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Marburg Aquamar: Rausschmiss nach Selbstbefriedigung
Marburg Aquamar: Rausschmiss nach Selbstbefriedigung
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07:53 04.12.2019
Im Saunabereich des Aquamar kam es in der Vergangenheit zu ­sexuellen Belästigungen. Quelle: Tobias Hirsch/Archiv
Marburg

Auf OP-Anfrage erklärt die Stadtverwaltung das Arbeits- und Vertragsverhältnis zu dem 77-Jährigen: Dieser sei jahrelang als niedergelassener Physiotherapeut der Mieter des Massageraums im Schwimmbad und somit kein Angestellter der Stadt gewesen. Er bot demnach als Externer im Aquamar Massagen an. Der Vertrag über die Anmietung des Massageraums zwischen der Universitätsstadt und ihm habe, so weit das aus den Akten ersichtlich ist, seit 2007 bestanden.

Der Stadt sei im September 2016 eine sexuelle Handlung des Physiotherapeuten an sich selbst am Ende einer Massagebehandlung gemeldet worden. Beschwert hatte sich eine Saunabesucherin. Das Stadtverwaltungs-Personal
habe ihr geraten, sich an die Polizei zu wenden. Die Zusammenarbeit der Stadt mit dem Physiotherapeuten sei wegen dieser sexuellen Belästigung am selben Tag „faktisch beendet worden“. Der zuletzt schon vom Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilte Mann sei seit diesem Tag nicht mehr im Aquamar gewesen.

Belästigungs-Prävention hat „zentrale Bedeutung“ 

Um ähnliche Vorfälle in Bädern zu verhindern und Täter zu überführen gibt es von der Stadt das Faltblatt „Sexuelle Belästigung im Schwimmbad und Saunabereich“. Darin aufgelistet sind Handlungsanweisungen wie etwa um Hilfe zu rufen, dem Schwimmbadpersonal Bescheid zu sagen und etwa das eigene Aussehen, die Kleidung nicht als legitimen Grund für sexuellen Übergriffe, zu akzeptieren. Die Universitätsstadt habe sich in der „Grundsatzerklärung gegen Gewalt“ auch grundsätzlich zu Prävention und Schutz vor jeglicher Form von psychischer und physischer Gewalt, sexuellen Übergriffen oder verbalen sexistischen Beleidigungen, Stalking und Diskriminierung verpflichtet. Das habe „zentrale Bedeutung“.

von Björn Wisker