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Marburg Vision als Bekenntnis zu Marburg
Marburg Vision als Bekenntnis zu Marburg
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10:59 28.11.2021
Das Zentrum für Vermögensberatung bei Nacht. 
Das Zentrum für Vermögensberatung bei Nacht.  Quelle: Foto: DVAG
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Marburg

Vor zehn Jahren eröffnete in Marburg das Zentrum für Vermögensberatung (ZVB), ein modernes Kongresszentrum im Herzen von Hessen. Mit dem Ziel, seine Heimatstadt und die lokale Wirtschaft zu stärken, wählte der 2014 verstorbene Gründer der Deutschen Vermögensberatung, Dr. Reinfried Pohl, bewusst Marburg als Standort. (Hier geht's zur Bildergalerie)

Doch was war die Idee hinter dem ZVB? Dr. Helge Lach, Vorstandsmitglied der DVAG, erläutert dazu im Gespräch mit der OP: „Die Deutsche Vermögensberatung legt schon seit jeher einen großen Wert auf Aus- und Weiterbildung.“ Bundesweit gebe es mittlerweile elf Berufsbildungszentren – eines davon wurde vor zehn Jahren das ZVB in Marburg – dem Zentrum der Vermögensberatung. Parallel dazu sei auch die Holding aufgebaut worden. „Für seine Wahlheimat hat Dr. Pohl die Entwicklung der Stadt immer im Blick gehabt“, verdeutlicht Lach.

Am 9. November 2011 – nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit – fand dann die feierliche Eröffnung statt. Unter den Gästen befand sich beispielsweise der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) – und der verstorbene Bundeskanzler a.D. und langjährige Freund von Dr. Reinfried Pohl, Dr. Helmut Kohl. Der sagte während der Eröffnung: „Heute ist ein besonderer Tag, mein lieber Freund, denn er zeigt, was man alles erreichen kann, wenn man etwas im Kopf hat, wenn man Mut hat und wenn man etwas Verrücktes tut.“

Dr. Reinfried Pohl, Gründer der Deutschen Vermögensberatung, während seiner Eröffnungsrede des Zentrums für Vermögensberatung.

In seiner Rede würdigte Kohl insbesondere auch das Engagement und die Rolle der verstorbenen Anneliese Pohl, ohne die die Gründung des Unternehmens nicht möglich gewesen wäre. „Es ist gut, dass Deutschland solche Männer und Frauen hat – und darauf solltest du stolz sein“, ergänzte Kohl, bevor er und sein langjähriger Wegbegleiter Pohl sich umarmten.

Der DVAG-Gründer selbst sagte: „Das Zentrum für Vermögensberatung stellt einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar und ist ein weithin sichtbares Bekenntnis der Deutschen Vermögensberatung zur Stadt Marburg.“

Auch er betonte mehrfach, dass es weder das 50 Millionen Euro teure Projekt noch das Unternehmen selbst geben würde, wäre da nicht seine Frau gewesen, die ihn immer wieder unterstützte und motivierte. Marburg habe er bewusst als Standort des ZVB gewählt, weil er die Stadt seit damals mehr als sechs Jahrzehnten als seine Heimat empfinde und wie seine beiden Söhne mit ihren Familien eng mit ihr verbunden sei.

Marburg und die Marburger in das ZVB einzubeziehen, das war auch Grundlage für die offene, transparente Architektur. „Am Anfang der Planungen stand die Vision eines Kongress- und Verwaltungsgebäudes, das die Situation in der Marburger Nordstadt verbessern sollte“, schilderte Architekt Gerd Kaut während der Eröffnung, wie das dreigeschossige Gebäude entstanden sei, das dem Unternehmenslogo in der Form folgt.

Dr. Helge Lach bekräftigt diese Entscheidung im Gespräch mit der OP: „Es war von Anfang an klar, dass wir uns offen und zugänglich zeigen. Hier darf jeder rein – Stadt, Unternehmen, NGOs können gerne Schulungsräume buchen, werden bewirtet – wir sind ein offenes Haus.“

Eine der ersten externen Veranstaltungen, die in dem neuen Gebäude stattfand, war der „Feuerwehrball“ in der Stadt.

Würdigung eines Weltmeisters- und Freundes

Das ZVB hat seit jeher auch zahlreiche Wechselausstellungen beherbergt. Eine, die weltweit für Aufsehen sorgte, war die über den siebenfachen Formel-1-Weltmeister und Freund der Inhaberfamilie Michael Schumacher. Denn die Deutsche Vermögensberatung steht seit gut zwei Jahrzehnten an der Seite von Michael Schumacher. Was mit einem Logo auf dem Helm begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer intensiven Verbundenheit mit dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern, und führte zu einer persönlichen Freundschaft mit der Familie Pohl.
„Nach Michael Schumachers tragischem Unfall war für uns völlig klar, dass die Partnerschaft zu ihm und seiner Familie uneingeschränkt fortgesetzt wird“, sagt Dr. Helge Lach, „er gehört quasi zur Familie“. So fördere die DVAG auch Schumachers Sohn Mick, den sein Weg ebenfalls in den Rennsport geführt hat. Zur feierlichen Eröffnung im Februar 2016 kamen mehr als 70 geladene Gäste, darunter Corinna Schumacher, die Kinder Mick und Gina Maria, weitere Familienangehörige, Management und Weggefährten von Schumacher.

Schumacher-Ausstellung im ZVB.

Die knapp zwei Jahre währende Schumacher-Sonderausstellung zog rund 80 000 Besucher an. Sie war in sieben Themenwelten gegliedert – angelehnt an die sieben Weltmeistertitel der Rennsport-Legende. Großformatige Rennszenen, Medienstationen sowie exklusive Exponate aus dem Privatbesitz der Familie Schumacher – wie beispielsweise Formel-1-Autos, mit denen der Rennfahrer seine Siege feierte – erlaubten Einblicke in die Art, wie der Rekordweltmeister den Beruf des Rennfahrers neu definierte.
Kuratorin Katharina Knoll erläutert im Gespräch der OP, wie sie die Ausstellung konzipiert hat – denn mit der Formel 1 habe sie vorher nichts zu tun gehabt. „Ich habe mich Michael Schumacher über die Frage genähert, wie es möglich ist, dass ein Mensch über einen solch langen Zeitraum solche Leistungen vollbracht hat.“ Damit verbunden waren zwei Herausforderungen: Teils hoch emotionale Exponate zu schützen – und den mit 370 Quadratmetern für eine Rennsport-Ausstellung relativ kleinen Raum gut zu füllen. „Wir haben einen Raum in den Raum gebaut, der Schumachers Lieblings-Rennstrecke Spa nachempfunden war und konnten dann über Fenster die Einblicke gewähren“, so Knoll.

Nach und nach kamen weitere Gäste hinzu. Mittlerweile wird das hochmoderne Kongresszentrum neben der DVAG auch regelmäßig von externen Veranstaltern wie CSL Behring, dem Uniklinikum Gießen-Marburg, Xing oder Tupperware genutzt. Insgesamt führte das ZVB im vergangenen Jahrzehnt knapp 570 000 Besucher und Gäste nach Marburg. Zudem freut sich das ZVB regelmäßig über prominente Gäste. Ob bei Tagungen, Firmenevents oder dem Weltrekord beim vergangenen RTL-Spendenmarathon: Hansi Flick, Mick Schumacher, Jürgen Klopp, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und viele weitere überzeugten sich von der einzigartigen Atmosphäre.

Wie überall in der Branche gingen durch die Pandemie die Besucherzahlen stark zurück. Da zahlte es sich aus, dass im ZVB frühzeitig in moderne Medientechnik investiert wurde. „So konnten wir viele Veranstaltungen kurzfristig in Online- oder Hybridformate umwandeln“, erklärt Dr. Helge Lach. „Diese Hybridveranstaltungen mit Teilnehmern online und vor Ort haben sich zwar bewährt, dennoch bleiben Live-Events das Herzstück unseres ZVB“, sagt er.

Neben Seminar- und Veranstaltungsräumen beherbergt das rund 10 000 Quadratmeter große Gebäude auch mehrere Ausstellungen. Die Visionen und Erfolgsgeschichte des Firmengründers werden ebenso thematisiert wie die Erlebniswelt Vermögensberatung, in der Gäste spielerisch die Tätigkeit eines Vermögensberaters nachempfinden können. Bemerkenswert private Einblicke bietet das „Haus der Gründer“, das von Dr. Reinfried Pohl persönlich bis ins kleinste Detail gestaltet wurde. Es beleuchtet neben seinem Lebensweg auch seine große Liebe zu seiner Frau Anneliese – und die Verbundenheit zu Marburg.

Von Andreas Schmidt

Vor zehn Jahren wurde das "Zentrum für Vermögensberatung" - auch als "Congresszentrum" bekannt - eröffnet, zog seither 570.000 Gäste nach Marburg. Und es beherbergte zwei Jahre lang eine Schumacher-Ausstellung, die weltweit 80.000 Besucher hatte.