Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg So viele Autos rollen durch den Westen
Marburg So viele Autos rollen durch den Westen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 28.04.2019
Zählungen auf Landes- und ausgewählten Kreisstraßen führen zu unterschiedlichen Ergebnissen, was die Verkehrsmengenentwicklung im Westen Marburgs angeht: Auf einigen Strecken ist der Verkehr zuletzt mehr, auf anderen weniger geworden. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Verkehrsmenge auf den Landesstraßen im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie die Zahl der Fahrzeuge auf einigen Kreisstraßen sind in den vergangenen Jahren mehrfach erfasst worden. Die aktuellste Erhebung aus dem Jahr 2015 liefert – verglichen mit der fünf Jahre zuvor durchgeführten Zählung – Hinweise auf die Entwicklung in Marburgs Westen.

Zwischen Elnhausen und Wehrshausen, durch das die Kreisstraße 72 führt, ist die durchschnittliche tägliche Verkehrsbelastung demnach zwischen den Jahren 2010 und 2015 von 1 600 auf 1 750 Fahrzeuge gestiegen.

Die Zahl der Lkw wuchs im täglichen Jahresmittel von 87 auf 110 Lkw an. Auf der Landesstraße 3887, der Strecke zwischen Hermershausen und der B-3-Auffahrt bei Niederweimar, wurden bei der aktuellsten Zählung 3 761 Fahrzeuge, davon rund 100 Lkw, notiert – fünf Jahre zuvor waren es 3 553 Autos, davon rund 150 Lkw.

Termin

Am Montag, 29. April (19 Uhr) gibt es zum Verkehr im Westen eine Bürgerversammlung. Im Bürgerhaus Marbach sollen Ergebnisse von Verkehrszählungen vorgestellt werden, die die Stadt im Frühjahr an Kreis- und Landesstraßen im Westen sowie im Stadtgebiet samt der gesonderten Lkw-Zählung vorgenommen hat. Zeit für Fragen und Diskussion soll es laut Stadtverordnetenvorsteherin auch geben.

Auf der Landesstraße 3092, dem Ausbau zwischen Caldern und den Behringwerke-Standorten, ist das Verkehrsaufkommen mit rund 3 500 Fahrzeugen gleichgeblieben, der Lkw-Verkehr von 65 auf 42 pro Tag gesunken. Auch auf dem K-68-Teilstück zwischen Hermershausen und Elnhausen verkehrt laut den beiden Zählungen der vergangenen Jahre eine recht konstante Zahl an Pkw und Lkw – etwa 3 100 beziehungsweise rund 100. Zwischen Sterzhausen und Michelbach, auf dem Behringwerke-Pendlerteilstück der K 79, hat es laut Hessen-Mobil-Daten einen Rückgang der Verkehrsmenge gegeben: Waren es im Jahr 2010 noch 4 050 Autos (164 Lkw), sank das tägliche Jahresmittel in den Folgejahren auf 3 600 (64 Lkw).

Auch rund um die Pharmastandorte Görzhausen und Marbach ist eine Abwärtstendenz ermittelt worden: Waren es im Jahr 2010 am Messpunkt zwischen den Werken rund 6 900 Fahrzeuge, davon 220 Schwerlastverkehr, reduzierte sich fünf Jahre später die Tagesdurchschnitts-Verkehrsmenge auf 6 150 Fahrzeuge (davon 150 Lkw).

Ein Gutachten in den 1990er-Jahren kam für die Ketzerbach auf Spitzenwerte von bis zu 19 000 Autos pro Tag – und laut Bewohnern habe sich die Verkehrsmenge, das Auto- und Lkw-Aufkommen seitdem immer weiter gesteigert. Die Stadtverwaltung gab im vergangenen Jahr auf OP-Anfrage Daten für die Verkehrsbelastung der Ketzerbach im Jahr 2017 heraus. Ergebnis: Täglich fahren im Schnitt 13 200 Fahrzeuge auf dieser Strecke. Das ist der dritthöchste Wert aller Straßen in der Universitätstadt.

Monitoring als Methodik der Straßenverkehrszählung

Und in der Marbach zählte Anwohner Bernd Hahn im Februar dieses Jahres die Fahrzeuge in der Emil-von-Behring-Straße – der Verlängerung von Ketzerbach und Marbacher Weg in Richtung Behringwerke. Ergebnis: mehr als 800 Fahrzeuge pro Stunde.

Für die K 78 und K 71 – die als Anschlussstellen eines Ende vergangenen Jahres vorgeschlagenen Allnatalwegs dienen sollten – liegen allerdings keine Daten vor. „Das alles sind keine dramatisch hohen Zahlen oder Entwicklungen, die Straßenneubau rechtfertigen würden. Außerhalb der Pendlerzeiten kann man auf den Straßen der Stadtteile Karten spielen“, sagt Peter Reckling, Dagobertshausen-Ortsvorsteher auf OP-Anfrage.

Im Zuge der Straßenverkehrszählung 2015 wurden von Hessen Mobil nach eigenen Angaben an rund 3 250 Standorten im ganzen Bundesland auf Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen Verkehrsdaten erhoben. Die bis zu diesem Jahr manuelle Verkehrszählung wurde bei der Straßenverkehrszählung 2015 erstmals auf Bundes- und Landesstraßen durch eine automatische Erfassungsmethodik ergänzt.
Die Erhebung fand über ein sogenanntes Verkehrsmonitoring statt. Mithilfe von Leitpfostenzählgeräten wurden die Daten über längere Zeiträume erhoben. Durch diese Methodik konnten für jede Zählstelle ganztägige Stundenwerte über mehrere Wochen im Jahr erhoben werden.

Im Gegensatz zu den etwa 2010 noch durchgeführten manuellen Erfassungen, die nur über kurze Zeiträume durchgeführt werden können, habe Hessen Mobil eine breitere Datengrundlage erhalten. Dadurch entfalle die aufwendige und fehleranfällige Berechnung der sogenannten kumulierten Tageswerte. Also: Die Zählergebnisse sind genauer.

von Björn Wisker