Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg „Es geht um Liebe in gefährlichen Zeiten“
Marburg „Es geht um Liebe in gefährlichen Zeiten“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 17.10.2021
Auch die Gießener Funkband „Captain Overdrive“ spielt bei „Victory Over War 2021“.
Auch die Gießener Funkband „Captain Overdrive“ spielt bei „Victory Over War 2021“. Quelle: Privatfoto
Anzeige
Marburg

Hatten die ersten beiden Veranstaltungen noch mit Livepublikum am Spiegelslustturm und auf dem Gelände der Waggonhalle stattgefunden, stiegen die Veranstalter bereits 2020 pandemiebedingt auf ein Streamingformat um, was den Vorteil hatte, dass Zuschauerinnen und Zuschauer auf der ganzen Welt dabeisein konnten.

Krisenschauplätze und soziale Problemstellungen

Auch in diesem Jahr wird „Victory Over War“ über das Internet ausgestrahlt. Die rund zweistündige Show am Samstag, 4. Dezember, beginnt um 17 Uhr. Ein Fest für den globalen und lokalen Frieden – so hat Festivalmacher Michal Bandac sein Projekt von Anfang an bezeichnet. Neben der Livemusik richtete sich der Fokus bei allen Veranstaltungen auf Krisenschauplätze und soziale Problemstellungen – das wird bei der Neuauflage nicht anders sein, doch Bandac will in diesem Jahr noch etwas akzentuierter und klarer auf Entwicklungen hinweisen, die er für gefährlich hält: „Millionen von Menschen checken Tag für Tag irgendwo auf der Welt in Hotels ein – und dann wird in einem Hotel in unserem Land plötzlich jemand wie Gil Ofarim an der Rezeption dazu aufgefordert, seine Halskette mit dem Davidstern abzulegen, bevor er ein Zimmer bekommt.“

Antisemitismus, Alltagsrassismus, Intoleranz, Homophobie – das sind die Dinge, gegen die sich „Victory Over War“ richten soll. „Wir wollen, wie Bruce Cockburn sang, der Dunkelheit solange Tritte verpassen, bis Licht aus ihr blutet – es geht um Liebe in gefährlichen Zeiten“, sagt der Musiker, Songschreiber, Produzent und Festivalorganisator Bandac. Er selbst wird mit seinen beiden eigenen Bands zum Programm beitragen.

Während „Moglo“ im Rock mit seinen vielen Spielarten verwurzelt ist, steht der Name „Bloody Merry“ eher für feinen Gypsy Swing. Funk und Jazzrock bringt die Formation „Captain Overdrive“ aus Gießen mit. Das Quartett um den Posaunisten Andreas Jamin dürfte mit seinem treibenden Sound beim Festivalpublikum das dringende Bedürfnis auslösen, sich aus Sofas und Sesseln zu erheben und die Beine auszuschütteln.

„Genetic Blueprint“ spielt die Art von Gitarrenrock, der Freunden von Bands wie den Red Hot Chili Peppers oder den Foo Fighters gefallen dürfte.

Grußbotschaften, Sketche und Showeinlagen

Gitarrist Paul Hilger schließlich steht mit seinen „Kingpins“ auf der Bühne – er verspricht Rock, Ska, Reggae, Dancehall und Blues.

Das Musikprogramm wird ergänzt durch Grußbotschaften der Unterstützer des Festivals, durch Sketche und andere Showeinlagen. Kostproben aller Bands, die zu „Victory Over War 2021“ beitragen, finden sich auf der Website www.vowpeace.eu.

Kirsten Fründt ist wieder Schirmherrin

Dort gibt es auch jede Menge Infos über das Festivalprojekt und die Organisationen, die durch die Veranstaltung unterstützt werden – die Marburger Tafel etwa, aber auch Amnesty International und Black Lives Matter sowie die kanadische First Nation People-Organisation „Anishnawbe Health Foundation of Canada“. Die Schirmherrschaft von „Victory Over War“ hat erneut Landrätin Kirsten Fründt übernommen. Unterstützt wird das Festival zudem von der Universitätsstadt Marburg, der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und der Oberhessischen Presse.

Von Carsten Beckmann