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Marburg Neuer Geschäftsführer für Firma Sälzer
Marburg Neuer Geschäftsführer für Firma Sälzer
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18:00 10.11.2021
Walther Sälzer (links) hat einen neuen Geschäftsführer an seiner Seite: Tim Füldner
Walther Sälzer (links) hat einen neuen Geschäftsführer an seiner Seite: Tim Füldner Quelle: Andreas Schmidt
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Marburg

Verstärkung für den Marburger Sicherheitstechnik-Spezialisten Sälzer im Stadtwald: Tim Füldner ist seit dem Sommer Co-Geschäftsführer von Walther Sälzer. Füldner löst Julian Holmstoel-von Lackum ab, der – wie der neue Mann im Stadtwald – ebenfalls von Sälzer-Partner Schüco nach Marburg gekommen war.

So ganz ist Füldner in Marburg noch nicht angekommen. „Ich bin zwar schon seit 1. Juli als Geschäftsführer von Sälzer eingetragen, habe aber auch noch einen Fulltime-Job bei Schüco, den ich jetzt so nach und nach abgebe“, sagt er lachend. Doch habe er vor einigen Wochen „zumindest mehr Zeit in Marburg als bei Schüco“ verbracht – und mittlerweile habe sich das Verhältnis komplett gedreht. „Und dann ziehe ich auch her, das gehört für mich dazu. Denn wenn man ein Unternehmen wie Sälzer führt, dann gehört auch dazu, dass man auch am Wochenende mal greifbar ist. Außerdem ist das insgesamt auch wesentlich entspannter“, sagt der 52-Jährige. „Und wenn ich rausschaue, dann macht es mir die Landschaft nicht sehr schwer, die Stadt macht es mir nicht sehr schwer – und die Leute schon gar nicht.“

Mit Walther Sälzer teilt Füldner nicht nur die Leidenschaft für das Unternehmen: Beide sind auch große Oldtimer-Fans. Füldner fasziniert dabei nicht nur das Fahren, „sondern vor allem das Schrauben. Schon als Student habe ich alte Käfer geschlachtet, denn damals fuhr ich selbst Käfer und habe für Ersatzteile eben ältere Modelle ausgeschlachtet.“ Irgendwann sei daraus die Leidenschaft für die Oldies erwachsen, die sich bis heute gehalten hat. „Wenn ich dann heute in der Werkstatt stehe und einen alten Vergaser vor mir liegen habe, und ich gehe abends raus, dann ist der hoffentlich wie neu, man sieht sofort den Fortschritt“, freut er sich.

Und: Die Arbeit habe ihm auch beruflich geholfen, „weil ich neben der theoretischen Ausbildung im Studium so auch einen Bezug zur Praxis bekommen habe“.

Übergang gut vorbereiten

Ohnehin habe er schon früh einen Bezug zur Bauwirtschaft bekommen. „Mein Vater war Offizier, ist während seiner Laufbahn sieben Mal umgezogen. Und jedes Mal hat er ein Haus verkauft und eins wieder neu gebaut – ich bin also auf Baustellen groß geworden.“

Bedeutet der neue Geschäftsführer, dass Walther Sälzer sich nun mit 55 Jahren bereits aus dem Unternehmen zurückziehen will? „Nein“, sagt er lachend. Vielmehr sei es wichtig, den Übergang, den es irgendwann geben werde, gut vorzubereiten. „Bei mir läuft so viel zusammen, das Unternehmen wächst – und in der Folge müssen wir die Organisation auch auf breitere Beine stellen. Denn die Arbeit wird nicht weniger, sondern mehr.“ Daher habe man sich nun mit Füldner „einen erfahrenen Kollegen mit dazugeholt, der sich im ersten Step um Marketing, Vertrieb und Kalkulation kümmern wird“.

Was reizt den Neu-Marburger am Unternehmen Sälzer? „Das Thema Höchstsicherheit wird international immer mehr an Bedeutung zunehmen“, sagt Füldner. Zudem steige das Sicherheitsbedürfnis der Menschen auch durch individuelle Vorfälle. Als Beispiel nennt er den Brand im Düsseldorfer Flughafen, „wodurch das Thema Brandschutz in Deutschland extrem vorangetrieben wurde – letztlich wurden dadurch Tausende Menschenleben gerettet“. Gleichzeitig liege die Expertise für die Hochsicherheitstechnik häufig – wie auch bei Sälzer – in kleinen Familienunternehmen. Um damit auch international schlagkräftiger und erfolgreicher zu sein, gelte es, mehrere Hürden zu nehmen: Zum einen den Vertrieb und das Marketing professionell auszubauen. Und zum anderen die hoch individuellen Lösungen von Sälzer auch in das System-Produktportfolio von Schüco einzubinden.

Einbinden in Schüco-System

Denn solche Systeme hätten ja einen Sinn: „Im Prinzip versuche ich ja, über ein Systemgeschäft individuelle Architektur möglichst günstig zu ermöglichen.“ Das biete den Vorteil, „nicht für jedes Bauvorhaben wieder bei null anfangen zu müssen.“ Die Herausforderung dabei sei, dass Höchstsicherheit „immer eine Kombination von verschiedenen Themen und Anforderungen ist – da gibt es kein Standard-System.“ Sälzer bringe als führender Anbieter diese Expertise mit – „10 000 Projekte über die vergangenen Jahre, Technik, die zertifiziert ist und geprüft werden kann, die man erprobt hat und die nachweislich funktioniert“, führt Füldner auf.

Er komme aus dem Vertrieb und verfüge über ein hohes Technik-Verständnis, wolle mit seiner Erfahrung dabei helfen, „dass der Übergang des Systems Sälzer zu Schüco stattfinden kann“. Beispielsweise mit der Aufgabenstellung, die Sälzer-Sicherheit „sehr schlank in die Schüco-Systeme zu integrieren. Denn Sicherheit soll unsichtbar sein – eine schusssichere Weste wollen Sie ja auch nicht sehen“.

Und: Auch international soll der Vertrieb nun breiter aufgestellt werden, „wenn wir die Märkte intensiver bearbeiten, gibt es dort noch viel Potenzial“, ist sich auch Walther Sälzer sicher.

Von Andreas Schmidt

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