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Marburg Vermittler zwischen Wissenschaft und Verwaltung
Marburg Vermittler zwischen Wissenschaft und Verwaltung
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12:58 02.05.2021
Dr. Thoralf Held ist neuer Uni-Kanzler.  Foto: Nadine Weigel
Dr. Thoralf Held ist neuer Uni-Kanzler.  Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Im Juni vergangenen Jahres war Held vom Senat eindrucksvoll mit einer 100-prozentigen Zustimmung gewählt worden. Der 53-jährige promovierte Physiker kann auf eine achtjährige Vorerfahrung als Kanzler einer ingenieurwissenschaftlich geprägten Fachhochschule in Jena zurückblicken. Jetzt tauscht er sein Büro im ehemaligen Campus der Firma Carl Zeiss mit dem Kanzlerbüro im Verwaltungsgebäude der Uni Marburg in der Biegenstraße.

Durch Zufall, mit Umwegen

Ursprünglich hatte Thoralf Held eine Karriere im Schuldienst als Lehrer für Mathematik und Physik oder in der Wissenschaft angestrebt. Doch nach dem Studium in Erfurt und Jena und dem anschließenden Referat sowie seiner Dissertation in der Festkörperphysik kam es in der Nachwendezeit für ihn anders, als er es sich vorgestellt hatte. Durch Zufall und über einige Umwege wechselte er bereits mit 29 Jahren in das Bildungsmanagement, wie er im Gespräch mit der OP berichtet. Als Leiter einer privaten Schule und später beim Aufbau einer privaten Hochschule lernte er die Herausforderungen in Sachen Finanzierung, Infrastruktur sowie die Strategien von Bildungseinrichtungen von der Pike auf kennen. „Das hat mir viel Spaß gemacht“, sagt er im Nachhinein.

Seine Erfahrungen im privaten Bildungssektor vertiefte er ab 2013 nach seinem Wechsel nach Jena auch in der öffentlichen Bildungsverwaltung, wo er damals zum Kanzler der größten Fachhochschule in Thüringen gewählt wurde. „Sie ist eine forschungsstarke, ingenieurwissenschaftlich und technisch geprägte Fachhochschule“, berichtet Held. Nach acht Jahren stand im Sommer vergangenen Jahres die Wiederwahl in Jena an, wo er zunächst auch für eine zweite Amtsperiode gewählt worden war. Parallel kam aber auch schon seine Bewerbung für die Kanzlerstelle in Marburg hinzu. Letztendlich entschied sich Held dann für den Posten an der Spitze der Marburger Uni-Verwaltung und somit für eine Herausforderung.

„Ich freue mich in Marburg besonders auf Themen, die ich bis jetzt noch nicht hatte“, sagt Thoralf Held. So gebe es neben anderen Fächern an der Volluniversität in Marburg auch mehr große Forschungsverbünde und Kooperationen. Zudem stünden in der Universität Marburg mit einem großen Bestand an historischen Gebäuden auch eine Reihe von Bauvorhaben an.

Seine zukünftige Rolle im Marburger Uni-Präsidium sieht Held auch als eine Art Vermittler und Übersetzer zwischen den unterschiedlichen Welten der Wissenschaft und der Verwaltung. Ein besonderes Augenmerk möchte er beispielsweise auch darauf setzen, ähnliche Programme wie bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auch für die nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Verwaltung oder in nicht-technischen Bereichen zu installieren. Diese sollten mehr Chancen erhalten, sich in der Universität beruflich weiterzuentwickeln.

Und in seinem zehnseitigen Konzeptpapier, das er für seine Bewerbung als Marburger Uni-Kanzler vorgelegt hatte, stehen auch weitere Ideen wie beispielsweise die weitere Umsetzung der Digitalisierung besonders für die Prozesse in der Uni-Verwaltung, besonders in den Sparten Personal, Finanzen und Liegenschaften. Ziel sei es, dass möglichst viele Uni-Beschäftigte auch online besser Zugriff auf Informationen erhalten.

„Eine attraktive und bedarfsgerechte Infrastruktur für Forschung und Lehre, serviceorientierte und zielgruppengerechte Supportstrukturen für Forschende und Studierende, eine systematische Personal- und Organisationsentwicklung sowie ein verlässliches und transparentes Management der finanziellen Ressourcen“, so lesen sich die Ziele des neuen Kanzlers von ihm selber auf den Punkt gebracht.

In Marburg hat sich Thoralf Held auf Anhieb wohlgefühlt. Ähnlich wie Jena sei der Uni-Standort Marburg eine Stadt mit Wissenschaft und moderner Technologie. Besonders attraktiv sei in Marburg auch die bis in das Mittelalter zurückreichende historische Architektur. Der Familienvater, dessen Kinder bereits erwachsen sind und studieren, ist in seiner Freizeit übrigens ein begeisterter Sportler, der in den zurückliegenden Jahren bis zu 20 Wettkämpfe pro Jahr bestritten hat. Auf allen Laufstrecken von 10 000 Metern bis hin zum Marathon tummelt er sich gerne. Zudem ist er ein passionierter Skifahrer, der an seinem Wohnort in Erfurt auch noch stellvertretender Vorsitzender eines großen Skivereins ist.

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