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Marburg Vierte Magistratsstelle kann kommen
Marburg Vierte Magistratsstelle kann kommen
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09:00 26.02.2022
Unterschriften-Sammelaktion für ein Bürgerbegehren gegen die vierte Magistratsstelle im Januar. Jens Seipp (CDU) und Lisa Deißler (FDP) im Gespräch mit Passantin Irmgard Mittmann.
Unterschriften-Sammelaktion für ein Bürgerbegehren gegen die vierte Magistratsstelle im Januar. Jens Seipp (CDU) und Lisa Deißler (FDP) im Gespräch mit Passantin Irmgard Mittmann. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die vierte hauptamtliche Stelle im Marburger Magistrat kann ausgeschrieben werden. Die Stadtverordnetenversammlung wies am Freitagabend das Bürgerbegehren gegen die vierte Stelle erwartungsgemäß zurück. Grund: Nach Prüfung der entsprechenden Unterschriften war klar, dass das Begehren nicht das erforderliche Quorum von rund 2 900 Stimmen erreicht hatte. Roger Pfalz (CDU) sprach von „schwierigsten Umständen“, unter denen Unterstützungsunterschriften gesammelt wurden – später Zeitpunkt, wenig Zeit, schlechtes Wetter.

Ablehnung logische Folge

Dennoch sei klar geworden, dass es eine große Unterstützung für die Bürgerinitiative gegeben habe, die die vierte Stelle im Magistrat ablehnt. Pfalz appellierte daher an die Koalition, die Stelle nicht auszuschreiben. Die Aufgabe, effektive Konzepte gegen den Klimawandel zu entwickeln und umzusetzen, sei zu wichtig, um sie Wahlergebnissen zu unterwerfen. Pfalz schlug stattdessen vor, einen Fachmann aus der Verwaltung zu betrauen.

Die vierte Stelle sei in der Sache notwendig, um die formulierten Ziele des Koalitionsvertrags zum Klimawandel umzusetzen, begründete Christian Schmidt, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, den Wunsch nach der vierten Magistratsstelle. Die Koalition nehme die 3 000 Unterschriften von Menschen, die gegen die vierte Stelle waren, „sehr ernst“. Die Zählung der Unterschriften habe aber ergeben, dass die Unterstützung gegen die Erweiterung des Magistrats nicht ausreichte. Der Antrag müsse daher laut Hessischer Gemeindeordnung abgelehnt werden. Auch die CDU stimmte nicht gegen den Beschluss, sondern enthielt sich der Stimme. Der Ausschreibung der Stelle steht nun nichts mehr im Wege.

Von Till Conrad