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Marburg Viessmann erzielt Rekord-Umsatz
Marburg Viessmann erzielt Rekord-Umsatz
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11:58 23.03.2021
Ein Blick in die Gaswandgeräte-Fertigung im Viessmann-Werk in Allendorf. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt.
Ein Blick in die Gaswandgeräte-Fertigung im Viessmann-Werk in Allendorf. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt. Quelle: Viessmann/dpa
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Allendorf (Eder)

„Eine Krise zeigt, wer man wirklich ist – und nicht, wer man sein will“ – mit diesen Worten eröffnete Maximilian Viessmann, Co-CEO des Allendorfer Heizungs- und Klimatechnik-Unternehmens Viessmann die Bilanz-Pressekonferenz des Familienunternehmens. Und er verkündete einen Rekordumsatz: Demnach hat Viessmann im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt. Die Erlöse kletterten trotz der Corona-Krise um 6 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro – von 2,65 Milliarden Euro im Vorjahr, „das bereits ein sehr starkes Jahr war“, wie Maximilian Viessmann am Montag betonte.

Dass das Unternehmen letztlich gestärkt aus der Krise hervorgegangen sei, liege auch darin begründet, dass „wir uns nicht nur den Herausforderungen gestellt haben, sondern auch immer in den Veränderungen für uns mit unseren Partnern gemeinsam große Chancen gesehen haben". Und das, obwohl mit Beginn der Pandemie das zweite Quartal des vergangenen Jahres mit einem dramatischen Einbruch begonnen habe, wie Dr. Ulrich Hüllmann, Finanzvorstand der Viessmann Group, erläuterte.

Mit Beginn der Pandemie hätten drei Aspekte im Fokus gestanden, so Maximilian Viessmann: Der Schutz der „Familienmitglieder“, wie das Unternehmen seine Mitarbeitenden nennt, habe an erster Stelle gestanden. Viessmann produzierte sein eigenes Desinfektionsmittel, die Azubis nähten gemeinsam mit Produktionsmitarbeitern rund 90 000 Masken, von denen ein Großteil gespendet wurde, außerdem entwickelte die Gruppe Beatmungsgeräte und Luftreiniger (die OP berichtete).

Außerdem richtete Viessmann beispielsweise ein eigenes Corona-Testzentrum ein, so dass man den R-Wert in der gesamten Gruppe auf nahezu null habe drücken können, wie der Co-CEO sagte. Und warum war das möglich? „Weil die Maßnahmen klar waren, von allen eingehalten wurden – und vor allem, weil sich alle der Verantwortung füreinander bewusst gewesen sind“, so Viessmann.

Das spiele auch genau in den zweiten Aspekt hinein: Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Eben mit Desinfektionsmittel- und Maskenspenden, der Spende von Laptops an Kinder und Familien für das Homeschooling oder 50 Schulen, die mit Luftreinigern ausgestattet wurden. Und der dritte Aspekt: Die Zukunft des Unternehmens sichern. Beispielsweise, indem die Produktionsstätten sicher am Laufen gehalten worden seien oder man „trotz großer Disruptionen und Herausforderungen unsere Lieferketten gewährleistet“ habe.

Dabei schaue man nicht nur auf die kommenden Monate oder auf das nächste Quartal, „wir schauen langfristig auf das, was wir tun“, so Viessmann. Daher habe man 120 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert, um etwa wasserstofffähige Wärmeerzeuger und Brennstoffzellen oder ganzheitliche Lösungen für rein elektrisch versorgte Häuser inklusive digitalem Energiemanagement in den Fokus zu nehmen.

Neues Entwicklungszentrum

Auch der Aufbau eines neuen Entwicklungszentrums für Wärmepumpen am Standort Dresden zähle zu diesen Investitionen. Wachstumstreiber waren hauptsächlich zwei Bereiche: Klimalösungen auf Basis erneuerbarer Energien sowie digitale Produkte. Zu den grünen Klimalösungen zählen wasserstofffähige Gas-Wandgeräte und Brennstoffzellen mit einem Plus von acht Prozent, Wärmepumpen mit einem Zuwachs von 35 Prozent und Batterien (+48 Prozent). Laut Viessmann erwirtschaftet die Unternehmensgruppe bereits rund 50 Prozent des Umsatzes aus dem Geschäft mit „Green Energy Ready Solutions“.

Die digitalen Dienste erzielten Steigerungen zwischen 47 und 500 Prozent. Und: Auf einer bereits hohen Basis habe man die Online-Bestellungen um 16 Prozent steigern können. Das größte Umsatzplus in der Corona-Pandemie verzeichnete dabei der Heimatmarkt Deutschland. Weitere positive Wachstumsimpulse verzeichnete Viessmann 2020 in Polen, Österreich, Belgien, Italien, Türkei und der Schweiz.

Die positive Geschäftsentwicklung 2020 zeichnet sich laut Unternehmen auch im laufenden Jahr fort. Das belegen demnach Umsatzzuwächse im zweistelligen Prozentbereich in den ersten beiden Monaten 2021. Die stärksten Steigerungsraten resultieren dabei aus Lösungen auf Basis dezentraler erneuerbarer Energien. Weitere positive Impulse für das laufende Jahr erwarte man durch den Ausbau des Integrierten Lösungsangebots mit Produkten, Systemen, Plattformen, digitalen Diensten, den richtigen Dienstleistungen sowie durch die Weiterentwicklung eines nachhaltigen Energiemixes, wie beispielsweise des zukunftsträchtigen Biogas-Geschäfts nach erfolgreicher Konsolidierung des Geschäftsbereichs Industrial Solutions.

Und: Man wolle auch in diesem Jahr weiter in Forschung und Entwicklung investieren – „wir wollen nicht unter den Wert des Vorjahres fallen“, sagte Maximilian Viessmann.

Die „Viessmann-Familie“ hat in den weltweit 20 Produktionswerken im vergangenen Jahr kräftigen Nachwuchs bekommen: Sie wuchs um 450 auf 12 750 Beschäftigte. Zum Gewinn machte das Unternehmen keine Angaben.

Von Andreas Schmidt

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