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Marburg Videoüberwachung: Wird sie ausgeweitet?
Marburg Videoüberwachung: Wird sie ausgeweitet?
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14:00 28.05.2021
Videoüberwachung im Jägertunnel nahe des Hauptbahnhofs
Videoüberwachung im Jägertunnel nahe des Hauptbahnhofs Quelle: Björn Wisker
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Marburg

Die im Jägertunnel installierte Videoüberwachung könnte in Marburg ausgebaut werden. Wie die Stadtverwaltung auf OP-Anfrage mitteilt, werden derzeit weitere Standorte geprüft. „An einem Sicherheitssystem bei Bedarf auf Abruf gibt es Interesse“, heißt es von der Stadt, es laufe eine Abwägung und Abstimmung mit Datenschutz beziehungsweise Landes-Ministerien.

Klar ist: Gießen will die Jägertunnel-Variante kopieren, dortige Kommunalpolitiker fordern aktuell den Aufbau des Kamera-Knopfdruck-Systems für eine Unterführung zwischen Bahnhof- und Sieboldstraße.

So funktioniert die Technik: Auf einer Strecke von 80 Metern sind an der Tunnelwand mehrere Tasten angebracht, die eine Bild- und Tonübertragung über die an der Decke angebrachten Videokameras aktivieren. Sobald die Anlage läuft, übertragt sie live an die rund um die Uhr besetzte Feuerwehr-Leitstelle. Im Notfall soll der Diensthabende von dort aus die Polizei verständigen. Die Aufzeichnungen der Kameras werden laut Stadtverwaltung bei der Feuerwehr maximal 48 Stunden gespeichert.

Die offiziell „Livebild- und Sprechverbindung“, kurz „Lisa“ genannte Videoüberwachung wurde im laufenden Jahr rund 70 Mal gestartet. In den beiden Vorjahren registrierten die Behörden nach eigenen Angaben 360 Auslösungen, also im Schnitt eine pro Tag. Die Verteilung sei dabei nicht gleichmäßig, samstags gebe es aktuell in der Regel zwei bis fünf Auslösungen und unter der Woche teilweise gar keine. Über den Winter bis März, in der dunklen Jahreszeit werde „Lisa“ deutlich häufiger genutzt. Meist sind es nach Auswertung wissenschaftlicher Daten alleine laufende Frauen, denen eine Männergruppe folge.

„Die Menschen fühlen sich durch Lisa sicherer“, der Nutzen sei erwiesen, bilanziert Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU).

Hintergrund

An dem ­unterirdisch verlaufenden Verbindungsweg zwischen Neuer und Alter Kasseler Straße gab es sowohl im Jahr 2017 als auch 2016 sexuelle Übergriffe auf Frauen. Schon zuvor und über Jahre galt die Passage als ein Problempunkt, wurde von vielen gemieden. Auch der Magistrat bezeichnete ihn nach den mehrfachen sexuellen Angriffen in der jüngeren Vergangenheit als „Angstraum“. Eine optische Gestaltung des Tunnels durch ein Graffiti-Projekt, hellere Beleuchtung im Inneren, bessere Einsehbarkeit der Tunneleingänge sowie eine engere Reinigungstaktung wurden noch als Teil eines Gesamtkonzepts umgesetzt, um die Situation zu verbessern. Gesamtkosten: 50 000 Euro.

Von Björn Wisker

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