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Marburg Das braucht der Körper im Winter
Marburg Das braucht der Körper im Winter
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10:14 30.11.2020
Dr. Thomas Heintze ist Internist und verfolgt eine ganzheitliche Medizin in seiner Praxis in Bauerbach.
Dr. Thomas Heintze ist Internist und verfolgt eine ganzheitliche Medizin in seiner Praxis in Bauerbach. Quelle: Foto: Katja Peters
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Bauerbach

Der Mangel an Sonnenlicht im Winterhalbjahr macht infektanfällig. Gerade in diesen Tagen braucht der Körper genug Abwehrkräfte, um sich gegen Krankheitserreger zu behaupten. „Auch gegen das Corona-Virus hilft ein kräftiges Immunsystem“, sagt Dr. Thomas Heintze. Der Internist und ganzheitliche Mediziner stellt bei seinen Patienten in seiner Bauerbacher Praxis seit Jahren fest, „dass jeder selbst etwas für seine Abwehr tun kann – präventiv. Also bevor es überhaupt zu einer Erkrankung kommt.“

Stress minimieren, regelmäßige Auszeiten, tägliche moderate Bewegung, gesunde Lebensmittel – all das hilft dem Körper, sich besser zu regenerieren. Denn der ist immer damit beschäftigt, Stress zu kompensieren. „Gerät die Balance der Hirnbotenstoffe auf Dauer in eine Schieflage, dann bedeutet das Stress für den Körper“, erklärt Thomas Heintze und ergänzt: „Mit einfachen Mitteln kann dem Körper geholfen werden, das Gleichgewicht wieder herzustellen.“

Vitamin D

Immer wieder stellen Hausärzte bei ihren Patienten einen Mangel an Vitamin D fest, im Winter ist es nicht selten ein schwerer Mangel. Vor allem Menschen, die sich viel in Räumen aufhalten, wenig bei Tageslicht an der frischen Luft sein können, bilden zu wenig Vitamin D. Denn dafür braucht der Körper Sonne, die in den Herbst- und Wintermonaten sowieso zu wenig intensiv und zumeist selten scheint. Dabei stärkt das Vitamin das Immunsystem und das Herz, macht die Knochen stabiler, senkt den Blutdruck, wirkt auch als Stimmungsaufheller und reguliert die Funktion vieler wichtiger Gene.

„Der Vitamin D-Wert sollte unbedingt gemessen werden, um die individuell optimale Dosierung festzulegen. Diese hängt beispielsweise wesentlich vom Körpergewicht ab. Wir kontrollieren nach gezielter Vitamin D-Gabe in der Regel alle 12 Wochen den Vitamin D-Wert“, erklärt Thomas Heintze. Der Wert im Blut sollte mindestens 40, besser aber zwischen 60 und 80 Nanogramm pro Milliliter betragen. „Leider liegt er bei den meisten unter 20, bei vielen Älteren sogar unter zehn Nanogramm pro Milliliter“, weiß er. Dieser Mangel ist nur mit hochdosiertem Vitamin D zu beheben. „Um überhaupt erst einmal den Normalwert zu erreichen sind bis zu 20.000 Einheiten am Tag notwendig. Später reichen dann zwischen 3000 und 5000 Einheiten pro Tag.“ Zirkuliert im Körper genug Vitamin D, ist durch zahlreiche Studien wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Infektanfälligkeit und die Intensivpflichtigkeit bei Corona-Viruserkrankungen signifikant verringern.

Vitamin C

Zitronen oder Kiwis haben einen hohen Vitamin C-Gehalt. Der reicht aber selten, um beispielsweise bei einer akuten Erkrankung die Immunabwehr zu unterstützen. Ein bis zwei Gramm Ascorbinsäure am Tag empfiehlt Thomas Heintze. Bei schweren Erkrankungen, wie beispielsweise durch das Corona-Virus, kann das Vitamin auch intravenös verabreicht werden. Ansonsten gibt es das Vitamin in Pulverform oder in Retardkapseln. „Wird der Stuhl weich, liegt vermutliche eine Überdosierung vor. Dann sollte die Einnahme angepasst werden".

Zink

Zink ist ein lebensnotwendiges Mineral. In der Infektsaison, von Oktober bis März, sollte Zink präventiv zugeführt werden. Das klappt nur zum Teil über eine vollwertige Ernährung. In der Erkältungszeit, oder besser noch davor, hilft eine Zinkkur über mehrere Wochen das Immunsystem zu stärken. Thomas Heinze rät: „Zink abends eine halbe Stunde vor dem Essen nehmen, beispielsweise 10 - 25 mg pro Tag.“

 Unterstützende Therapien bei akuten viralen Infekten

„Ätherische Öle aus Meerrettich und Kapuzinerkresse sowie Echinacea, homöopathische Komplexmittel und pflanzliche Heilmittel haben sich über Jahrzehnte bewährt“, erklärt Thomas Heintze. Der Facharzt für Innere Medizin rät weiterhin zu einer gesunden Ernährung. Er selbst hat seine Wetterfühligkeit merklich reduziert, „indem ich weniger Schokolade gegessen habe“, berichtet er. Angemessene Bewegung ist ebenfalls wichtig. „Mit wenig Aufwand große Muskelgruppen bewegen und das täglich mit Freude“, beschreibt er ein funktionierendes Rezept und meint damit mehrere kurze oder einen ausgedehnten Spaziergang am Tag. „Diese sollten aber zügig gegangen werden“, fügt er noch hinzu. Neben der Bewegung spielt auch Entspannung, beispielsweise durch Meditieren, eine große Rolle. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Schlaf. „Im Schlafzimmer sollte die Temperatur etwa bei 18 Grad Celsius liegen, und es muss abgedunkelt sein“, so Thomas Heintze, der betont: „Der Schlaf vor Mitternacht ist der Wertvollste". Von Krimis, spannenden Büchern oder PC-Arbeit kurz vor dem Einschlafen rät er ab.

Für den Experten für Naturheilverfahren, Homöopathie und Akupunktur ist klar, dass die Nahrungsergänzungsmittel wichtige Helfer sind, um den Körper zu unterstützen. „Leider haben unsere Lebensmittel nicht mehr genug an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen“, weiß Thomas Heintze. Es fällt manchem Patienten schwer, zusätzlich zu den pharmazeutischen Präparaten auch noch die Vitamin-Tabletten zu nehmen. Er betont: „Aber das sind keine Medikamente. Ganzheitliche Medizin heißt, das Beste aus Schulmedizin und Naturheilkunde zusammenzuführen.“

Und noch etwas hilft beim Heilungsprozess – eine positive Lebenseinstellung. „Optimisten leben länger und Humor hilft wirklich heilen“, hat er bei seinen Patienten fest gestellt. Auch lösungsorientiertes Denken sei hilfreich. „Vor allem wertschätzend mit sich selbst und seinen Nächsten sein – das setzt positive Energie frei, um aus der mentalen Abwärtsspirale herauszukommen.

Bis Impfstoffe zur Verfügung stehen und die Impfungen beginnen können, kann also jeder selber etwas für seine Gesundheit tun."

Von Katja Peters

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