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Marburg Letzte Chance zum Mitreden bei MoVe35
Marburg Letzte Chance zum Mitreden bei MoVe35
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12:00 26.05.2022
Stau in der Schwanallee in Marburg.
Stau in der Schwanallee in Marburg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Nach dem Willen der Stadtverordnetenversammlung soll Marburg bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden. Das bedeutet zugleich: Um dies zu erreichen, muss auch eine Mobilitätswende herbeigeführt werden durch weniger mit Verbrennungsmotoren angetriebenen Individualverkehr und mehr Fortbewegung durch Gehen oder Fahrradfahren sowie öffentliche Verkehrsmittel.

Marburg soll erreichbar bleiben

Zugleich soll Marburg als Oberzentrum erreichbar bleiben, im Idealfall auch Gefahrenstellen beseitigt und Probleme mit Verkehrsströmen gelöst werden. „Wie das geht, dafür haben wir viele Ideen gesammelt“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Gemeint ist das Zwischenergebnis zum gesamtstädtischen Mobilitäts- und Verkehrskonzept MoVe35. An diesem arbeitete nach einer öffentlichen Online-Umfrage zu Beginn des Projekts im Herbst 2020 seitdem eine Arbeitsgruppe hinter verschlossenen Türen. Nun steht am Montag, 30. Mai, die zweite öffentliche Beteiligungsmöglichkeit für alle Marburger und Marburgerinnen an.

Workshop im Erwin-Piscator-Haus

„Jetzt möchten wir mit allen, die mitreden wollen, zusammen beraten, wie das am besten funktioniert“, so Spies. Geschehen soll dies bei einem Workshop im Erwin-Piscator-Haus, wo die Stadt mit 200 Teilnehmern rechnet, bei Bedarf die Zahl aber erhöhen kann. „Wer das Gefühl hat, mit den eigenen Bedürfnissen nicht gehört zu werden, ist ganz besonders willkommen, sich hier einzubringen“, appelliert Spies auch an Kritiker des Projekts, denn: Die Zeit für Anregungen, Hinweise und das Einbringen eigener Erfahrungen sei jetzt.

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Im Erwin-Piscator-Haus geht es um 16 Uhr mit einem Infomarkt los, bei dem die Ideen und Vorschläge der Arbeitsgruppe vorgestellt werden. Dazu können die Besucher Ergänzungen beziehungsweise eigene Ideen einbringen. Ab 18 Uhr kann in Kleingruppen über einzelne Vorschläge diskutiert werden. Ziel ist, gute Kompromisse herauszuarbeiten, da bekannt ist, dass es unterschiedliche Bedürfnisse für die Mobilität der Zukunft gibt. „Dafür müssen wir Lösungen finden, die viele Menschen auf unserem Weg der Mobilitätswende mittragen“, erklärt Manuela Klug, Fachdienstleiterin Stadtplanung und Denkmalschutz den Sinn dieser Veranstaltung.

Hintergrund

Was MoVe35 bisher bewegte

Das Projekt MoVe35 entstand nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Das Konzept „Mobilität und Verkehr 2035“ (MoVe35) soll eine Strategie für die Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung bis zum Jahr 2035 aufstellen, um die Mobilität in Marburg vernetzter, barrierefreier, nachhaltiger, klimaneutraler und lebensnaher zu gestalten. Als Grundlage wurde unter anderem das Verkehrsgeschehen im Stadtgebiet auf Stärken und Schwächen überprüft und bewertet, um daraus mögliche Lösungen zu entwickeln. Daran beteiligt ist eine fünf Mal tagende Arbeitsgruppe mit rund 40 Vertretern aus mobilitätsrelevanten Akteurs-/ Interessensgruppen wie die Philipps-Universität, die IHK, Bürgerinitiativen, der Seniorenbeirat, der Stadtelternbeirat oder die Polizei sowie Kommunalpolitikern und fünf zufällig ausgewählten Bürgern. Das erste Treffen fand am 28. September 2020 statt. Ebenfalls beteiligt sind die Ortsbeiräte und die Vorsitzenden der Stadtteilgemeinden. Die Öffentlichkeit ist ebenfalls beteiligt: Zu Beginn gab es einen Online-Auftakt zur Information mit einer Umfrage, an der sich mehr als 3 700 Marburger und Marburgerinnen beteiligten. Informationsveranstaltungen und ein „Zielworkshop“ folgten. Am 30. Mai folgt ein „Maßnahmenworkshop“ im Erwin-Piscator-Haus. Danach wird über das Priorisieren von Vorhaben diskutiert. Geleitet wird das Verfahren von der „Planersocietät Stadt. Mobilität. Dialog.“ aus Dortmund. Am Ende des Verfahrens, das für September 2022 vorgesehen ist, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung über das Mobilitätskonzept MoVe35.

Von Gianfranco Fain