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Marburg Stadtwerke warten auf den 20. Mai
Marburg Stadtwerke warten auf den 20. Mai
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09:55 13.05.2022
Ein Regionalexpress steht am Marburger Hauptbahnhof. Derzeit bereitet sich der Rhein-Main-Verkehrsverbund auf das 9-Euro-Ticket vor, das ab 1. Juni gelten soll.
Ein Regionalexpress steht am Marburger Hauptbahnhof. Derzeit bereitet sich der Rhein-Main-Verkehrsverbund auf das 9-Euro-Ticket vor, das ab 1. Juni gelten soll. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Keine drei Wochen vor dem Start des 9-Euro-Tickets am 1. Juni steht bis auf den Preis (neun Euro pro Monat, wie der Name 9-Euro-Ticket schon sagt) organisatorisch einiges noch nicht fest.

Die letzten Details zur Umsetzung dieser bundesweiten Entlastungsaktion für die Bürgerinnen und Bürger werden erst am 20. Mai feststehen, falls der Bundesrat dem Entlastungspaket der Bundesregierung zustimmt.

Sicher ist das noch keineswegs, weil das Ticket die Länderhaushalte in hohem Maße belastet. „Viele Einzelheiten sind noch in der Abstimmung“, schreibt der Rhein-Main-Verkehrsverbund auf seiner Website.

Der Vorverkauf für die Tickets beginnt „voraussichtlich“ Ende Mai, wie der RMV auf seiner Website öffentlich mitteilt. Jonas Becker, Pressesprecher der Stadtwerke Marburg, sagt, geplant seien seitens der Stadtwerke mehrere digitale und analoge Möglichkeiten. „Details folgen in Kürze“, fügt Becker hinzu.

Appell: Tickets im VVK besorgen

Die Vertriebswege würden „vorbereitet“, angedacht sind unter anderem die Entwicklung einer App, aber auch der Verkauf in den Stadtwerke-Bussen. „Tickets sollten nach Möglichkeit im Vorverkauf und nicht erst bei Einstieg in den Bus erworben werden“, sagt aber Becker. „Das dient der Zeitersparnis des Fahrgasts und der Entlastung des Fahrpersonals.“

Unabhängig davon bereiten sich die Stadtwerke vorsorglich auf einen Verkauf in der Mobilitätszentrale und in den Bussen vor. „Aber auch hier gilt: Erst sobald nach Abstimmung mit dem RMV weitere Details zu den Vertriebswegen bekannt sind, können die Stadtwerke zeitnah die Öffentlichkeit informieren“, sagt Becker. Anders formuliert: Nichts Genaues weiß man nicht.

Immerhin steht fest: Das Ticket gilt ab 1. Juni 2022 für die drei Monate Juni, Juli und August. Es kostet für Fahrgäste neun Euro pro Monat und ist bundesweit im öffentlichen Nahverkehr gültig. Zeitkartenabonnenten sollen eine Gutschrift oder eine Erstattung für die Differenz zwischen Abopreis und dem 9-Euro-Ticket erhalten.

Erstmal keine zusätzlichen Busse

Mit dem 9-Euro-Ticket kann man alle U-Bahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen und Linienbusse nutzen. Es gilt außerdem im Schienenpersonennahverkehr (Regionalbahn, Regionalexpress), nicht jedoch im Fernverkehr der Deutschen Bahn (Intercity, ICE, EC). Die Fahrkarte ist personengebunden und nicht übertragbar.

Zumindest die Stadtwerke planen aktuell nicht, auf das mutmaßlich höhere Fahrgastaufkommen zu reagieren. „Die Stadtwerke planen derzeit keine zusätzlichen Busse ein“, sagt Becker. Die Entwicklung der Fahrgastzahlen werde aber genau beobachtet.

Ticket gilt über Verkehrsverbünde hinweg

Zusätzliche Fahrgäste werden jedoch offensichtlich beim RMV erwartet. Die RMV-10-Minuten-Garantie wurde für die Dauer des 9-Euro-Tickets ausgesetzt. Weiterer Wermutstropfen: Die Mitnahme von Fahrrädern kann nicht garantiert werden. Wie der RMV als regional zuständiger Verkehrsverbund das Problem lösen will, darüber gab es am Donnerstag, 12. Mai, von der Pressestelle keine Auskunft. Pressesprecher Maximilian Mayer bat um wenige Tage Geduld.

Entscheidendes Plus des 9-Euro-Tickets gegenüber anderen Angeboten : Es gilt über die Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg. Theoretisch kann also, wer Zeit hat, von Marburg nach Westerland auf Sylt mit dem 9-Euro-Ticket fahren. Umstiege in Kassel, Göttingen, Uelzen, Hamburg, Elmshorn. Fahrzeit: unabhängig von der Tageszeit 10 Stunden, 15 Minuten – 3 Stunden mehr als mit der Direktverbindung per IC (11.51 Uhr ab Marburg).

Von Till Conrad