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Marburg Bilanzsumme wächst um fast eine Milliarde Euro
Marburg Bilanzsumme wächst um fast eine Milliarde Euro
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12:00 26.01.2021
Dr. Peter Hanker (Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, von links) und die Vorstandsmitglieder Dr. Lars Witteck, Hans-Heinrich Bernhardt und Rolf Witezek. 
Dr. Peter Hanker (Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, von links) und die Vorstandsmitglieder Dr. Lars Witteck, Hans-Heinrich Bernhardt und Rolf Witezek.  Quelle: Foto: Melanie Zabel
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Marburg

Die Volksbank Mittelhessen ist im Geschäftsjahr 2020 kräftig gewachsen. Die Bilanzsumme stieg von 8,3 Milliarden Euro um fast 11 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro, wie die Genossenschaftsbank mitteilte. Damit gehöre die Volksbank Mittelhessen mit ihren mehr als 201 000 Mitgliedern laut eigenen Angaben zu den größten Volksbanken in ganz Deutschland.

„Das Jahr 2020 hatte es in sich! Beinahe täglich eine neue Lage. Wir haben schmerzhaft gelernt, dass sowohl unsere Gesundheit als auch unser wirtschaftliches Wohlergehen keinesfalls selbstverständlich sind“, so Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker. Doch sei die regionale Wirtschaft bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. „Bis dato haben wir keine nennenswerten Kreditausfälle zu verzeichnen“, so Hanker. „Viele Unternehmen haben in dieser schwierigen Phase einen akuten Kapitalbedarf. Unsere Aufgabe ist es, sie mit dem notwendigen Kapital zu versorgen, damit Innovation und Wachstum entstehen können“, erläutert der Vorstandssprecher. Und auch den privaten Kunden stehe man „in diesen finanziell anspruchsvollen Zeiten eng zur Seite“.

Rekordwachstum auf beiden Seiten der Bilanz

Im deutlichen Anstieg der wesentlichen Bilanzpositionen zeigen sich die Folgen der EZB-Niedrigzinspolitik und der Corona-Pandemie. So ist die Aktivseite von einer starken Kreditnachfrage gekennzeichnet, die Passivseite dagegen von einer hohen Sparquote. Die Kundeneinlagen sind demnach um 572 Millionen Euro oder 8,5 Prozent auf gut 7,3 Milliarden Euro angestiegen. Im Angesicht der Unsicherheiten infolge der Pandemie sei die Sparquote deutlich erhöht, vorhandene Liquidität werde dauerhaft geparkt. Große Anschaffungen oder Reisen kämen derzeit für viele nicht infrage.

Zugelegt hat die Volksbank Mittelhessen auch beim Kundendepotvolumen – das stieg von 822 Millionen Euro auf 879 Millionen Euro an. Denn, so die Bank: Trotz starker Schwankungen sei 2020 ein gutes Börsenjahr gewesen – der DAX schloss im Vergleich zum Jahresstart rund vier Prozent höher. Die hohe Volatilität und die sich daraus ergebenden Chancen hätte viele Anleger an die Börse gelockt.

Laut Hanker präsentiert sich die mittelhessische Wirtschaft „trotz der konjunkturellen Verwerfungen robust und widerstandsfähig“, allerdings werde dieses Jahr der finanzielle Druck auf die Unternehmen wohl steigen.

„Doch gerade in diesen schwierigen Zeiten zeigt sich der große Vorteil gewachsener, persönlicher Beziehungen“, so der Vorstandssprecher.

Während anonyme Online- und Großbanken schnell den Kredithahn zudrehten, „findet die Volksbank Mittelhessen individuelle und faire Lösungen“. Der Kapitalbedarf der Unternehmen bleibe hoch. Ungebrochen sei auch der Immobilientrend.

Die Folge: Ein kräftiges Wachstum des Kreditvolumens von gut 5,1 Milliarden Euro um 556 Millionen Euro oder 10,9 Prozent auf nahezu 5,66 Milliarden Euro. Mit 1,648 Milliarden Euro hätten die Neukredite demnach einen neuen Höchstwert erreicht. Den Neukrediten standen Tilgungen in Höhe von 825 Millionen Euro gegenüber. Die Verteilung des Kreditvolumens hat sich erneut leicht zugunsten des Firmenkundensegments verschoben. Das Kreditvolumen im Privatkundensegment hat einen Anteil von 37,9 Prozent, das Firmenkundensegment einen Anteil von 62,1 Prozent.

Das Zinsergebnis der Bank ist indes gesunken – um 9 Millionen Euro auf 126 Millionen Euro. Gestiegen ist indes der Ergebnisbeitrag aus Provisionen – um 7 Millionen Euro auf 59 Millionen Euro.

Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen betrugen 120 Millionen Euro – 3 Millionen Euro weniger, als im Vorjahr. Die Cost-Income-Ratio bewegt sich mit 66,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau – das bedeutet: Um einen Euro zu verdienen, muss die Volksbank Mittelhessen 66,9 Cent investieren.

Laut den vorläufigen Zahlen erreicht die Volksbank Mittelhessen im vergangenen Geschäftsjahr ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nach Bewertung in Höhe von 60 Millionen Euro – im Jahr zuvor waren es 47 Millionen Euro gewesen.

Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Vertreterversammlung dieses Jahr die Auszahlung einer Dividende in Höhe von erneut 5,5 Prozent vorschlagen.

Wesentliche Kennzahlen

Die Bilanzsumme der Volksband Mittelhessen stieg binnen Jahresfrist von 8,288 Milliarden Euro auf 9,187 Milliarden Euro.

Das Kundenkreditvolumen stieg von 5,103 Milliarden Euro auf 5,659 Milliarden Euro.

Gestiegen sind auch die Einlagen – und zwar von 6,73 Milliarden Euro auf 7,301 Milliarden Euro.

Das Zinsergebnis war indes rückläufig: erzielte die Volksbank Mittelhessen in 2019 noch 135 Millionen Euro, waren es im vergangenen Jahr lediglich 126 Millionen Euro.

Das Provisionsergebnis stieg jedoch von 52 Millionen Euro auf 59 Millionen Euro.

Gesunken sind die Kosten für Personal-Aufwendungen – und zwar um 5 Millionen Euro auf 73 Millionen Euro.

Der Sachaufwand ist indes um 2 Millionen Euro auf 47 Millionen Euro gestiegen.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit stieg binnen Jahresfrist von 47 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro

Von unseren Redakteuren