschichte vor. So wie die von Markus Huth, der mit gerade einmal 18 Jahren den Verein „Weilburg erinnert“ gründete.

Unterschiedlich hohe Spenden

„Ich finde den Begriff Ehrenamt furchtbar. Es ist keine Ehre, dieses Amt auszuüben, sondern meine bürgerliche Pflicht“, sagt er. Der Verein setzt sich für die Erinnerung an die Gräueltaten des Nationalsozialismus und der SED Diktatur und das Eintreten für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft ein. Oder die heimliche Heldin Cornelia Wagenmann. Sie ist im Besuchsdienst im Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim. Als „grüne Dame“ betreut sie dort die Schmerzabteilung, nimmt sich sehr viel Zeit für jeden Patienten, kann gut zuhören und Mut machen.

Die Vereine, die ihre Helden in die Top 10 bringen konnten, erhielten 1.500 Euro für ihre Vereinskasse. Und die übrigen 70 Vereine erhielten eine 1.000-, 750- oder 500-Euro-Spende.

„Top-10-Helden“

Aus dem Landkreis kommen gleich zwei „Top-10-Helden“. Gudrun Werding wurde für das Peru-Projekt „Chosica“ ausgezeichnet. Sie arbeitet für die Unterstützung von armen Menschen in Peru, organisiert Spenden in Deutschland und reist jährlich, trotz fortgeschrittenen Alters, nach Peru, um im Projekt (Kindergarten, Essensausgabe, Ausbildung) tätig zu sein. In Weipoltshausen hilft sie Asylbewerbern bei Behörden, Arztbesuchen und mit Deutschunterricht. In Gladenbach im Weltladen übernimmt sie einmal pro Woche den Ladendienst.

Das wurde nun mit 1.500 Euro belohnt. Herrmann Weitzel ist „heimlicher Held“ im Jugendförderverein Stadtallendorf/Ostkreis. Er engagiert sich seit mehr als vier Jahrzehnten ehrenamtlich für den Jugendfußball. Im Grunde opfert er seine komplette Freizeit für die fußballbegeisterten Kinder in Stadtallendorf und Umgebung. Und trotz seiner 74 Jahre ist er bei den Kindern sehr beliebt und hat für jedes Problem der Kids ein offenes Ohr.

Weitere Preisträger

Weitere Preisträger aus dem Landkreis sind mit jeweils 1.000 Euro der Feuerwehrverein der Freiwilligen Feuerwehr Wittelsberg, der Heimat- und Geschichtsverein Kirchhain, der VfL 1860 Marburg und der Kulturverein Oberasphe. 750 Euro gab es für den VfL 1909 Dreihausen. Und 500 Euro fließen in die Vereinskassen des Fördervereins des katholischen Kindergartens St. Michael Anzefahr und des SV Emsdorf.

Von unseren Redakteuren

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